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Die Asylbewerberunterkunft in der Tegernseer Turnhalle wird in zwei Wochen aufgelöst.

Situation in Turnhalle ist problematisch

Asylbewerber-Unterkunft wird aufgelöst

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Tegernsee - Nur noch zwei Wochen lang soll die Turnhalle in Tegernsee als Asylbewerberunterkunft dienen. „Die Zustände sind nicht gut“, sagt Gabriele Dorby, Sprecherin des Landratsamtes.

Die in Tegernsee untergebrachten Flüchtlinge sollen in einem Mehrfamilienhaus in Bayrischzell und in zwei Wohnungen in Hausham untergebracht werden.

Die städtische Halle dient seit Ende Oktober als Behelfsdomizil. Inzwischen leben 33 Flüchtlinge in der Halle, sechs Syrer haben Räume oberhalb der Halle bezogen. Es ist eng, zu eng. Die Probleme haben sich in jüngerer Zeit zugespitzt. Das Essen schmecke nicht und sei zu wenig, klagt der 20-jährige Franklin aus Nigeria. Seit zwei Monaten hat er ein Bett in der Tegernsee Halle. Wie es weitergeht, weiß er nicht: „No Information.“ Er vermisst die Zeit, als die Asylbewerber noch von Rolf Ziesing, Betreiber der Mensa des Gymnasiums, bekocht wurden. Dort gab es nicht nur Mahlzeiten, sondern auch Gesellschaft.

Seit Beginn der Weihnachtsferien hat der Weyarner Gasthof Alter Wirt im Auftrag des Landratsamtes die Verpflegung der Asylbewerber übernommen. Die Mahlzeiten werden seitdem in Wärmeboxen geliefert. Es gibt Kartoffeln, Putenrollbraten, Geschnetzeltes. „Kein Schweinefleisch“, wie Dorby versichert. Das Essen sei von ausgezeichneter Qualität. Die Asylbewerber verweigern es seit 7. Januar. Das Landratsamt lässt nicht angerührte Essensboxen zur Tafel bringen, als Spende.

Die Asylbewerber versorgen sich unterdessen mit Lebensmitteln aus dem Supermarkt. Die Stimmung ist gereizt. „Wir sitzen den ganzen Tag in der Halle“, sagt Franklin. Es gibt immer wieder Streit. Auch um die Nutzung der wenigen Toiletten und Duschen. Große Veränderungen zur Entspannung der Situation plant das Landratsamt nicht mehr. Der Fokus liege jetzt darauf, die Asylbewerber in andere Unterkünfte zu bringen, erklärt Dorby: „Die Tegernseer Halle ist ja nur ein Provisorium.“

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