Das Bastenhaus beherbergt seit Kurzem die ersten Flüchtlinge.  Foto: Archiv TP
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Das Bastenhaus beherbergt seit Kurzem die ersten Flüchtlinge.

Mutter mit Kind untergebracht – Stadt hilft bei Aufbau von Betreuung mit

Erste Flüchtlinge im Bastenhaus eingezogen

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Dass Flüchtlinge im Bastenhaus einziehen, war seit 2016 der Plan. Jetzt ist es soweit: Eine Mutter mit Kind hat hier ihre neue Unterkunft gefunden.

  • Erste Flüchtlinge im Bastenhaus eingezogen.
  • Bis zu 50 Personen sollen laut Landratsamt folgen.
  • Stadt Tegernsee hilft bei Aufbau der Betreuung mit.

Tegernsee – Dass die lange Zeit des Wartens bald beendet sein werde, hatte sich schon Wochen vor Weihnachten abgezeichnet: Der Umbau des Bastenhauses sei abgeschlossen, das Gebäude bezugsfertig, so hatte Landrat Olaf von Löwis (CSU) die Mitglieder des Kreistags bei der letzten Sitzung des Jahres 2020 informiert.

Und tatsächlich: Die ersten Flüchtlinge sind bereits am 14. Dezember eingezogen. Das bestätigt Landkreis-Sprecherin Sophie Stadler auf Nachfrage. Es handle sich um eine Frau mit einem Kind. Die weitere Belegung erfolge nun sukzessive. Laut Stadler könnten in Folge nun bis zu 50 Personen untergebracht werden, „abhängig vom unterzubringenden Personenkreis.“ Laut Stadler erfolge die Zuweisung durch die Regierung von Oberbayern. „Aufgrund der bislang eingegangenen Platzanfragen ist jedoch davon auszugehen, dass überwiegend Familien, Alleinerziehende mit Kindern und Frauen im Bastenhaus untergebracht werden.“

Flüchtlinge im Bastenhaus: Es handelt sich um neu dem Landkreis zugewiesene Personen

Auf die Frage, ob es sich um Geflüchtete handle, die bereits im Landkreis untergebracht sind oder neu zugewiesene Personen, gibt es ebenfalls eine Antwort aus dem Landratsamt: „Es handelt sich um von der Regierung von Oberbayern neu in den Landkreis zugewiesene Personen.“

Bastenhaus-Flüchtlinge: Sicherheitsdienst vor Ort

Fest steht bereits, dass die neuen Bewohner im Bastenhaus nicht alleine sind: „Ein Sicherheitsdienst ist rund um die Uhr im Objekt vor Ort und unterstützt die Bewohner so weit wie möglich bei deren Belangen“, so die Sprecherin. Zusätzlich stehe der Münchner Verein „Hilfe von Mensch zu Mensch“ einmal wöchentlich für Beratungen vor Ort zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit der Stadt Tegernsee und Max Niedermeier, dem Integrationsbeauftragten des Landkreises, solle laut Stadler außerdem ein Helferkreis gebildet werden. „Dies gestaltet sich jedoch in der anhaltenden Corona-Pandemie schwierig“, räumt die Sprecherin ein.

Wir werden die Hilfe wachsen lassen.

Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn (CSU)

„Wir werden die Hilfe vor Ort wachsen lassen“, sagt Bürgermeister Johannes Hagn. Man werde sich demnächst zusammensetzen und klären, welche Hilfe nötig ist. Dabei werde man auf bestehende Organisationen aufbauen.

Bastenhaus Tegernsee: Seit 2016 monatlich 10.000 Euro Miete

Mit dem Einzug der ersten Flüchtlinge wird nun endgültig das alte Kapitel des langen Wartens beendet und ein neues Kapitel aufgeschlagen. Zur Erinnerung: Bereits im Februar 2016, knapp ein Jahr nach Ankunft der ersten Flüchtlinge im Landkreis, hatte das Landratsamt in Vertretung des Freistaats Bayern einen Mietvertrag mit der Bastenhaus GbR geschlossen. Er gilt zehn Jahre und schreibt einen Mietpreis von 10 000 Euro monatlich fest. Für den Landkreis schien dies ein Glücksfall zu sein, da zu diesem Zeitpunkt die Landkreis-Turnhalle als Flüchtlingsunterkunft diente. Das Haus wurde ein Fall fürs Schwarzbuch der Steuerzahler, weil es leer stand, während die Mietzahlungen weiter liefen. Der Versuch, den Vertrag mit der Bastenhaus GbR aufzulösen, scheiterte. Die Gesellschafter, ein Mediziner aus Weiden und ein Münchner, spielten nicht mit. Der Landkreis musste das Haus umbauen, um dem Brandschutz Rechnung zu tragen. Wie viel Geld investiert werden musste, lässt das Landratsamt offen, da noch nicht alle Maßnahmen abgerechnet seien.

Lesen Sie hier: Hasstiraden gegen Münchner.

gr

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