Prozessauftakt nach Arzt-Mord am Tegernsee: Ekatarina R. (l.) würde gerne Aussagen.
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Prozess nach Arzt-Mord am Tegernsee: Ekatarina R. (l.) hat inzwischen ausgesagt.

Keine krankhafte seelische Störung

Giftmord-Prozess: Angeklagte (49) laut Psychiater voll schuldfähig

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Hat sie ihrem Mann Insulin und Morphium gespritzt, während dieser schlief? Gegen eine Tegernseerin läuft ein Mordprozess. Ein Psychiater bestätigte jetzt die volle Schuldfähigkeit der Frau.

  • Dieser bizarre Mord-Fall vom Tegernsee beschäftigt Region und Ermittler seit August 2018.
  • Erst ein gutes halbes Jahr nach dem Tod ihres Mannes wurde Ekaterina R. festgenommen.
  • Der Prozess läuft - nun bestätigte ein Psychiater die volle Schuldfähigkeit der Frau.

Update vom 20. November:

Der Giftmord-Prozess vom Tegernsee neigt sich langsam dem Ende zu. Als letzter Gutachter sagte am Freitag (20. November) der Psychiater aus. Er konnte der Angeklagten keine krankhafte seelische Störung attestieren. Das bedeutet, dass die 49-Jährige voll schuldfähig ist und ihr bei einem Schuldspruch auf Mord eine lebenslange Freiheitsstrafe droht.

Dass ihrer Mandantin so gar nichts fehlen sollte, nahmen die beiden Verteidiger nicht kommentarlos hin. Sie wiesen auf den Umgang mit der Asche ihres verstorbenen Mannes hin. Die Frau, eine gelernte Krankenschwester, hatte nicht nur die Urne vom Friedhof entwendet, sondern auch die Asche in ihren Kopfkissen-Bezug geschüttet und ein unmoralisches Verhalten gezeigt. Das hätte ihr Mann so gewollt, hatte sie behauptet.

Angeklagte hatte im Verlauf des Prozesses den Richter angeschrien

Der Gutachter sprach bei der Frau von einer „erhöhten Selbstdarstellung“, die wird in der Psychiatrie als histrionische Persönlichkeitsstörung bezeichnet. Darunter falle das theatralische und emotional sprunghafte Verhalten, das die 49-Jährige auch in der Verhandlung hatte durchblicken lassen. Die Angeklagte hatte den Richter angeschrien und immer wieder Vernehmungen unterbrochen. Mittlerweile sitzt ein Arzt mit im Anklagebereich, der die Verhandlungsfähigkeit der Frau gewährleisten muss. Der Prozess dauert an.

Update vom 19. November:

Im Prozess um den mutmaßlichen Giftmord einer 49-Jährigen an ihrem Ehemann (60) in Tegernsee haben jetzt die Rechtsmediziner mit ihren Aussagen die These für eine Gewalttat untermauert. Die Angeklagte bestreitet den Vorwurf des Mords. Dennoch steht außer Frage, dass der Münchner Zahnarzt durch einen Auslöser von außen in den lebensgefährlichen Unterzucker geriet, an dem er letztendlich auch verstarb.

Gutachterin geht von schwerer Vergiftung mit Insulin aus

Die Sachverständige sprach vor Gericht von einem Todeskampf zwischen vier und sechs Stunden. Diese Erkenntnis hatte die Obduktion erbracht, wie auch die Tatsache, dass beim Opfer eine übervolle Blase festgestellt wurde. Nach Aussage der Rechtsmedizinerin wäre es bei Bewusstsein überaus schmerzhaft gewesen, eine Blase mit dieser Füllmenge zu halten. Deshalb ging die Gutachterin von einer schweren Vergiftung mit Insulin aus, das der 60-Jährige nicht gebraucht hätte, weil er kein Diabetiker war.

