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Die Zukunft des Bastenhauses in Tegernsee, hier eine rückwärtige Ansicht, wird erst im neuen Jahr geklärt.

Gezerre geht weiter

Anwälte tüfteln an Lösung fürs Bastenhaus  

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Tegernsee - Das Gezerre ums Bastenhaus geht weiter. Jetzt arbeiten Anwälte mit Hochdruck daran, eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Stadt und Landratsamt zu vermeiden.

Die Zukunft des ehemaligen Hotels Bastenhaus in Tegernsee an der Hauptstraße wird die Stadt auch im nächsten Jahr begleiten. Denn noch immer ist nicht geklärt, ob Tegernsee seine Forderung durchsetzen kann, das Haus langfristig als Hotel und damit für den Tourismus zu sichern.

Die Stadt hat bereits eine Veränderungssperre verhängt. Damit will sie verhindern, dass aus dem Haus Eigentumswohnungen werden könnten, sobald die Sperre ausgelaufen ist. Nach gültiger Rechtslage gilt die Veränderungssperre drei Jahre. Das Landratsamt Miesbach hat das Bastenhaus jedoch für die Dauer von zehn Jahren von den Eigentümern angemietet, um Flüchtlinge darin unterzubringen. Seit Juni bezahlt das Landratsamt Miete dafür. Die Kreisbehörde ist der Ansicht, dass mit ein wenig Hoffnung auch nach dieser Dreijahresfrist die Hotelsicherung möglich ist. Solange ungeklärt ist, wie sich die Lage nach den drei Jahren tatsächlich darstellt, will die Stadt aber dem Umbau und der Umnutzung nicht zustimmen.

In der November-Sitzung hatte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) im Stadtrat angekündigt, dass die Stadt noch einmal das Gespräch mit dem Landratsamt suchen werde, ehe es tatsächlich auf ein richterliches Urteil hinausläuft.

Wie Hagn und das Landratsamt jetzt auf Nachfrage mitteilen, habe dieses Gespräch, an dem auch die Eigentümer des Bastenhauses teilgenommen hätten, inzwischen stattgefunden. „Die Anwälte suchen nach einer Lösung“, berichtet Bürgermeister Hagn. Er stellt aber erneut klar: „Es ist wichtig, die Position der Stadt so zu sichern, dass die Entscheidungs-Hoheit bei einem künftigen Stadtrat und Bürgermeister liegt.“

Und Birger Nemitz als Sprecher des Landratsamts erklärt: „Soweit sich im Dialog eine für alle Beteiligten einvernehmliche und juristisch belastbare Lösung entwickeln lässt, wird erneut über den Bauantrag beraten.“ Das heißt: Dann werde das Landratsamt erneut den Bauantrag der Stadt vorlegen. Sofern Tegernsee im Rahmen der erneuten Behandlung der Nutzungsänderung über zehn Jahre zustimme, so Nemitz, könnte eine gerichtliche Auseinandersetzung vermieden werden. Fakt ist: Die Anwälte sind noch nicht soweit. Erst im neuen Jahr, ist Hagn überzeugt, werde es zu einer Lösung kommen. Der Stadtrat wird sich also erst 2017 damit befassen.

Während sich das politische Gezerre zwischen Stadt und Landratsamt fortsetzt, geht in diesen Tagen ein Licht aus, das jetzt zwei Monate lang für ein Lebenszeichen im Bastenhaus gesorgt hatte: Der Friseursalon von Manuela Krones, der vorübergehend im Bastenhaus wegen eines Wasserschadens im Salon an der Hauptstraße untergekommen war, kehrt wieder an seine ursprüngliche Adresse zurück. 

gr

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