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„Signor gelato“: Fabio Sabbatella hat eine Piaggio „Ape“ auf drei Rädern zum Eiswagen umbauen lassen und sich einen Traum erfüllt.

Fabio Sabbatella hat sich einen Traum erfüllt

Der neue Eismann von der Tegernseer Länd

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An der Länd in Tegernsee, direkt beim Italiener Francesco, gibt‘s eine neue Attraktion: Fabio Sabbatella betreibt dort seit Kurzem einen Eiswagen. Für seinen Traum hat er eine „Ape“ umbauen lassen.

Tegernsee– Ein eigener Eiswagen, das war schon lange der Traum von Fabio Sabbatella. Jetzt hat er ihn, und zwar einen ganz originellen: Das Mini-Auto „Ape“ von Piaggio, mit dem ganz Italien seine Pizza durch die Städte kurvt, hat Fabio zum Eiswagen umrüsten lassen und auf dem Weg zur Länd geparkt.

Was normalerweise acht bis zehn Wochen dauert, hat vier Monate in Anspruch genommen. „Mein Auto musste breiter werden, damit die rollende Eisdiele darauf Platz hat“, erzählt der 30-Jährige, der nun zu seinem Job in der Familien-Pizzeria seines Bruders Francesco auch Eismann ist. Täglich von 10 bis 22 Uhr, auch wenn im Lokal nebenan der Ofen aus ist, füllt der Italiener abwechselnd mit seiner Freundin Anna seit Kurzem Waffeln und Becher mit selbstgemachtem „Gelato da Fabio“, also Eis von Fabio.

Eine Garage, in der Francesco bisher seiner Leidenschaft als Vespa- und Fiat-500-Schrauber nachging, wurde eigens für die Eisproduktion umgebaut. Francesco schraubt jetzt woanders. „Mein Eislabor“, nennt Fabio seine Produktionsstätte stolz, in der die Eismaschine täglich für neue Sorten mit Sahne, Zucker, Früchten, Milch und Wasser „gefüttert“ wird. Wer jetzt glaubt, die Kunst des Eismachens ist den Italienern in die Wiege gelegt, der irrt: „Ich musste ein Seminar in Belluno besuchen und alles Wichtige dort lernen“, erzählt Fabio, während er eine Waffel nach der anderen mit einer der zwölf Sorten füllt, Espresso brüht oder Eisschokolade mixt.

Bis zuletzt hatte er gezittert, ob das mit dem Fahrzeug noch rechtzeitig zur warmen Jahreszeit klappt. Weil die „Ape“ mit ihren drei Rädern und dem Aufbau in Deutschland keine Zulassung bekommen würde, musste sie mit einem Anhänger nach Tegernsee transportiert werden. Dann mussten auch das Landratsamt Miesbach und die Stadt Tegernsee mitspielen. Vor allem die Parkplatz-Frage war knifflig: Weil für den Eiswagen ein Parkplatz hinter dem Haus nötig war und alle Stellplätze von Pizzeria-Besuchern besetzt sind, musste ein Platz bei der Stadt mit 7500 Euro abgelöst werden. Das Geld ist mittlerweile überwiesen, der Eiswagen steht. Und an der Länd hat Fabio schon seinen Ruf weg: als „Signor gelato“ – der Eismann.

gr

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