„Ab einer Schwere des Unterzuckers kann man sich nicht mehr retten“, sagte die Ärztin. Zugefügt wurde das Insulin wohl mit einer Spritze. Am Oberschenkel des Verstorbenen fanden die Rechtsmediziner die Einstichstelle einer dünnen Nadel. Ein Pen, wie er in der Regel bei Diabetikern benutzt wird, war es wohl nicht, denn dessen sehr dünne Nadeln hinterlassen keine Spuren, so die Expertin. In der Wohnung der Angeklagten fanden die Kriminaler mehrere großvolumige 20-Milliliter-Spritzen. In die passt ein Vielfaches von Insulin, als ein herkömmlicher Pen speichern kann. Als Todeszeitpunkt nannte die Medizinerin die Morgenstunden. „Eher später als früher“, sagte sie, auf keinen Fall aber erst um 11 Uhr, als die Angeklagte ihren Mann leblos gefunden haben will.

Winzige Einstichstelle wurde in Lösung aufbewahrt

Die Einstichstelle am Oberschenkel, mit dem bloßen Auge kaum erkennbar, wurde in einer Lösung aufbewahrt. Wäre damals schon klar gewesen, dass es sich bei dem Getöteten möglicherweise um ein Mordopfer handelt, wäre die Hautstelle vermutlich eingefroren worden, um einen besseren Zustand zu gewährleisten.

Der Prozess soll am Freitag fortgesetzt werden. Mit einem Urteil wird im Dezember gerechnet.

Update vom 4. November: Bei der Verhandlung am Mittwoch äußerte sich die Angeklagte persönlich und stellte den Sachverhalt völlig anders dar. „Mein Mann war alles für mich“, beteuerte sie unter Tränen. Mit seinem Tod habe sie nichts zu tun.

Mit - zunächst - ruhiger, wenn auch leiser Stimme schilderte die gebürtige Bulgarin den Verlauf des 8. August 2018. Man habe gemeinsam zu Abend gegessen und Sex gehabt. Dies deckt sich mit den Ermittlungsergebnissen der Staatsanwaltschaft. Während die Anklage jedoch davon ausgeht, dass die Angeklagte dann ihrem Mann, der nicht Diabetiker war, im Schlaf Insulin und Morphium gespritzt hat, behauptet sie, zum Schlafen in eine andere Wohnung im selben Haus gegangen zu sein. Als sie morgens zurückgekehrt sei, habe ihr Mann noch geschlafen. Erst gegen Mittag habe sie ihn tot in seinem Bett gefunden.

Auf die Frage des Vorsitzenden Richters, Thomas Bott, warum sie nicht versucht habe, ihren Mann zu reanimieren oder den Notarzt zu verständigen, obwohl er nach ihren Angaben noch „warm“ gewesen sein soll, antwortete sie, ihr Mann habe am Abend vorher Suizidabsichten geäußert. Diesen Wunsch habe sie respektiert.

Nicht erschöpfend beantworten konnte die 49-Jährige weitere Fragen. Etwa, wie ihre DNA an die Spritze kam, die unter dem Bett des Verstorbenen gefunden worden ist. Oder woher das Insulin stammt, das die Polizei bei ihr gefunden hat. Oder ob Trennung eine Rolle gespielt hat, weil sie einer Freundin in einem Chat geschrieben hat, sie wolle ihre „Zeit nicht mehr mit ihm vergeuden“. Richter Bott wollte dann noch wissen, wie es denn zu der Vereinbarung kam, dass im Falle seines Todes sie als Alleinerbin, im Falle ihres Todes jedoch ihre Kinder als Erben eingesetzt waren. Ihr Mann habe sich von seiner Familie entfremdet. „Scheiß Kinder. Die kommen nur, wenn sie was wollen“, soll er geschimpft haben.

Fast wäre die 49-Jährige des Saales verwiesen worden, als sie eben diese Familienmitglieder des Verstorbenen verbal anging und auf die süffisante Anmerkung des Vorsitzenden, diese hätten ihren Mann sicher nicht getötet, auch noch den Richter anschrie.

Andreas Müller

Update vom 29. Oktober, 17.06 Uhr: Am Donnerstag kam im Giftmord-Prozess unter anderem der gemeinsame Hausarzt des Ehepaares zu Wort und gab Einblicke in das Eheleben der Angeklagten und ihres Mannes. Auch andere Zeugen wurden gehört.

