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Schöne Pflanze, nur leider illegal, selbst wenn kaum THC drinnen ist: Cannabis.

27-Jähriger musste nun wieder vor Gericht

Ein Jahr für Cannabis-Gärtner - Staatsanwalt: Viel zu wenig

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Weil er bei Rottach-Egern im Wald Cannabis angepflanzt hatte, verurteilte das Amtsgericht Miesbach einen Landschaftsgärtner (27) zu einem Jahr. Jetzt ging die Staatsanwaltschaft in Berufung.

Rottach-Egern – Vor dem Landgericht München II wurde der Fall nun noch einmal aufgerollt. Für den Rottacher sprach vor allem sein Verteidiger Markus Meißner: „Der Sachverhalt trifft vollumfänglich zu.“ Der 27-Jährige habe das Equipment zur Aufzucht von Cannabis-Pflanzen und die Samen für 200 Euro von einem Bekannten gekauft. Fünf Setzlinge, die er daheim gezogen hatte, setzte er im September 2014 in einem Wald bei Rottach-Egern aus, die auch prächtig gediehen. Ziel war der Verkauf der Pflanzen, auch das gab der Verteidiger für den Angeklagten zu. Dieser habe Bekannte gehabt, die das Kraut seiner Ansicht nach eventuell gekauft hätten – er sei aber noch nicht an sie herangetreten. Es sei auch erst der erste Aufzucht-Versuch gewesen. „Er hätte es bei Erfolg noch mal probiert.“ Doch wenn es erneut nur 2,8 Prozent Gehalt des psychoaktiven Inhaltsstoffs THC gegeben hätte, hätte er die Pflanzen angeblich weggeschmissen.

„Es war halt Interesse dabei“, sagte der Angeklagte selbst. „Ich weiß, dass das dumm war. Jeder Mensch macht halt Fehler, das war halt mein Fehler.“ Einen Schlagring, den die Polizei in seiner Wohnung fand, habe nie als Waffe dienen sollen, verteidigte er sich. Er habe nur „Souvenircharakter“ gehabt und ihm von der Optik her gefallen.

Verteidiger Meißner plädierte dafür, es beim Miesbacher Urteil zu belassen. Er erkannte einen „minder schweren Fall“. Bei der Menge des Cannabis habe es sich lediglich um das Dreifache der nicht-geringen Menge gehandelt, der Wirkstoffgehalt sei mit 2,8 Prozent „auffällig gering“ gewesen. Zum Vergleich: Bis 2,0 Prozent handle es sich um frei verkäuflichen Nutzhanf. Der Staatsanwalt lehnte einen minder schweren Fall ab und forderte gleich ein Jahr und neun Monate, allerdings auch zur Bewährung.

Das Landgericht erkannte angesichts der Menge ebenfalls keinen minder schweren Fall mehr. Heraus kam unter dem Strich eine Strafe von einem Jahr und drei Monaten Haft, ausgesetzt zur Bewährung.

gut

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