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Rottach-Egern will nach Corona-Schock Prioritäten setzen 

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Von: Christina Jachert-Maier

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Rathaus Rottach-Egern mit adventlicher Beleuchtung.
Das Rottacher Rathaus ist in die Jahre gekommen. Die Sanierung wurde immer wieder auf die lange Bank geschoben. 2021 soll endlich etwas vorwärts gehen.  © tp

Was geht noch nach Corona? Das will Rottachs Bürgermeister Christian Köck mit dem Gemeinderat in einer Klausur erörtern, sobald Licht am Ende des Tunnels erscheint.  

Rottach-Egern – Die großen Punkte der Agenda für 2020 hat das Team im Rottacher Rathaus trotz Corona gut auf den Weg gebracht: Grundschule, sozialer Wohnungsbau in Ellmösl, Feuerwehrhaus. „Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, wir hätten Einschränkungen gehabt“, erklärt Bürgermeister Christian Köck (CSU). Außer ihm selbst fing sich kein Rathaus-Mitarbeiter das Virus ein, die Arbeit konnte wie gewohnt vonstattengehen. „Unsere Projekte haben wir zielstrebig verfolgt“, sagt Köck.

Aber es fehlten die großen Veranstaltungen, die vielen Feste, das Kulturelle, das ganze gesellschaftliche Leben. „Das ist ein sehr großer Verlust“, weiß Köck.

Das Rottacher Seeforum, Ort vieler Veranstaltungen, wurde im Corona-Jahr trotzdem dringend gebraucht. Nicht nur der Gemeinderat tagte dort, sondern auch der Kreistag. „So sind wir unbeabsichtigt zum Zentrum geworden, weil wir eben die Räumlichkeiten haben“, erklärt Köck. Im Haushalt 2020 gab’s keine Finanznot, die Mittel standen bereit. Aber die Krise wird sich aufs Gemeindesäckel auswirken. Wie stark, ist aktuell schwer abzuschätzen. Sobald die Pandemie es möglich mache, wolle er deshalb mit dem Gemeinderat 2021 in Klausur gehen, erklärt Köck. „Wir müssen für uns die Prioritäten herausfinden.“ Neues soll eher nicht auf die Liste der wichtigsten Dinge kommen. Aber es gebe „ein paar Sachen“, die immer wieder auf die lange Bank geschoben wurden und jetzt abgearbeitet werden müssten, meint der Bürgermeister. Dazu gehörten das Rathaus und die Kuranlage. Das müsse jetzt endlich angepackt werden: „Da kann Corona keine Ausrede sein.“

Aktuell läuft schon eine Machbarkeitsstudie zur Rathaus-Sanierung. „Wir müssen ermitteln, wie wir das Ganze angehen“, meint Köck. Zu tun gibt es viel. Das Gebäude ist nicht barrierefrei, frisst viel Energie und bietet nicht den nötigen Raum für eine zeitgemäße Verwaltungsarbeit. Dass dem Sitzungssaal eine ordentliche Lüftung fehlt, erwies sich mit Beginn der Pandemie als Problem. Auch der Brandschutz ist ein großes Thema.

Eine Sanierung muss im laufenden Betrieb erfolgen, aussiedeln kann die Verwaltung nicht. 2021 will Köck zumindest die Planung auf die Beine stellen.

So hart Corona den Tourismus-Ort Rottach-Egern trifft: Mit dem ganz großen Einbruch im Gemeindehaushalt rechnet Köck nicht: „Wir kommen ja aus dem Vollen, wir stehen noch gut da.“ Es werde nicht passieren, dass die Gemeinde nicht mehr in der Lage sei, marode Straßen auf Vordermann zu bringen, versichert Köck. Aber der Gemeinderat stehe in der Verantwortung, gut zu haushalten und Wunschzettel mit vorsichtig zu behandeln: „Es gilt, das richtige Maß zu finden.“

Der Jahreswechsel

ist Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und nach vorne zu schauen. Was war trotz der Corona-Pandemie möglich, was musste warten und wird nachgeholt? Wir haben uns in den Rathäusern umgehört.

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