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Stück für Stück wurden die Fertigbetonteile zusammengesetzt. Sie bilden jetzt eine riesige Plattform über dem Alpbach, die dem Bauhof als Abstell- und Rangierfläche dient.  

Bauhof Tegernsee hat künftig mehr Platz zum Rangieren

Plattform über dem Alpbach steht

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Die Zeiten, in denen Enge und Gedränge beim Rangieren den Mitarbeitern das Leben schwer machten, sind demnächst vorbei: Der Bauhof Tegernsee bekommt mehr Platz – mit einer Plattform über dem Alpbach.

Tegernsee– Diese Art, einem Bauhof zu mehr Platz zu verhelfen, ist schon ungewöhnlich. Aber Tegernsee hat keine andere Wahl. Der Bauhof, ein lang gestrecktes Haus, steht an der engen Waldschmidtstraße direkt am Alpbach. Früher war hier der Schlachthof der Stadt, in den 1980er-Jahren machte man den Bauhof daraus. Der Platz reicht hinten und vorne nicht, und auf der schmalen, bergseitigen Zufahrt ist das Rangieren der Fahrzeuge recht mühsam.

Seit vergangenen Herbst wird an der Erweiterung gearbeitet. Dafür wurde der Alpbach mit einer Plattform überbaut. „Sie dient uns als wertvolle Abstell- und Rangierfläche“, sagt Klaus Riedlechner, der als Technischer Leiter der Stadt auch für alle Belange des Bauhofs zuständig ist. 

Bei Niedrigwasser im Herbst wurde bereits mit den Vorbereitungen zum Bau der Plattform begonnen. 24 sogenannte Mikropfähle – mit Beton ummantelte Stahlträger – wurden senkrecht in den Boden gerammt. Dazu kommen Stützpfeiler zu beiden Seiten des steilen Alpbachufers. 16 weitere Anker, die im 45-Grad-Winkel ins Gelände gerammt sind, geben der Konstruktion zusätzlichen Halt. 

In den vergangenen zwei Tagen schwebten nun buchstäblich die wichtigsten Teile ein: jeweils einen Meter breite Fertigbau-Elemente. Sie wurden zur riesigen Plattform zusammengesetzt, die es auf eine Größe von 18,60 mal zwölf Metern bringt. Ist alles miteinander verbunden, dann bekommt die Plattform noch eine Feuchtigkeits-Isolierung und eine Schutzschicht aus Asphalt. „Das ist natürlich erst zu machen, wenn die Temperaturen es zulassen“, sagt Riedlechner. Er rechnet damit, dass die Plattform in etwa sechs Wochen befahrbar ist. Rangieren über dem Alpbach – da braucht’s freilich ein paar Sicherheitselemente. „Die Plattform bekommt eine Aufkantung als Schrammbord und Leitplanken mit einem Doppelrohrgeländer“, erklärt Riedlechner.

Bei den Kosten bewegt sich alles im veranschlagten Rahmen: Zwischen 300 000 und 350 000 Euro, inklusive Planungskosten, muss die Stadt für die Bauhof-Erweiterung locker machen.

Für die 21 Mitarbeiter um Leiter Martin Eberl brechen dann aber bessere Zeiten an – zumindest, was den Außenbereich des Bauhofs betrifft. Im kleinen, aber gut gegliederten Innenbereich bleibt nämlich alles beim Alten. „Die Einsätze, auch für Veranstaltungen und die Fahrzeuge werden mehr, deren Unterhalt immer aufwändiger. Da war die Erweiterung dringend nötig“, findet der Technische Leiter.

Von der Größe und der Ausstattung kann der Tegernseer Bauhof dann zwar immer noch nicht mit den Bauhöfen der anderen Tal-Gemeinden mithalten. Eine so aufwändige Bach-Überbauung hat allerdings keiner.

gr

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