So berichtete eine Vertreterin des Landeskriminalamtes (LKA) von DNA-Spuren auf einer Spritze, die in der Wohnung der Eheleute gefunden worden war. Der Hauptanteil der Spuren sei zweifelsfrei der Angeklagten zuzuordnen. Ob denn auch ein DNA-Transfer – also eine Übertragung der Spuren durch eine andere Person, zu der die 49-Jährige zuvor Kontakt hatte – möglich sei, wollte die Verteidigung wissen. Mit letzter Sicherheit könne sie dies nicht beantworten, entgegnete die Beamtin. Allerdings sei „ein direkter Kontakt wahrscheinlicher als ein indirekter“. Die Angeklagte selbst hatte zuletzt erklärt, ihr Mann habe sich selbst getötet.

Einen Einblick in die Eheverhältnisse konnte ein Mediziner geben, der Hausarzt beider Ehegatten war. Seit etwa 2016 habe der Verstorbene über „Unstimmigkeiten“ berichtet. Der Grund sei gewesen, dass sich seine Frau zunehmend um einen pflegebedürftigen Herrn gekümmert habe. Die 49-Jährige wiederum habe über die Eifersucht ihres Mannes geklagt.

Hausarzt bezeichnet Angeklagte als „ideale Krankenschwester“

Beide Ehepartner seien in psychiatrischer Behandlung gewesen, berichtete der Hausarzt weiter. Beim Ehemann sei eine „bipolare Störung“ diagnostiziert worden. Er selbst habe den Verstorbenen, der ebenfalls Arzt war, zwar „deprimiert, aber nie depressiv“ erlebt, sagte der 67-Jährige aus. Die Frage des Vorsitzenden Richters Thomas Bott, ob er jemals Anhaltspunkte für Suizidabsichten habe feststellen können, beantwortete der Zeuge mit einem klaren Nein. Und die Angeklagte? Eine frühere Abhängigkeit von Schlafmitteln habe mit ihrem Beruf zu tun gehabt, erklärte der Arzt. Sie sei „gewissenhaft und genau“ und somit „die ideale Krankenschwester“ gewesen.

Die Verteidigung kündigte abschließend eine Einlassung der Angeklagten an. Die Verhandlung wird am Mittwoch fortgesetzt.

Update am 12. Oktober: Im Giftmord-Prozess wurde ein Liebhaber gehört. Es handelte sich um einen Juristen (67) aus Tegernsee. Vor dem Landgericht München II musste er im Prozess um den mutmaßlichen Giftmord einer 49-Jährigen aus Bulgarien an ihrem Ehemann (60) als Zeuge aussagen. Doch es ging nicht etwa um Rechtliches, sondern um die private Beziehung des 67-Jährigen zur Angeklagten.

Am achten Verhandlungstag standen die Liebschaften der ehemaligen Krankenschwester auf dem Programm. Da war der 90-jährige Nachbar, der im selben Haus von der Frau betreut wurde, da gab es seit vielen Jahren einen mittlerweile 41-jährigen Elektroniker, einen Hausmeister und eben den Juristen. Letzterer quälte sich verständlicherweise stark durch die Vernehmung. Er hätte die Beziehung gerne als „Bekanntschaft“ bagatellisiert oder sie allenfalls als körperlichen Kontakt bezeichnet. Von einem sexuellen Verhältnis wollte er nicht sprechen. Doch der Vorsitzende Richter Thomas Bott blieb hartnäckig.

Telefonüberwachungen belegen Liebesleben

Die Telefon-Überwachungen der Angeklagten hätte Gegenteiliges belegt, referierte er. In Gesprächen mit ihren Freundinnen in Bulgarien hatte die 49-Jährige von ihrer intimen Beziehung gesprochen, dass sie „gestern wieder gute Liebe gemacht“ hätten usw.. Dort kam auch zur Sprache, dass die Angeklagte ihren Liebhabern wegen einer Geschlechtskrankheit ein Antibiotikum zur Verfügung stellte. Aber nicht jeder habe das Medikament nehmen wollen. Schließlich gab der Jurist zu, die Frau vier- oder fünfmal getroffen zu haben. Nicht jedes Mal sei es zum Geschlechtsverkehr gekommen. Weihnachten 2018 sei die Beziehung beendet gewesen.

Der Richter ging aufgrund der abgehörten Telefonate von einem späteren Zeitpunkt aus. Die Angeklagte wollte auch mit dem 67-Jährigen eine Fluss-Kreuzfahrt von St. Petersburg nach Moskau unternehmen, die sie mit ihrem Mann geplant hatte.

