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Lebhafte Gespräche beim Neujahrsempfang: Bürgermeister Johan nes Hagn (2.v.l.), hier mit dem ehemaligen Direktor des E-Werks, Norbert Kruschwitz (r.) und Monte-Mare Geschäftsführer Herbert Doll (M.)

Neujahrsempfang

Ausblick auf Tegernseer Großprojekte

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Einige Großprojekte stehen in Tegernsee an. Beim traditionellen Neujahrsempfang der Stadt im Café Kreutzkamm verschaffte Bürgermeister Johannes Hagn einen Überblick. 

Tegernsee – Gut 30 Minuten, länger wollte Stadtchef Johannes Hagn die illustre Gästeschar im Café Kreutzkamm nicht beanspruchen. Herzogin Anna in Bayern hatte die Einladung zum traditionellen Stehempfang ebenso gerne angenommen wie Hagns Vorgänger im Bürgermeisteramt, Firmenchefs, Hoteliers, Stadträte und engagierte Vereinsmitglieder.

Es gibt einige Bauprojekte, die uns sehr beschäftigen werden“, sagte Hagn und warf seinen Blick sogleich zu Klaus Dieter Burkhart, der an der Perronstraße in Tegernsee-Süd ein Sanatorium und eine Klinik errichten möchte. Er habe dort gegen viel Widerspruch zu kämpfen, umriss Hagn die zuletzt behandelten Einsprüche, die vor allem von Nachbarn vorliegen. Doch er verteidigte das Projekt und die geplante Größe: „Es wird um 2,6 Meter niedriger als die früher geplanten Hotel-Bauten von a-ja.“

Die geplante Erweiterung der Orthopädischen Klinik auf der Point ist ein weiteres Projekt, das die Stadt beschäftigt und ebenso für viel Kritik sorgt. Von einem Baubeginn ist die Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd aber hier, im Gegensatz zum Projekt Perronstraße, noch entfernt. Derzeit, so Hagn, befinde man sich noch in der Abstimmung des Durchführungsvertrags. Zur Klärung von Details verwies er an den anwesenden Klinik-Chef Dr. Markus Zimmer, der sich im Laufe des Abends den Gesprächen stellte.

Dass es für die österreichische Firma Planquadrat und ihr 70-Millionen-Euro-Projekt „Quartier Tegernsee“ auf dem ehemaligen Krankenhausareal hingegen zügig und ziemlich problemlos läuft, beweist der baldige Baubeginn: „Pünktlich im März geht’s los“, berichtete Hagn. Ein 260-Betten-Hotel in extravaganter Bohnenform und drei Wohnblocks mit 85 Wohnungen entstehen dort. Die Vermarktung der Eigentumswohnungen laufe bereits gut, sagte Planquadrat-Geschäftsführer Thomas Hofer am Rande des Empfangs. 21 Wohnungen werden im „Tegernseer Modell“, also nach einem Punktesystem und zu vergünstigten Konditionen vergeben. Dass wegen strenger Vorgaben durch die EU einige „interessante Bewerber“ nicht zum Zuge kommen, bedauerte Hagn.

Zum Bau des neuen Feuerwehr-Gerätehauses: Dieses Großprojekt muss die Stadt selbst stemmen. Hagn verzichtete auf Details, sondern dankte vielmehr dem Feuerwehr-Verein, der viel Eigenleistung aufbringe, wenn es um den Ersatz von maroden Fahrzeugen gehe.

Für Mai kündigte Hagn die Eröffnung der neuen Panoramasauna auf dem Gelände der Seesauna an. „Die Bodenplatte steht schon.“ In seiner Ansprache würdigte er auch die Vereine, die ein wichtiger Teil der Ortsgemeinschaft seien. Unter anderen erwähnte er den Verein der Tegernseer Geschäftsleute. Mit ihm prüfe die Stadt gerade deren Bedarf an Parkplätzen.

Das „immer professionellere“ Bergfilmfestival mit dem anwesenden Leiter Michael Pause hob Hagn ebenso hervor wie die Tegernseer Tal Tourismus GmbH. „Ich bin recht zufrieden, wie es hier läuft.“ Eine wichtige Rolle für die Zukunft Tegernsees spiele auch das E-Werk, das die Tal-Bürgermeister bei der Entwicklung der E-Mobilität unterstütze. Problematisch sei hier snoch die Infrastruktur. „Wenn in der neuen Tiefgarage von Planquadrat alle 210 Ladeplätze ans Netz gehen, dann gehen woanders die Lichter aus“, meinte Hagn. Um weitere Stromkästen im Ort werde man also nicht herumkommen, wenn man eine flächendeckende Versorgung erreichen wolle. Mit dem Dank an alle, die sich auch kritisch einbringen, beendete Hagn seine Rede. „Wir brauchen nicht nur Ja-Sager, sondern konstruktive Kritik.“

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