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Da schau her: Auf Airbnb bieten inzwischen auch einige Tal-Bewohner ihr Domizil als Unterkunft an – darunter sogar manch prominentere Persönlichkeit. 

TTT skeptisch: „Vermieter sollten überlegen, wie viele Portale sie pflegen wollen“

Airbnb am Tegernsee: Darauf müssen Vermieter achten

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Tegernseer Tal – Nicht nur in Großstädten auch am Tegernsee wird Airbnb immer beliebter - für Gäste und Vermieter. Die TTT ist skeptisch. Dabei mischt ihr Ex-Chef fleißig mit.

Seine vier Wände auf Vermietungsportalen wie Airbnb anzubieten, ist angesagt – selbst bei Top-Touristikern: Wie ein Klick ins Internet beweist, vergibt sogar der Ex-TTT-Chef Stephan Köhl sein 100-Quadratmeter-Refugium in einem Bauernhaus am Tegernsee auf diese Art und Weise. Vorübergehend richtig wohnen, inmitten persönlicher Gegenstände des Vermieters, in gemütlicher Privatsphäre. Wohnen, wo Köhl wohnt.

Airbnb: Die englische Abkürzung BnB bedeutet Bed’n’Breakfast – Zimmer und Frühstück. Air-bed heißt Luftmatratze und war von der kalifornischen Firma als Botschaft gedacht, nicht zu viel Luxus, dafür aber eine billige Vermietung zu erwarten.

Noch wenig Angebote am Tegernsee

Am Tegernsee hält sich das Angebot des Branchen-Strebers aktuell noch in Grenzen: Zehn Wohnungen und Häuser sind es in der Stadt Tegernsee, ebenso viele in Rottach-Egern, jeweils vier in Gmund, Bad Wiessee und Kreuth, drei in Waakirchen. Das Preisniveau ist unterschiedlich und reicht von 65 Euro pro Nacht in Tegernsee („fünf Minuten von Bräustüberl und Seesauna entfernt“) bis zur Ferienvilla in Rottach-Egern für 278 Euro und ein 360-Euro-Angebot für ein Haus in Gmund mit drei Wohnzimmern.

Vermietung über Airbnb, wo es doch so viele Makler gibt? Für die ist die tageweise Vermietung meist kein Thema. „Zu aufwendig“, „nicht im Interesse der Kunden“, heißt es bei Wohnen im Tal oder Tegernseer Grund. Lediglich bei der TraumRealitäten GmbH in Tegernsee wird aktuell eine Dach-Terrassenwohnung angepriesen – für 205 Euro am Tag.

Airbnb - eine Alternative für die Zweitwohnung?

Airbnb, eine Alternative für oft lange leer stehende Zweitwohnungen, von denen es am Tegernsee immer mehr gibt? „Ich muss gestehen, ich hatte mit dem Thema noch keine Berührung“, sagt Rottachs Bürgermeister Christian Köck. Die TTT hingegen schon. Es sei schon immer so, dass Portale wie Pilze aus dem Boden schießen und auch wieder verschwinden, bewertet Petra Berger von der TTT die Lage. „Wir haben aber ein Auge darauf“. Die TTT ist ohnehin bemüht, das Betten-Angebot im Internet zu erhöhen. „Von den 452 kleineren Einheiten sind 44 Prozent derzeit online buchbar“, sagt Berger. „Da ist Luft nach oben.“ 

TTT verfolgt eigenes Produkt

Daher habe die TTT zusammen mit dem Kommunalunternehmen Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS) die Initiative „einfach buchen“ gestartet. Im Rahmen des Konzepts werden Experten ausgebildet, die in den Tourist-Infos Gastgebern bei Fragen rund um das Buchungssystem im-web zur Verfügung stehen. Im-web ist ein Buchungssystem, an das eine Vielzahl webbasierter und leistungsstarker Vertriebskanäle wie HRS, casamundo, HolidayCheck, BestFewo oder e-domizil angeschlossen sind. „Ein Premiumvertriebskonzept“, sagt Petra Berger. „Mit zügigen Schritten“ sei die TTT zudem dabei, auch Booking.com einzubinden.

Fehlen die Airbnb-Wohnungen nicht dem offiziellen Angebot, das die TTT gerne anbieten möchte? Berger: „Jeder Vermieter sollte sich schon überlegen, wie viele Portale er pflegen möchte.“

Achtung: Jede Buchung muss gemeldet werden

Stellt sich die Frage nach den Abgaben, die Vermieter zu entrichten haben – auch die über Airbnb. „Jeder Vermieter muss einen Kurbeitrag abführen. Zwei Euro pro Erwachsener, ein Euro pro Kind bis 15 Jahre“, erklärt Berger. Jeder Vermieter sei gut beraten, diese Abgabe auch zu zahlen. Schließlich könne der Gast nur bei einer korrekten Anmeldung von den Ermäßigungen der Tegernsee-Card profitieren. 

Die Kontrolle dieser „Meldescheine“ ist Sache der Gemeinden. „Wir in Gmund und auch andere Tal-Gemeinden haben gerade erst eine kommunale Dienstleistungsgesellschaft beauftragt, die Kontrollen regelmäßig durchzuführen“, erklärt der Gmunder Kämmerer Georg Glas. Schwarzen Schafen drohen erst Abmahnungen, dann Bußgelder zwischen 500 und 2000 Euro. Zudem müssten Mieteinnahmen versteuert werden.

Viele Fakten, viele Regeln – Ex-Tourismuschef Köhl wird sie gewiss berücksichtigen.

gr

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