Der 41-jährige Liebhaber hatte keine Probleme mit seiner Beziehung zur Angeklagten. 2003, während des Jahrhundertsommers, waren sich beide näher gekommen und hatten rasch ein intimes Verhältnis begonnen. „Es war eine heiße Affäre“, sagte der Mann vor Gericht. Er habe ihre spontane Art geliebt, ihren offenen Austausch und den leidenschaftlichen Sex. Der Prozess dauert an.

Update vom 5. Oktober, 16.30 Uhr: Im Giftmord-Prozess hat eine Zeugin (83) vor dem Landgericht München II die Geldgier der angeklagten Arztwitwe (49) beschrieben. Demnach wollte sich die Angeklagte nach dem mutmaßlichen Mord an ihrem Mann das Vermögen eines wohlhabenden Nachbarn verschaffen. Doch dessen von ihm getrennt lebende Frau konnte das verhindern.

Im August 2018 war es in einem Mehr-Parteien-Komplex am Steinmetz-Platz in Tegernsee zu dem ungeklärten Tod des Augenarztes gekommen. Zunächst hatte die 49-Jährige von einem Herzinfarkt gesprochen, später von Selbstmord wegen Depressionen. Doch tatsächlich starb der 60-Jährige an einer Überdosis Insulin (das er nicht benötigte) in Verbindung mit Morphium, das ihm wohl seine Frau verabreicht hatte (wir berichteten), womöglich um an sein Vermögen zu kommen. Die 49-Jährige, eine gelernte Krankenschwester, hatte praktisch gleichzeitig im Haus einen 93-Jährigen betreut. Der Mann, ein früher erfolgreicher Immobilienmakler, hatte einst den Gebäudekomplex gebaut und besaß dort noch eine Wohnung. Die verkaufte er der Angeklagten für einen absoluten Freundschaftspreis in Höhe von 60 000 Euro. Diese Summe musste die 49-Jährige auch für drei Garagen bezahlen, die die Frau (83) des vermögenden Nachbarn ihr verkaufte.

Vorwurf: Angeklagte kassierte 3000 Euro schwarz - monatlich

Letztere beschrieb die Angeklagte gestern vor dem Landgericht München II als äußerst hilfsbereite Person. Nach dem Tod ihres eigenen Mannes habe die Angeklagte ihr angeboten, den Nachbarn bei sich in der Wohnung aufzunehmen, weil sie ihn dort besser pflegen konnte. Dabei war der 93-Jährige ein sehr lebenslustiger Mann – ähnlich wie es der Verstorbene gewesen war. Dessen drei erwachsene Kinder beobachten als Nebenkläger den Prozess. Für die Betreuung des Nachbarn hatte die Angeklagte laut der Zeugin 3000 Euro monatlich schwarz kassiert. Irgendwann habe sie auch versucht, an das Erbe des Sohnes zu gelangen. Eine halbe Million Euro sollte er ihr geben, um sich später die Erbschaftssteuer zu sparen. Der Prozess dauert an. ANGELA WALSER

Update vom 24. September, 15.15 Uhr: Im Prozess gegen eine Frau aus Tegernsee wegen des Mords an ihrem Ehemann haben erste Zeugen ausgesagt. Zwei Polizisten und ein Arzt schilderten dem Landgericht München II am Mittwoch Details über den Auffindeort des Opfers, das im August 2018 durch eine Überdosis an Medikamenten in seinem Bett gestorben war. Seine 49-jährige Witwe soll den Mann getötet und seine Urne auf dem Friedhof ausgegraben haben.

Mutmaßlicher Giftmord am Tegernsee: Arzt vermutete Suizid

Ein herbeigerufener Arzt berichtete, dass er einen Suizid des Verstorbenen vermutet hatte, da dieser über Depressionen geklagt hatte. Einer der Polizisten, die daraufhin die Wohnung untersuchten, sagte vor Gericht, er habe ein „eigenartiges Gefühl“ gehabt und eine Obduktion des Leichnams angeregt. Die Verdächtige wurde allerdings erst knapp ein halbes Jahr später festgenommen.

