Den Gottesdienst feierten (v.l.) Pastoralreferentin Maria Thanbichler, Christoph Huber und Walter Waldschütz mit den Besuchern.  Foto: privat
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Den Gottesdienst feierten (v.l.) Pastoralreferentin Maria Thanbichler, Christoph Huber und Walter Waldschütz mit den Besuchern.

Rückschau auf Hilfsprojekt bei Festgottesdienst in Tegernseer Kirche

30 Jahre Kinderdorf: Zum Jubiläum eine Videobotschaft aus Argentinien

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Seit 30 Jahren kümmert sich der Tegernseer Pfarrer Walter Waldschütz um ein Kinderdorf in Argentinien. Zum Jubiläum gab‘s einen Festgottesdienst - und Grüße aus Argentinien

Tegernsee – Eine kleine Hütte und ein Grundstück in Puerto Rico, Argentinien: Das war das Geschenk eines Ehepaars an die dortige Kolpingfamilie vor 31 Jahren. Das Präsent sollte dem Zweck dienen, Kindern, deren Eltern sich nicht kümmern können, ein Zuhause zu geben. Wenige Monate später fasste ein Pfarrer aus Deutschland sich ein Herz und machte die Hilfe für Kinder in einem Land, in dem es wenig bis keine Unterstützung für Benachteiligte gibt, zu seinem Projekt. Vor jetzt 30 Jahren nahm Walter Waldschütz die Dinge in die Hand, wenig später wurde das erste Haus im Kinderdorf Hogar Jesus Nino gebaut.

Videobotschaft aus Argentinien

Das Jubiläum wurde jetzt bei einem Gottesdienst in der Tegernseer Kirche St. Quirinus gefeiert. „Eigentlich hätte es ein Fest geben sollen“, meint Monsignore Waldschütz. Doch weil dies wegen Corona nicht möglich ist, beließ es der Missionskreis bei einem feierlichen Gottesdienst. Die Predigt hielt Christoph Huber, Diözesan- und Landespräses von Kolping. In einer Videobotschaft schickte Kinderdorf-Leiter Raimundo Hillebrand viele Eindrücke vom Kinderdorf und ein großes Dankeschön an den Tegernsee.

Zuhause für 32 Kinder und Jugendliche

Eine bunte Feier mit Musik und vielen Menschen hat es ohnehin schon 2019 gegeben. Wie berichtet, reiste Waldschütz im vergangenen Jahr mit vielen Begleitern nach Argentinien, um das Jubiläum zu feiern. Man machte es am Datum der Grundstücksübergabe fest. Dabei habe er erstmals auch die Schenker kennengelernt, berichtet Waldschütz: „Das ist ein sehr sozial eingestelltes Ehepaar aus Buenos Aires.“ Es sah mit Freude, was die Kolpingfamilie mit Pfarrer Waldschütz und vielen Unterstützern geschaffen hat. Heute leben im Kinderdorf 32 Mädchen und Buben in insgesamt fünf Häusern. Offizielle Trägerin ist die Kolpingfamilie von Puerto Rico, unterstützt wird die Einrichtung von der Pfarrer-Walter-Waldschütz-Stiftung.

Freiwilligenprogramm liegt wegen Corona auf Eis

Von Anbeginn halfen Missionare auf Zeit, junge Freiwillige, als Betreuer mit. Die Pandemie hat das Programm jedoch auf Eis gelegt. Ende März holte die Waldschütz-Stiftung fünf junge Leute – auch aus dem Tegernseer Tal – zurück. Aktuell ist wegen Corona keine Einreise nach Argentinien möglich. „Wir haben fünf Bewerbungen, aber wir können noch gar nicht planen“, meint Waldschütz.

Beim Festgottesdienst bekundete Bürgermeister Johannes Hagn seine Hochachtung für das Projekt. Waldschütz habe viele Menschen dafür gewonnen, Kindern eine gute Zukunft zu ermöglichen. Die Hilfe zur Selbsthilfe, die in den Menschen und seine Bildung investiere, sei die beste Grundlage, um den Kindern und dem Land zu helfen. Mitgebracht hatte Hagn eine Spende des örtlichen E-Werks: 1000 Euro. Die Ulli und Uwe Kai-Stiftung gab 5000 Euro zum Jubiläum – und nicht nur das. Die Stiftung des – verstorbenen – Tegernseer Ehepaars Kai hat vor elf Jahren im Kinderdorf ein Jugendhaus errichten lassen und finanziert seitdem auch dessen Unterhalt. Größten Dank sagte Waldschütz allen Unterstützern des Kinderdorfs. Ein großer Förderer ist auch der Kolpingbezirksvorsitzende Franz Späth: Er war der erste Missionar auf Zeit und hat in seinem Engagement nie nachgelassen.  

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