Stau auf der Bundesstraße bei Warngau.
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Reger Ausflugsverkehr: Künftig soll der Ausflugsticker mittels Sensortechnik Live-Daten zum Verkehrsgeschehen liefern.

Ministerium sichert Förderung zu

Nach Aiwanger-Versprechen: Halbe Million soll Ausflugsticker anschieben - „Neues Zeitalter“ für Lenkung

  • Jonas Napiletzki
    VonJonas Napiletzki
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Die digitale Besucherlenkung im Landkreis Miesbach „startet in ein neues Zeitalter“ – das verspricht Wirtschafts- und Tourismusminister Huber Aiwanger (FW) in einer Mitteilung.

Landkreis – Der Grund für die Euphorie: Das Ministerium „fördert das Projekt Smarte Tourismus Region (STR) im Landkreis Miesbach bis Ende 2023 mit bis zu 464 000 Euro“, schreibt ein Ministeriumssprecher. Das Geld wird dringend benötigt – eigentlich hätte das Zeitalter schon früher anbrechen sollen.

Wie berichtet hatte der oberbayernweite Ausflugsticker der Bayern Tourismus Marketing GmbH den der Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) im März dieses Jahres abgelöst. „Zu früh“, befand ATS-Mitarbeiter Tim Coldewey im jüngsten Gespräch mit unserer Zeitung. Denn: Geld für Sensortechnik, um den Ticker zu füllen, wurde vom Ministerium erst zwei Monate nach dem Ticker-Start versprochen. Weitere vier Monate später soll es nun tatsächlich fließen.

Ausflugsticker: Sensordaten kommen wohl frühestens 2022 - EU-weite Ausschreibung läuft

Thorsten Schär, Geschäftsleiter der ATS, bremst jedoch vorschnelle Erwartungen. Er erklärt: „Wir fangen jetzt mit dem Ausschreiben an.“ Aufgrund des Volumens werden die Aufträge EU-weit ausgeschrieben. „Wir hoffen, dass erste Ergebnisse im Jahr 2022 oder spätestens 2023 sichtbar werden.“

In der Sache muten die Worte des Wirtschaftsministeriums aber vielversprechend futuristisch an. „Künstliche Intelligenz“ etwa, „Digital Screens“ und „Echtzeitdaten aus Sensorik und weiteren Frequenzdaten“ sieht das Ministerium als Ziel des STR-Projekts. Schär selbst sieht die Pläne als Ergänzung zum geplanten Anschluss des Verkehrsinformationssystems „BayernInfo“ an den Ticker. Denn: „Wir bekommen in der gleichen Sache unterschiedliche Verkehrsdaten, die sich gegenseitig verifizieren.“

Schär betont jedoch, er spreche nur stellvertretend für Holger Wernet, der als Projektleiter für Digitalisierung für die ATS arbeitet. Wernet sei seit einem Jahr mit dem STR-Projekt betraut. „Wir haben uns proaktiv ans Ministerium gewandt“, erklärt Schär.
Mit dem in Aussicht gestellten Fördergeld würde die ATS den möglichen Höchstsatz ausschöpfen, sagt der Geschäftsleiter. „Wir gehen davon aus, dass wir den Betrag komplett verwenden werden.“ Die Summe ermögliche einen tollen Start in den Bereich der Sensorik. Aber: „Wir könnten auch das Zehnfache ausgeben“, sagt Schär.

ATS plant derzeit die Standort für Verkehrszählung - auch Parkautomaten könnten helfen

Jetzt gelte es, sich genaue Gedanken darüber zu machen, wo die Sensoren angebracht werden. „Wir wollen Verkehrsströme im fließenden Verkehr und die Auslastung von Parkplätzen messen.“ Möglichst flächendeckend. „Und auch der Naturraum soll erfasst werden.“ Darunter versteht Schär die vom Ministerium angekündigten Frequenzdaten. Künstliche Intelligenz soll die Daten anschließend nicht nur aufbereiten; die Algorithmen sollen auch dazulernen.

Digital Screens – etwa Parkleitsysteme oder andere digitale Tafeln – könnten die Informationen der Sensortechnik ergänzend zum Ausflugsticker ausspielen. Auch Navigationsgeräte oder Verkehrsfunk könnten Daten erhalten. „Wichtig ist auch, vorhandene Technik zu nutzen“, sagt Schär. So seien Parkautomaten teils in der Lage, Daten zu liefern. Auslastung, Prognosen und Vorschläge sind das Ziel.

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