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Das Motiv von Hund und Herrchen würde sich nach Ansicht von Rudolf Elhardt gut für die Ampel an der Brauerei eignen.

Vorschlag von Buchautor

Umstrittene Idee für Ampel vor Bräustüberl: Buzi und Herrchen statt Männchen?

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In Mainz leuchten die Mainzelmännchen an der Ampel. Für Tegernsee hat Rudolf Elhardt eine Idee ins Spiel gebracht: Das „Hundsviech Buzi“ und sein Herrchen.

Tegernsee/Rottach-Egern – Ampelmänner jeglicher Couleur machen immer wieder von sich reden. Ob die Klassiker aus der ehemaligen DDR oder die Newcomer wie Martin Luther, den die Stadt Worms auf eine Ampel hob und mit dem Luther-Zitat „Hier stehe ich und kann nicht anders“ versah. Karl Marx ziert Ampeln in Trier, die Stadt Emden wünscht sich aktuell die Ottifanten von Otto Waalkes auf ihren Lichtzeichenanlagen. Auch die Gender- und Gleichstellungs-Debatte hat vor Ampeln nicht Halt gemacht, wie man beispielsweise an München sieht: Dort regeln am Christopher Street Day Homo-Pärchen mit Herzchen den Verkehr.

Dass Bewegung in die deutsche Ampelmann-Landschaft kommt, machte Autor Rudolf Elhardt aus Rottach-Egern zum Thema eines Büchleins mit 44 Seiten. Der ehemalige Hochschuldozent für Pädagogik und Vizebürgermeister im nordrhein-westfälischen Siegen hat ein Faible für Randthemen und holt diese regelmäßig mit seinen Publikationen aus ihrem Schattendasein.

Bei den Recherchen fiel ihm auf, dass es in Sachen Ampelmänner keine generelle bundesweite Regelung gibt. Und dass es vom Typus der Straße abhängt, wer über das Design an einer Fußgängerampel entscheidet – die kommunalen Gremien oder das zuständige Straßenbauamt. Wichtig ist überall die optische Umsetzung. Ampel-Sondermotive sollen markant und vor allem groß genug sein, um das gesamte Motiv erkennen zu lassen.

Ein positives Beispiel seien die Mainzelmännchen des ZDF in Mainz oder das Beethoven-Konterfei in Bonn, meint Elhardt. „Der Buzi und sein Herrchen würden sich sehr gut als Ampelmann auf der Lichtanlage zwischen Tegernseer Friedhof und Brauerei machen“, ist Bräustüberl-Fan Elhardt überzeugt.

Das Fresko des Bayern mit Schmerbauch, der nach seinem Hund pfeift, ist ein Werk des Künstlers Emil Kneiß und bekanntermaßen seit 1935 auf einer Wand im Tegernseer Bräustüberl zu finden. Es ziert als Markenzeichen des Bräustüberls und der Herzoglichen Brauerei auch Bierdeckel, Etiketten, Senftüten, Heißluftballone und Fahrzeuge. Beim Herzoglichen Haus liegen seit den 1960er Jahren die Rechte für den Buzimann.

Seine Idee vom Tegernseer Buzi-Ampelmann hat Elhardt bei den zuständigen Stellen zur Diskussion gestellt. Vom Staatlichen Bauamt Rosenheim hat er einen abschlägigen Bescheid erhalten. Die Behörde steht dem Buzi-Ampelmann aus zwei Gründen ablehnend gegenüber: Zum einen befürchtet sie eine Urheberrechtsverletzung. Zum anderen hat sie angesichts der Gender-Debatte Bedenken: Ampelmänner sollten tunlichst geschlechtsneutral sein.

„Verkehrsrechtlich sind das allerdings keine Einwände“, kommentiert Elhardt das Schreiben der Behörde. Damit liege es nun an der Stadt Tegernsee und der Herzoglichen Brauerei, beziehungsweise dem Bräustüberl, ob der Buzi-Mann noch Karriere als Ampel-Mann macht – oder nicht.

Meinungen zur Idee vom Buzi-Ampelmännchen vor Bräustüberl am Tegernsee

Peter Hubert, Wirt des Bräustüberls:

„Die Idee, den Buzi-Mann auf eine Ampel zu bringen, finde ich an und für sich gar nicht schlecht – aber auch nicht zwingend notwendig. Und es ist nicht so, dass die Initiative von uns ausgeht. Das Bräustüberl darf den Buzi-Mann als Motiv nutzen. Die Entscheidung, wo er noch draufkommen darf, liegt aber nicht bei uns.“

Johannes Hagn, Bürgermeister Tegernsee:

„Wir haben die Anfrage im Stadtrat angesprochen. Nachdem für die Ampel das Staatliche Bauamt zuständig ist und die Rechte am Buzi bei der Brauerei liegen, haben wir die Sache nicht offiziell behandelt und keinen Beschluss gefasst. Der Stadtrat ist übrigens uneins, so dass ich nicht sagen kann, ob die Idee eine Mehrheit finden würde.“

Christian Wagner Geschäftsführer Brauerei:

„Vom Grundsatz ist die Idee ganz witzig und nett. Nachdem sich allerdings im nahen Umfeld der Ampel neben der Brauerei auch andere Gewerbetreibende, aber auch Kirche und Friedhof befinden, sehen wir einer Umsetzung nicht positiv entgegen. Aus unserer Sicht müsste auf dieser Ampelanlage eher etwas Neutraleres sein.“

ak

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