Ziehen in Corona-Zeiten an einem Strang: (v.l.) Geschäftsfrau Barbara Wunder von Tegernseh Optik, Künstlerin Kristin Dorfhuber und Initiatorin Sybille von Löwis.
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Ziehen in Corona-Zeiten an einem Strang: (v.l.) Geschäftsfrau Barbara Wunder von Tegernseh Optik, Künstlerin Kristin Dorfhuber und Initiatorin Sybille von Löwis.

In Schaufenstern sind Werke zu bewundern

Funke springt auf Tegernsee über: Einkauf mit Kultur-Rundgang

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Der Funke ist nun auch nach Tegernsee übergesprungen. Auch hier verschmelzen Einkauf und Kunstgenuss zu einer Einheit: Ab sofort präsentieren Künstler in den Schaufenstern ihre Werke.

Tegernsee Die Zeiten sind und bleiben erst einmal schwierig – auch für die Geschäftsleute und Künstler. Beide gemeinsam in ein Boot zu holen, das gelingt offenbar mit der Aktion Kunst im Schaufenster, die seit Februar in mehreren Kommunen des Landkreises durchgeführt wird und Mut machen soll – auch Passanten, die sich beim Flanieren durch den Ort an der Kunst erfreuen oder den inzidenz-bedingten Einkauf mittels Click & Collect auf diese Art noch verschönern können.

Die Idee nahm in Holzkirchen ihren Anfang

In Holzkirchen begann die Idee im Februar zu reifen. „Die Aktion war ein Erfolg“, sagt Monika Ziegler, Vorsitzende des Vereins Kulturvision. Der Verein, der sich seit Jahren für die kulturelle Vernetzung im Landkreis einbringt, hatte die Aktion dort erstmalig initiiert. „Sie war auch deshalb erfolgreich, weil sich Spaziergänger nicht nur an den Bildern erfreut haben, sondern etliche Werke in Folge auch verkauft wurden“, berichtet Ziegler. Eine willkommene Hilfe für die Künstler also, die in Pandemiezeiten händeringend nach Möglichkeiten zur öffentlichkeitswirksamen Präsentation suchen. Es folgte Bad Wiessee: In Zusammenarbeit mit den Aktiven Wiesseern, der Vereinigung örtlicher Geschäftsleute, stellten Künstler in elf Schaufenstern ihre Werke aus.

Jetzt ist Tegernsee an der Reihe. Die Aktion Kunst im Schaufenster wechselte zu Beginn dieses Monats vom westlichen ans östliche Seeufer. „Auf diese Weise verbindet sich kreative Schöpfung mit Handel und Gewerbe vor Ort“, findet Birgit Halmbacher, die vor Ort nicht nur für das Bergfilm-Festival, sondern für alle kulturellen Veranstaltungen zuständig ist.

Chef des Tegernseer Volkstheaters gab Anstoß für das Projekt

Wie Monika Ziegler berichtet, sei der Anstoß für das Projekt in Tegernsee von Andreas Kern, Chef des Tegernseer Volkstheaters, gekommen. Beim Runden Tisch Kultur, an dem immer wieder Formen der Verbindungen zwischen Kulturschaffenden und der Öffentlichkeit geboren werden, habe er sich bereit erklärt, die Tegernseer Gewerbetreibenden zusammenzutrommeln.

Das ist nun geschafft. Insgesamt neun Betriebe beteiligen sich und präsentieren in ihren Schaufenstern nicht nur die eigenen Produkte, sondern auch Werke ansässiger Künstler, die damit Aufmerksamkeit erzielen. Der Rundgang beginnt in der Hauptstraße mit den Schaufenstern der Goldschmiede Bertele und führt durch die Rosenstraße zum Steinmetzplatz. Auf dem Rückweg durch den Kurgarten vorbei am Medius findet er seinen Abschluss im Seehotel zur Post. Auch in Tegernsee-Süd findet sich Kunst im Schaufenster. Den gesamten Mai bietet sich die Möglichkeit für diese freie Entdeckungstour zur Kunst vor Ort.

Das sind die beteiligten Künstler und Geschäfte in Tegernsee

Kathrin André (Tegernsee), Heidi Barnstorf (Kreuth), Kristin Dorfhuber (Tegernsee), Walter Franzen (Rottach-Egern), Waltraud Milazzo (Rottach-Egern), Brigitte Siebeneichler (Rottach-Egern), Heinz Viehweger (Tegernsee). Betriebe: Schmuck Bertele, Tegernseh-Optik, Brautmoden Tegernsee, Hut Schätz, Apart4sale, Friseur Spitzen-Schnitt, Medius, Seehotel zur Post und Marc O’Polo.

gr

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