Auf dieser Wiese (r.), wo bis 2019 das Café Bergschwalbe stand, soll das Almdorf errichtet werden.
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Auf dieser Wiese (r.), wo bis 2019 das Café Bergschwalbe stand, soll das Almdorf errichtet werden.

In geplantes Hotelprojekt in Tegernsee kommt wieder Bewegung

Almdorf: Baubeginn für Herbst angekündigt

  • Gerti Reichl
    VonGerti Reichl
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Das geplante Almdorf wird als Teil des Hotel-Booms gehandelt, der am Tegernsee bevorsteht. 2012 war erstmals die Rede davon. Das Projekt gilt als genehmigt, doch angepackt wurde es bisher nicht. Jetzt kündigt Projektentwickler Rainer Leidecker den Baubeginn für Herbst an.

Tegernsee – Seit die Pläne für das Almdorf im August 2012 erstmals präsentiert wurden, umgeben höchst unterschiedliche Emotionen und Fakten das Projekt. Sie reichen von Begeisterung des damaligen Stadtrats („Genau das, was Tegernsee als Mittel gegen den Bettenschwund braucht“, „Imagegewinn“) bis zu herber Kritik und Ablehnung („Heidi-Land am Fuße der Neureuth“). Der umstrittenen Herausnahme der 4500 Quadratmeter großen Fläche zwischen Kohlhauf-Hof und Neureuthparkplatz aus dem Landschaftsschutzgebiet folgte eine Petition im Landtag. Sie scheiterte jedoch, und die Wege wurden geebnet.

Pläne für Almdorf in Tegernsee: Genehmigungen liegen vor

Der Bebauungsplan wurde rechtskräftig, am 22. September 2016, so das Landratsamt, auch der Bauantrag. Doch ins Rollen kam das Projekt, das von Rainer Leidecker mit der Tegernseer Ernst Tengelmann Projekt GmbH und dem Neuhauser Architekten Johannes Wegmann entwickelt wurde, bisher nicht. Im Dezember 2019 allerdings wurde mit dem Abriss des ehemaligen Cafés Bergschwalbe, deren Besitzer den Grund auf Erbpacht abgaben, ein Zeichen gesetzt. Hoffnung auf baldigen Baubeginn flammte auf, geschürt von Rainer Leidecker selbst. Doch wieder tat sich nichts, vermutlich, weil Leidecker mit einem anderen Großprojekt alle Hände voll zu tun hatte – der Seeperle an der Rottacher Seestraße, die er erfolgreich an die Bremer Zech-Gruppe für deren Severin’s Resort & Spa übergab.

Während weitere Hotel-Großprojekte allmählich in die Spur kommen (Egerner Höfe, Bachmair am See, Severin’s in Rottach-Egern, Strüngmann-Hotel, Barefoot-Hotel Til Schweiger in Bad Wiessee, Wildbad Kreuth, Westerhof und Marriott Boutique-Hotel in Tegernsee) ist zuletzt der Zweifel an der Verwirklichung des Almdorfs gewachsen. Dazu beigetragen hat wohl, dass Leidecker bisher keinen Betreiber präsentieren konnte für sein Projekt: Ein Urlaubsdorf mit sieben Almhütten und zwei großen Höfen an einem Teich und einer Tiefgarage.

Almdorf in Tegernsee: Kleine Änderungen und Baubeginn angekündigt

Am Rande der jüngsten Tegernseer Bauausschuss-Sitzung hakte Grünen-Stadtrat Marcus Staudacher nach, er äußerte Zweifel an der Realisierung. Bauamtsleiterin Bettina Koch wusste von „kleinen Änderungen“, die in der Juli-Sitzung zur Debatte stehen sollen. Im Herbst sei der Baubeginn geplant, so der Wissensstand der Verwaltung. Dies hat Leidecker auf Nachfrage unserer Zeitung so bestätigt.

Zur Frage, wie lange die Baugenehmigung ihre Gültigkeit behält, antwortet das Landratsamt so: Genehmigte Bauanträge behalten ihre Gültigkeit für vier Jahre. Im Fall des Almdorfs sei ein Änderungsbescheid für den 3. September 2018 erlassen worden, gültig bis zum Baubeginn. Dieser sei dem Landratsamt am 18. November 2019 angezeigt worden. Mit dem Baubeginn kann nur der Abbruch der Bergschwalbe gemeint sein. Ob der tatsächliche Bau im Herbst folgt, wird sich zeigen.

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