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Geplantes Almdorf in Tegernsee: Änderungswünsche auf dem Prüfstand

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Von: Gerti Reichl

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Genehmigt ist das Almdorf bereits – jetzt haben die Planer aber Änderungswünsche gestellt, unter anderem eine zweite Zufahrt zur Tiefgarage und ein Pool statt des Badeteichs.
Genehmigt ist das Almdorf bereits – jetzt haben die Planer aber Änderungswünsche gestellt, unter anderem eine zweite Zufahrt zur Tiefgarage und einen Pool statt des Badeteichs. © Tegernseer Grund Immobilien GmbH

Seit fast zehn Jahren beschäftigen Pläne für das Almdorf in Tegernsee die Behörden, das Projekt gilt bereits als genehmigt. Jetzt haben die Entwickler erneut Änderungswünsche vorgelegt.

Tegernsee – Es waren 19 Änderungswünsche, die Bauamtsleiterin Bettina Koch den Mitgliedern des Tegernseer Bauausschusses erläuterte. Weil Tegernsee erstmals eine Hybrid-Sitzung testete, waren auch interessierte Stadträte zugeschaltet. Sie erfuhren von der gewünschten Verlegung der Tiefgaragenzufahrt in den nördlichen Teil des von einem Bebauungsplan umschlossenen Bereichs; von der Schaffung von Personalwohnungen; vom Verzicht auf Veranstaltungssäle und der Umwandlung von Gastrobereich in Zimmer und Suiten; von einem Pool statt eines Badeteichs; der Neusituierung einiger Almhäuser, die teils mit Keller, teils mit Außentreppen ergänzt werden sollen und vor allem von einer zweiten Tiefgaragenebene. Und: Statt 76 Betten in 16 Wohneinheiten, sind nun 85 Betten in 21 Wohneinheiten geplant. Die Tiefgarage soll 61 statt 43 Plätze umfassen, oberirdisch sind sechs statt fünf Stellplätze geplant.

Wegen Änderungswünschen: Verträge müssen angepasst werden

Im Vorfeld hatte sich die Verwaltung mit ihrem Anwalt beraten. Der hält es für nötig, dass der Durchführungsvertrag angepasst und der Vorhaben- und Erschließungsvertrag geändert werden. Weil für die neue Tiefgaragenzufahrt die Grenzen des Bebauungsplans überschritten werden und diese Fläche teilweise im Außenbereich liegt, müsse das Landratsamt zustimmen. Die Erhöhung der Bettenzahl hält die Verwaltung für unproblematisch, allerdings sei die Auswirkung auf Verkehr und Lärm noch zu prüfen. Auch ist die Verwaltung der Meinung, dass der Bebauungsplan Almdorf keine Auswirkungen auf den Bebauungsplan des Westerhofs hat. Bekanntlich wird auch dort eine neue Hotelanlage geplant.

Grünen-Gemeinderat gefällt Swimmingpool im „Heidi-Dorf“ nicht

Die Reaktionen der Stadträte fielen unterschiedlich aus. Marcus Staudacher (Grüne) hielt das Versiegeln von 4500 Quadratmetern Fläche für kritisch, vor allem in Hinblick auf die Versickerungsmöglichkeit bei Starkregen. „Eine zweigeschossige Tiefgarage macht das nicht besser“, so Staudacher, der sich zudem nicht mit einem Swimmingpool in einem „Heidi-Dorf“ anfreunden konnte und ein Modell wünschte, um sich ein Bild vom Höhenprofil machen zu können.

Stadträte äußern Bedenken wegen Tiefgarage

Auch Rudolf Gritsch (CSU) hatte Bedenken in Sachen Tiefgarage und forderte ein geologisches Gutachten. Vize-Bürgermeister Michael Bourjau (FWG) sah keinen Sinn darin, grundsätzlich über das Almdorf zu diskutieren, zumal es bereits genehmigt sei. Die oberirdischen Verbesserungen könne er aus Sicht des Bauherrn nachvollziehen, er müsse es schließlich wirtschaftlich betreiben. „Bezüglich der Tiefgarage müssen wir aber Sicherheit schaffen“, forderte Bourjau, der zudem eine intensive Betrachtung des Durchführungsvertrags wünschte. Seine Befürchtung, dass die Almhäuser als Einzelobjekte verkauft werden, sollte das Objekt nicht wirtschaftlich sein, wies Koch mit Blick auf Verträge zurück. „Er ist also verdammt dazu, es zu betreiben“, folgerte Bourjau. „Oder es abzureißen“, fügte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) hinzu.

Lesen Sie hier: Almdorf: Baubeginn für Herbst angekündigt

Günter Allerstorfer (CSU) hielt die Erhöhung der Bettenzahl für vertretbar, sah aber inzwischen eher ein Almhotel als ein Almdorf. Thomas Mandl (SPD) bedauerte, dass Gastrobereich in Wohnraum umgewandelt werde und kein Hofladen mehr vorgesehen sei. Peter Hollerauer (FWG) gestand: „Als offizieller Gegner des Gesamtprojekts tue ich mir schwer, irgendeiner Veränderung zuzustimmen.“ Dennoch forderte er wie seine Kollegen eine geologische Prüfung.

Bauausschuss fordert Prüfung von hydrologischen und geologischen Fragen

Am Ende sprach der Ausschuss einstimmig folgende Empfehlung für den Stadtrat aus, der sich nach der Sommerpause erneut mit dem Vorhaben befassen wird: Hydrologische und geologische Fragen hinsichtlich der Tiefgarage müssen geprüft werden. Statt eines Pools wird ein Natur-Schwimmteich gewünscht, auch um eine Stellungnahme wird gebeten, warum der Gastrobereich verkleinert wird.

gr

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