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Einer von vier Laserstrahlen verbindet die Kirche Maria Himmelfahrt in Bad Wiessee (vorne) mit der Tegernseer Christuskirche. Das Lasernetz wurde von der Firma ACLS-Laser umgesetzt. 

Aktion zum Jubiläum 

125 Jahre Christuskirche: Laser machen am Tegernsee Netzwerk sichtbar

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Dass Kirche verbindet, wird am Tegernseer per Laser sichtbar.  Zum 125-jährigen Bestehen der evangelischen Christuskirche hat sich Pfarrer Martin Weber etwas Besonderes ausgedacht.

Tegernsee Es ist ein beredtes Bild, das der evangelische Pfarrer Martin Weber derzeit an den Himmel zeichnet. Im Mittelpunkt steht die Christuskirche, von deren Turm aus sich vier grüne Laserstrahlen über dem Tal ausdehnen. Sie verbinden die Christuskirche mit der katholischen Pfarrkirche Tegernsee – als sowohl ökumenisches als auch historisches Zeichen, dass zusammenwächst, was zusammengehört. Schließlich ist die evangelische Kirchengemeinde vor 125 Jahren aus dem Schloss beziehungsweise der Verbindung zwischen dem katholischen König Max I. Joseph und der evangelischen Königin Karoline hervorgegangen.

„Der zweite Laserstrahl verbindet unsere Kirche mit den Rathaus Tegernsee, weil wir uns in gemeinsamer Partnerschaft für die Menschen einsetzen“, erklärt Pfarrer Weber. Ein weiterer Laserstrahl reicht über den See zur katholischen Kirche Maria Himmelfahrt als „Zeichen dafür, dass wir im Tal zusammengehören und auch über den See hinweg zusammen leben und wirken“.

125-jähriges Bestehen der evangelischen Christuskirche: Wohin die Strahlen zeigen 

Im Grunde müssten in diesem Sinne auch Strahlen zu den evangelischen Kirchen in Gmund, Bad Wiessee, Rottach-Egern und Kreuth gehen, denn alle vier Kirchengemeinden gingen aus der ersten evangelischen Gemeinde in Tegernsee hervor. Die Friedenskirche in Bad Wiessee entstand 1937 unter anderem wegen der Bemühungen des protestantischen Jodschwefelbad-Gründers und -betreibers Adrian Stoop, dessen Badegäste auch während ihrer Kur theologisch betreut werden wollten. Für die Erlöserkirche in Gmund legten der Papierfabrik-Besitzer Arthur Carl Haug, sein Schwiegersohn Pfarrer Heller und ihr Kirchbauverein 1952 den Grundstein, sodass auch die evangelischen Fabrikarbeiter ein theologisches Zuhause finden konnten. Die Auferstehungskirche Rottach-Egern wurde nach dem Zweiten Weltkrieg erbaut, als eine große Menge Protestanten – vor allem aus den Ostgebieten – an den Tegernsee kamen und hier vor allem in Rottach-Egern, Weißach und Kreuth lebten.

Da diese in der Tegernseer Christuskirche keinen Platz mehr fanden, gründete Pfarrer Werner Naumann 1952 einen Kirchbauverein in Rottach-Egern. Drei Jahre später wurde das von Olaf Andreas Gulbransson erbaute Kleinod eingeweiht. Die Emmaus-Kirche in Kreuth entstand – ebenfalls nach der Gründung eines Kirchbauvereins – erst 1956, nicht zuletzt aus der Notwendigkeit einer evangelisch-lutherischen Betreuung für die vielen Versehrten, Erkrankten und Sterbenden in der Krankenanstalt Dr. May heraus.

Besondere Botschaft zum 125-jährigen Bestehen der evangelischen Christuskirche

Der vierte Laserstrahl verbindet die Christuskirche mit dem Hotel Westerhof, da die Kirche mit ihren Angeboten wie Hochzeiten, Taufen und Konfirmationen auch einen wichtigen Beitrag für den Tourismus, die Gastronomie und die Hotellerie leistet. Freilich müssten noch weitere Laserstrahlen die Kinderkrippen in Rottach-Egern, in Bad Wiessee und in Tegernsee an der Hochfeldstraße und der Max-Josef-Straße, die beiden Kinderhorte in Bad Wiessee und Tegernsee, die offene Ganztagsschule an der Realschule Tegernseer Tal in Gmund und die Nachbarschaftshilfe Tegernseer Tal mit der Christuskirche verbinden, unter deren Leitung sie arbeiten. „Aber das Lasernetz in der liturgischen Farbe Grün als Zeichen der Hoffnung wird auch so die Botschaft transportieren, dass wir auch weiter für alle, die hier im Tal leben oder es besuchen, gemeinsam auf dem Weg sind“, glaubt Pfarrer Weber. Es gehe vor allem darum, die vielen Verbindungen einmal symbolisch sichtbar werden zu lassen. „Denn dieses Miteinander ist unser historisches Erbe und unser zukünftiger Auftrag.“

Die Laser-Aktion

Bis zur Jubiläumsfeier am Montag, 7. Oktober, werden die Laserstrahlen allabendlich die Evangelische Christuskirche mit ihren Partnern verbinden.

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