Zum Prozessauftakt am Montag hatte die 49-Jährige eine Aussage zu machen. Dazu kam es zunächst nicht. Die Anklage lautet auf Mord und Störung der Totenruhe. Das mutmaßliche Motiv formuliert die Staatsanwaltschaft so: Die Angeklagte „hatte entschieden, dass ihr Ehemann, von dem sie lange Jahre in erheblichem Ausmaß finanziell profitiert hatte, ihr nun zu nichts mehr nütze sei“.

Im November könnte Urteil zu Tegernseer Mordprozess fallen

Später soll die Witwe das Urnengrab ihres Mannes aufgebohrt und die Urne mitgenommen haben. Einen Teil der Asche füllte sie laut Anklage in ein Glas, den Rest in den Bezug ihres Kopfkissens. Als Nebenkläger in dem Verfahren sind die drei Kinder des Toten zugelassen. Nach Gerichtsangaben sind insgesamt 14 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte demnach Anfang November fallen.

Artikel vom 21. September: Tegernsee - Ekaterina R. hätte gerne etwas vor dem Landgericht München II gesagt. Immer wieder setzte sie zu einer Erklärung an. Doch dann griff ihre Verteidigerin Garina Hamel ihr durch den schmalen Schlitz der Corona-Schutz-Verbauung auf die Schulter, um sie zum Schweigen zu bringen. „Unsere Mandantin lässt sich heute nicht ein“, sagte später Mitverteidiger David Mühlberger. Sie könne Lebenslauf und Sachverhalt nicht trennen …

Ekaterina S. wird Schreckliches vorgeworfen. Im August 2018 soll sie in Tegernsee (Kreis Miesbach) ihren Mann umgebracht haben. Dafür gab ihm die gelernte Krankenschwester zunächst ein starkes Schlafmittel. Es sollte sich um sein abendliches Antidepressivum handeln. Als er einschlief, spritzte sie dem nicht an Diabetes leidenden Mann mehrmals Insulin. Doch der Mann starb nicht. Deshalb griff sie in den Morgenstunden des 8. August zu drei Ampullen Morphium.

Mord-Ermittlungen am Tegernsee: Staatsanwaltschaft nennt Geldgier als Motiv

Schließlich starb der 60-jährige Arzt. So steht es in der Anklage. Und, dass der Arzt im Ruhestand zu nichts mehr nütze war. Sein Vermögen hatte sie im Verlauf der Ehe schon auf sich überschrieben. Die Wohnung am Tegernsee gehörte ihr ebenfalls – er genoss allenfalls noch ein lebenslanges Nießbrauchsrecht. Bei ihrem Mann war also finanziell nichts mehr zu holen, und im Hintergrund winkte schon die nächste Beziehung zu einem vermögenden Herrn. „Durch den Tod ihres Mannes beabsichtigte die Angeschuldigte im Übrigen, sich dessen verbleibendes Vermögen als Erbe zu sichern“, las Staatsanwalt Matthias Braumandl vor.

Giftmord vom Tegernsee? Es sei ein Selbstmord gewesen, sagt die Witwe

Regungslos verfolgte die 49-Jährige seine Worte. In der Tatnacht hatten die beiden zum Abendessen noch eine Pizza mit Meeresfrüchten verspeist. Mit dabei war ein demenzkranker Nachbar (93), den Ekaterina später in seine Wohnung und dort zu Bett brachte. Daheim legten sich die Eheleute ebenfalls schlafen. Vorher hatten sie noch Sex. Der 60-Jährige fühlte sich geborgen. Am nächsten Morgen war er tot.

Mord-Prozess nach Arzt-Tod in Tegernsee: Ekatarina R. grub Urne wieder aus und...

Ekaterina ließ ihren Mann einäschern und auf dem Tegernseer Friedhof beisetzen. Es sei ein Selbstmord gewesen, erzählte sie. Irgendwann nachts schlich sie zum Friedhof, öffnete mit einem Akku-Schrauber die Grabplatte und entwendete die Urne. Einen kleinen Teil der Asche füllte sie in ein Glas ab und schrieb den Vornamen ihres Mannes darauf. Den Rest füllte sie in den Bezug ihres Kopfkissens und befriedigte sich darauf. Mindestens einmal. Auch das steht in der Anklage. Der Prozess dauert an. - Angela Walser

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