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Auf dem Dach dieses Neubaus soll der Kamin gebaut werden.

Bauausschuss der Stadt sagt nun doch Ja

Brauhaus kriegt seinen 23 Meter hohen Kamin

  • Gerti Reichl
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Tegernsee - Das Herzogliche Brauhaus kriegt nun doch seinen 23 Meter hohen Kamin. Einstimmig hat der Bauausschuss der Stadt den Weg dafür frei gemacht.

Im November 2015 sorgte der Antrag bereits für reichlich Diskussionsstoff: Um seine Bierproduktion steigern und der Nachfrage nach Tegernseer Bier gerecht werden zu können, braucht das Brauhaus langfristig einen 23,5 Meter hohen Kamin. Die vier Kamine, die auf dem Neubau an der Ortsdurchfahrt ohnehin geplant sind, reichen nicht aus, um die typischen Treber-Gerüche, die bei der Bierproduktion entstehen, ausreichend zu verflüchtigen. In einem ersten Anlauf hatten sich Stadt und Landratsamt nicht begeistert gezeigt. Daher hatte man sich auf einen Stufenplan geeinigt. Dieser hätte in einem ersten Schritt einen „Schnüffeltest“ vorgesehen, dann hätte ein UV-Filter eingebaut und ein weiterer Geruchstest stattfinden sollen. Falls alles nichts geholfen hätte, hätte der Kamin gebaut werden sollen. 

Jetzt sind die Behörden allerdings zu einer anderen Einsicht gelangt. Bei einem gemeinsamen Gespräch mit Landratsamt und Brauerei sei man zu dem Schluss gekommen, dass eine Simulation der Geruchsbelastung nicht darstellbar sei. „Ein Testlauf an 52 Tagen mit hundertprozentiger Auslastung der Produktion wäre laut Brauerei aus logistischen und wirtschaftlichen Gründen nicht möglich gewesen“, berichtete Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) bei der Sitzung des Bauausschusses aus dem Gespräch. 

Er brachte zugleich das Dilemma auf den Punkt: „Die Brauerei will 2019 ihre geplante Vollauslastung erreichen. Doch dafür ist eben der Bau des Kamins nötig.“ Allerdings werde er erst errichtet, wenn diese Kapazitätsgrenze erreicht ist. „Schon jetzt sollten wir aber Nägel mit Köpfen machen“, sagte Hagn.

Was viele offenbar nicht wussten oder einfach nicht gesehen haben: Das Brauhaus verfügt bereits über einen riesigen Kamin. „Er misst 26 Meter und befindet sich auf einem der hinteren Gebäude“, informierte Bauamtsleiterin Bettina Koch. Die Existenz dieses Kamins stand bisher nicht zur Diskussion. Den Bauausschuss-Mitgliedern war damit klar, dass sie angesichts dieses Bestands kaum Gegenargumente für einen zweiten, knapp drei Meter niedrigeren Kamin hätten. Laut Koch sei die Höhe von 23,5 Metern nötig, um die Abluft in die Zone freier Windströme zu befördern. 

Dass die Stadt Tegernsee hinter ihrer Brauerei steht, wurde im Laufe der Diskussion deutlich. „Wir sind froh, dass wir die Brauerei haben“, sagte FWG-Sprecher Andreas Obermüller. Der Kamin sei gar nicht so schlimm, fand er, „und Tegernsee ist kein Museum.“ Nach Ansicht von Rudolf Gritsch (CSU) sei die Brauerei nun mal eine Industrieanlage. Und da gehöre halt ein Kamin dazu. Auch Martina Niggl-Fisser (Bürgerliste) verteidigte das Vorhaben: „Wir reden hier nicht von einem Schweinemast-Betrieb, sondern von Düften, die uns hier seit Generationen in Tegernsee begleiten.“ 

Rathauschef Hagn hob die Bedeutung der Brauerei hervor: „Tegernsee lebt von der Brauerei. Wir brauchen diesen Steuerzahler, denn irgendwo muss das Geld herkommen, um beispielsweise Wohnraum zu schaffen.“ 

Braumeister Norbert Stühmer, der die Sitzung als Zuhörer verfolgte, durfte aufklären: Aus dem Kamin würden keinesfalls Schadstoffe kommen, sondern nur Verdrängungsluft, die der Luft aus einem Dunstabzug gleichkommt. „Die typischen Treber-Gerüche“, erklärte der Braumeister, „können wir allerdings nicht vermeiden.“

Am Ende machte der Bauausschuss einstimmig den Weg für den Kamin frei. Jetzt muss nur noch das Landratsamt seine Genehmigung erteilen.

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