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Ihr Job ist das Reden - und das Zuhören

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Neue Seelsorgerin im Tal
"Reden immer wichtiger geworden": Angelika Stauber (55) ist die neue Senioren-Seelsorgerin im Tal. © Andreas Leder

Tegernsee - Ihr Stelle wurde neu geschaffen: Angelika Stauber (55) betreut seit Anfang September als Seelsorgerin die Seniorenheime im Tegernseer Tal.

Alten Menschen gebühre Wertschätzung, sagt Angelika Stauber (55): „Sie verdienen viel Zeit von uns.“ Eine Überzeugung, die ihren neuen Job zur Herzensaufgabe werden lässt. Seit Beginn des Monats ist Pastoralreferentin Stauber als Seelsorge in den Seniorenheimen des Tegernseer Tal tätig.

Eine neu geschaffene Stelle, auf deren Einführung Monsignore Walter Waldschütz, Pfarrverbandsleiter in Tegernsee/Egern/Kreuth und Dekan, gedrängt hat. Es geht um die Betreuung der insgesamt rund 400 Bewohner der Villa Bruneck (Kreuth), des Seniorenzentrums Der Schwaighof (Tegernsee), der Seniorenresidenz Wallberg und des KWA Stifts Rupertihof (beide Rottach-Egern).

„Mir ist der persönliche Kontakt zu den Bewohnern wichtig“, meint Stauber. Dreimal die Woche fährt sie von ihrem Wohnort München an den Tegernsee, der Umfang ihrer Stelle beträgt 20 Stunden pro Woche.

Zu ihrem Aufgabengebiet gehören unter anderem Krankenbesuche, die Gestaltung von Gesprächskreisen, Sterbebegleitung und die Gestaltung von Wortgottesdiensten, Andachten und Meditationen. Ihre künftigen Wirkungsstätten hat Stauber schon bei einer Rundtour mit Pfarrer Waldschütz kennen gelernt. „Sehr familiär und auch gut vernetzt“, seien die Einrichtungen, so Stauber.

Erfahrung mit der Aufgabe als Seniorenseelsorgerin hat sie reichlich. Zuletzt war Stauber in dieser Funktion in einem Heim in Vaterstetten tätig. Zuvor war sie Klinikseelsorgerin und Kunsttherapeutin in psychiatrischen Fachkliniken. Die Kunst als Ausdrucksform bedeutet ihr viel, sie hat auch Kunsttherapie studiert. Aber der Glaube ist ihr wichtig.

„Religion ist in der Psychiatrie ja eher ein Tabu. Sie wird als krank machend empfunden.“ Darum wechselte Stauber nach zwölfjähriger Arbeit als Kunsttherapeutin 2002 wieder zum kirchlichen Dienst. „Mir ist auch das Reden immer wichtiger geworden.“ Und das Zuhören. „Das geht ja leider oft verloren."

Von Christina Jachert-Maier

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