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Mehr Platz für Senioren: Das Gebäude am Roßwandweg soll einem viergeschossigen Erweiterungsbau für die Seniorenresidenz Wallberg weichen, der 60 neuen Zimmern Platz bietet.

Zustimmung mit Bauchschmerzen: Seniorenresidenz Wallberg wird erweitert

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Die geplante massive Bebauung zur geplanten Erweiterung der Seniorenresidenz Wallberg liegt dem Rottacher Gemeinderat schwer im Magen. Trotzdem stimmt er zu. Aus einem einfachen Grund.

Rottach-Egern – Nicht nur die demoskopische Entwicklung sorgt in den Alten- und Pflegeheimen für Platzmangel. Auch der Gesetzgeber erhöht die Nachfrage, indem er mit einem neuem Gesetz allen Senioren eine Einzelunterbringung ermöglicht. „Das ist ja auch gut und nachzuvollziehen, dass Menschen auch im Alter ein Recht auf ihre Privatsphäre haben“, sagte Bürgermeister Christian Köck (CSU) jetzt im Gemeinderat. Doch das bringt auch Erweiterungen von Alten- und Pflegeheimen mit sich.

Auch die Seniorenresidenz Wallberg plant deshalb eine Erweiterung (wir berichteten). Das Haus am Roßwandweg 4 soll abgebrochen werden und ein komplett neuer Riegel mit 60 Zimmern entstehen. Der geplante Westtrakt, der mit dem Mitteltrakt samt Rezeption baulich verbunden und mit einer Tiefgarage unterkellert werden soll, ist viergeschossig geplant und bleibt gerade noch so auf Rottacher Flur. Die Baumreihe, hinter der sich das Gebäude etwas verbergen soll, steht dann schon auf Kreuther Gebiet. Die Planungen sind massiv, passen aber laut Bauamtsleiterin Christine Obermüller in die Umgebung.

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„Was das Bauliche angeht, müssen wir die Kröte wohl schlucken“, meinte Köck. „Denn die Einrichtung ist wichtig, und wir müssen ihr auch die Möglichkeit geben, wirtschaftlich zu arbeiten.“ Auch mit Blick auf die Spielgruppe, die dort im integrierten Konzept „Alt mit Jung“ untergebracht ist, bat der Rathauschef um Zustimmung zur entsprechenden Änderung des Bebauungsplans.

Im Gemeinderat entbrannte eine hitzige Diskussion darüber, wie man der Enge und dem wuchtigen Eindruck des neuen Westtrakts begegnen könnte. Anastasia Stadler und Vize-Bürgermeister Josef Lang (beide CSU) sowie Anwohner Andreas Erlacher (FWG) wollten primär die Zuwegung für Bewohner, Besucher, Lieferungen und Rettungskräfte verbessert wissen. Momentan ist die Zufahrtsstraße einspurig, und es gibt auch keine Wendemöglichkeit, sodass liefernde Lkw die 100 Meter lange Zufahrt sogar rückwärts zurücklegten – ein Unding und obendrein gefährlich für die Schulkinder, die diesen Weg nehmen. Köck versprach, mit den anliegenden Landwirten über mögliche Grundstücksabtretungen zu sprechen, um die Straße auf zwei Spuren erweitern zu können.

Martin Strohschneider (CSU) forderte, den Westtrakt um ein Stockwerk zu senken: „Das würde es ansprechender machen.“ Dem entgegnete Köck, dass sich das nicht mehr rentiere. Klaus Fresenius (FWG) schlug stattdessen vor, den Westtrakt um ein Stockwerk zu reduzieren und dafür den bestehenden Osttrakt am Hang unterhalb um eines aufzustocken. Das allerdings sei aus organisatorischen, Statik- und Brandschutzgründen nicht möglich, hieß es – auch vom Eigentümer der Seniorenresidenz, Peter Wisgott. Zumal die Wandhöhe dort damit auf 15 Meter wachsen würde. „Das wollen wir nicht“, sagte Lang.

„Es gibt keinen besseren Standort“, appellierte Georg Höß (FWG) an die Gemeinderats-Kollegen: „Wir sollten jetzt keine Details zerreden, sondern das Ziel vor Augen haben.“ Er spekulierte darüber, was mit den Häusern, die einst eine Kurklinik beherbergten, sonst passiere. „Wollen wir eine zweite Frischzellenklinik oder lieber eine Seniorenresidenz?“

Die Nutzung als Senioren- und Pflegeheim ist allerdings festgeschrieben – auch Eigentumswohnungen können nicht entstehen. Der Gemeinderat leitete schließlich bei vier Gegenstimmen das Verfahren für die nötige Bebauungsplanänderung ein.

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