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Bauarbeiten gehen in die nächste Runde

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Von: Gerti Reichl

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In der Olaf-Gulbransson-Straße in Tegernsee beginnen Anfang Mai wieder Bauarbeiten. In Etappen, von unten nach oben, werden sämtliche Leitungen erneuert.
In der Olaf-Gulbransson-Straße in Tegernsee beginnen Anfang Mai wieder Bauarbeiten. In Etappen, von unten nach oben, werden sämtliche Leitungen erneuert. © Thomas Plettenberg

Die Anwohner der Olaf-Gulbransson-Straße in Tegernsee müssen sich erneut bereit machen für die nächste Runde Bauarbeiten vor ihren Haustüren. Die Wasserleitung und sämtliche Spartenleitungen werden neu verlegt – Voraussetzung für den Bau des geplanten Gesundheitshotels Westerhof.

Tegernsee – Schon im vergangenen Jahr litten die Anwohner der Olaf-Gulbransson-Straße unter starken Einschränkungen. Von März bis Juli wurde an einer Engstelle auf Höhe der Hausnummer 9 eine hohe Stützmauer gebaut. Wochentags zwischen 7 und 18 Uhr war die Straße deshalb gesperrt. Jetzt folgt die nächste Etappe der Bauarbeiten: Die Wasserleitung, die noch aus den 1950er-Jahren stammt, muss erneuert werden, ebenso sämtliche Spartenleitungen wie Strom, Breitband oder Abwasserkanal.

Weil die Arbeiten nicht in einem Stück zu schaffen sind, lässt die Stadt die Baufirma in mehreren Etappen graben – von unten nach oben. „Die Anwohner wurden bereits im vergangenen Jahr grundsätzlich informiert, dass es eine weitere Baumaßnahme gibt“, erklärt Bauamtsleiterin Bettina Koch. Details würden dieser Tage verschickt. Auch habe es noch kurz vor den Osterfeiertagen schon eine Einweisung für die Baufirma gegeben.

Lesen Sie hier: Reisebus steckte fest.

Neue Bauarbeiten in der Olaf-Gulbransson-Straße: Anfang Mai geht‘s in die nächste Runde

Es geht um insgesamt 330 Meter Straße, die es in sich haben. Denn im Laufe der Jahre und Jahrzehnte hat so mancher Hauseigentümer auch städtischen Grund für das Anlegen von Hofeinfahrten, Gärten, Mauern oder Zäunen genutzt. Jetzt, wo die Straße ohnehin aufgerissen und jeder Zentimeter für das künftig zu erwartende Verkehrsaufkommen benötigt wird, will die Stadt reinen Tisch machen. Sprich: Gärten, Mauern und Zäune sollen zurückgebaut werden. „Für manche kam diese Erkenntnis jetzt überraschend“, sagt die Bauamtsleiterin und berichtet, dass teilweise bis zu einen Meter an städtischem Grund überbaut wurde. „Jetzt ist es halt so“, sagt Koch, „man packt das Thema jetzt an.“ Allerdings werde der Stadtrat noch von Fall zu Fall entscheiden –nicht öffentlich, da es sich um Privatangelegenheiten handle. Koch stellt aber auch klar: Die Straße werden im Gegenzug in keinem Fall auf Privatgrund erweitert.

Wohl erst Anfang Mai und damit etwas später als geplant, werden die Bauarbeiten beginnen. In einem Aufwasch werden im Kreuzungsbereich Neureuthstraße in die Zufahrt zum Parkplatz auch die Anschlüsse für das geplante Almdorf mitverlegt. „Damit nach Fertigstellung der Olaf-Gulbransson-Straße der Kreuzungsbereich nicht wieder aufgerissen werden muss“, so Koch.

Bauarbeiten in der Olaf-Gulbransson-Straße: Ein Vertrag für die Umleitung

Damit die Betroffenen nicht komplett abgeschnitten sind, soll es während der Bauzeiten werktags von 7 bis 18 Uhr eine Umleitung geben. Ausschließlich Anlieger mit ihren Pkw, die Post sowie Rettungsdienste dürfen über die sonst gesperrte und nur für Anwohner zulässige Westerhofstraße und im weiteren Verlauf rund um das Hotel zu den Häusern in der Olaf-Gulbransson-Straße fahren. Müllfahrzeuge und andere Lkw sind ausgeschlossen.

„Es gibt eine Übereinkunft, die gerade in einen Vertrag gegossen wird“, sagt Bettina Koch. Die Stadt geht damit auf Nummer sicher, schließlich handelt es sich bei den Hausbesitzern in diesem hochgelegenen, sonnigen Eck von Tegernsee mit grandiosem Seeblick um ein streitbares Völkchen. Viele Juristen wurden in der Vergangenheit schon beschäftigt, um das Neben- und Miteinander von Mediziner und Unternehmer Andreas Greither und den Anwohnern in richtige Bahnen zu lenken.

Greithers Hotelpläne sind nun mal Dreh- und Angelpunkt, auch für den Straßenbau. Er wird, bis auf einen städtischen Anteil für die Wasserleitung, von Greither bezahlt. Der Unternehmer möchte keine konkrete Zahl nennen, spricht aber von einem siebenstelligen Betrag. Für die Wasserleitung hat die Stadt 500 000 Euro im Haushalt eingeplant, laut Koch werde die Summe aber sehr viel niedriger ausfallen. Auf die Anlieger, versichert sie, komme keinerlei finanzielle Belastung zu.

Bauarbeiten in der Olaf-gulbransson-Straße: Auch Hotel selbst von Einschränkungen betroffen

Auch das Hotel wird in seinem Betrieb stark eingeschränkt sein. „Wir werden acht Monate massiv behindert sein und werden wohl zum Alpinhotel für Wanderer“, sagt Andreas Greither. Denn den Gästen ist es untersagt, mit dem Auto zum Hotel zu fahren. Ein Shuttleservice von seinem Stieler-Haus auf der Point hoch zum Hotel sei geplant. Es sei ihm vollkommen klar, dass die erneuten und „ausgesprochen schwierigen“ Bauarbeiten „super lästig“ für die Nachbarn und die Hotelgäste sein werden. Er sei aber dankbar und froh, dass die Arbeiten nun durchgeführt werden.

Zum nächsten Schritt, den Bau des Fünf-Sterne-Gesundheitshotels mit 270 Betten, Personalzimmern, Chalets und Wellnessbereich im terrassierten Hang will er keine konkreten Aussagen treffen. Seit zwölf Jahren ist nun die Rede davon. Er kann ohnehin erst erfolgen, wenn auch rechtlich der Weg geebnet ist. Drei Klagen laufen noch: zwei Normenkontrollklagen gegen die Satzung des Bebauungsplans sowie eine Berufungsklage gegen die Baugenehmigung. Eingereicht wurden diese sowohl von Nachbarn im Alleingang, als auch im Verbund von sieben Anwohnern. „Wir nehmen alles ernst“, sagt Greither über die Klagen, „aber ich bin relativ gelassen.“

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gr

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