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Beliebte Foto- aber auch Filmkulisse: Tegernsee mit Wallberg von Kaltenbrunn aus.

Am Dienstag wurde der Preis für den „Drehort des Jahres 2016“ verliehen

Wir sind das bayerische Hollywood 2016!

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Wir haben uns gegenüber 70 anderen Regionen durchgesetzt: Nirgendwo dreht es sich so schön, wie an Schliersee und Tegernsee, findet nicht nur die Bayerische Wirtschaftsministerin. So war die Preisverleihung:

„Jetzt nehmt’s eich amal ned ganz so wichtig.“ Mit diesen Worten unterbrach ein Dorfbewohner dereinst die Dreharbeiten zur legendären Lausbubenkomödie „Wer früher stirbt ist länger tot“. Der Herr platzte mitten in die perfekt aufgebaute Dorfplatzszene, für die Schauspieler, das Kamerateam und der ganze Rest schon Gewehr bei Fuß standen, drängte sich ungeniert durch und ließ einen verdutzten Marcus H. Rosenmüller zurück.

So etwas kann einem auch nur in Bayern passieren. Da Rosenmüller, der Regisseur, selbst in Tegernsee geboren wurde, in Hausham aufwuchs und in Miesbach zur Schule ging, spricht er nicht nur Bairisch – er versteht es auch. Der Kommentar des Szenendränglers ist ihm im Gedächtnis geblieben. „Dreharbeiten, das muss immer ein Miteinander mit den Leuten im Ort, in der Region sein“, sagt er heute. Dieses Miteinander zwischen Filmwirtschaft und Einwohnern läuft in der Alpenregion Tegernsee-Schliersee offenbar besonders gut. Es läuft sogar so gut, dass die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) das Gebiet nun als „Drehort des Jahres 2016“ ausgezeichnet hat.

„Die Region bietet unglaubliche Landschaften“, schwärmt Aigner. „Die Täler, Seen und Berge laden förmlich dazu ein, dort zu drehen.“ Doch geht es freilich nicht nur um Schönheit, sondern auch um wirtschaftliche Fakten. Ein Filmdreh bringt Geld in die Gegend – in Form von Übernachtungen, Raummieten, Verpflegungskosten und dem Bedarf an Komparsen. Wird der Film oder die Serie kommerziell erfolgreich, locken die Drehorte wiederum Touristen an, die die Szenerien im Original bewundern möchten.

„Dreharbeiten schaffen Arbeitsplätze“, fasst Klaus Schaefer vom Film-Fernseh-Fonds Bayern zusammen. Der Fonds hat mit der Bayern Tourismus Marketing GmbH die Initiative „Filmkulisse Bayern“ ins Leben gerufen. Diese wiederum vergibt den Drehortpreis. 2015 wurde er erstmals verliehen – damals an die Stadt Nürnberg. Der aktuelle Sieger, die Alpenregion Tegernsee-Schliersee, wurde heuer unter knapp 70 Drehorten in Bayern ausgewählt. Eine dreiköpfige Jury aus den Bereichen Film und Tourismus hat darüber entschieden. Voraussetzung für die Aufnahme in den Pool der Aspiranten ist: Am entsprechenden Ort muss im betreffenden Jahr gefilmt werden.

Dass heuer die Gegend um Schliersee und Tegernsee siegte, lag an deren professionellem Auftreten. Die gesamte Region sei Dreharbeiten gegenüber sehr aufgeschlossen, lobte die Jury. Den Teams werde schnell und kompetent geholfen. Gefilmt wurde und wird heuer vor allem in Bayrischzell. Christian Petzolds „Polizeiruf 110: Wölfe“ entstand dort, aktuell wird zudem am Mystery-Thriller „Im Nesseltal“ und an der Fernsehserie „Fünf vor Zwölf“ gearbeitet. Zu den berühmtesten Werken, die jemals in dem Gebiet gedreht wurden, zählen „Was machen Frauen morgens um halb vier?“ mit Brigitte Hobmeier, die Neunzigerjahre-Fernsehserie „Ein Bayer auf Rügen“ mit Wolfgang Fierek und natürlich Rosenmüllers „Wer früher stirbt ist länger tot“.

Das sagt Rosenmüller:

Da er aus der Gegend stammt, durfte der Regisseur nun auch statt der verhinderten Veronica Ferres die Laudatio auf seine Heimatregion halten. Ausführlich schilderte Rosenmüller, wie schwierig es früher war, auf dem bayerischen Land eine Drehgenehmigung zu erhalten. „Man sah eine Wiese, sprach einen Bauern an, ob man da drehen könnte. Der sah das Münchner Nummernschild an unserem Auto, schaute skeptisch und meinte: ,Woaß I ned, hob grad kei Zeit.‘“ 

Heute ist das an Tegernsee und Schliersee ganz anders. Eine Homepage liefert Filmschaffenden konkrete Ansprechpartner für ihre Belange, listet den Teams die schönsten möglichen Drehorte auf und vergisst auch das Publikum nicht: Für Kinofans gibt es eine Radltour auf den Spuren ihrer bayerischen Lieblingsfilme.

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