Die MS Gmund ist wie die anderen Schiffe am Tegernsee derzeit gut gefüllt. An schönen Tagen transportieren sie etwa 2000 Passagiere. Die Bestuhlung hat der Betreiber freiwillig reduziert.
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Die MS Gmund ist wie die anderen Schiffe am Tegernsee derzeit gut gefüllt. An schönen Tagen transportieren sie etwa 2000 Passagiere. Die Bestuhlung hat der Betreiber freiwillig reduziert.

Boom trotz Maskenpflicht im Innern

Schifffahrt Tegernsee: Fünf Monate fehlen in der Kasse - Sommerferien werden zur Aufholjagd

  • Jonas Napiletzki
    VonJonas Napiletzki
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Die Schiffe sind voll, die Sommerbilanz stimmt - zumindest bis jetzt. In der Bayerischen Seenschifffahrt am Tegernsee ist der Ansturm groß. Masken tragen fast alle.

Tegernsee – Die Motoren brummen – und damit auch das Geschäft der Bayerischen Seenschifffahrt. Doch beim An- und Ablegen ist nicht nur der Antrieb hörbar: Über die Decks der fünf Schiffe hallt an sonnigen Tagen wiederholt die gleiche Ansage. „Setzen Sie die Maske auf.“

Beim dritten Mal klingt das leicht genervt. Stephan Herbst, Betriebsleiter der Schifffahrt am Tegernsee, sieht jedoch kein generelles Problem. „Im Groben funktioniert das Maskentragen ganz gut.“ Überhaupt sei er froh, endlich wieder Passagiere an Board zu haben. „Uns fehlen fast fünf komplette Monate“, erklärt Herbst.

Schifffahrt Tegernsee: Bestuhlung freiwillig reduziert - 3G-Regel gilt auf Schiffen nicht

Seit Mitte November standen die Motoren still – bis zum freiwillig verschobenen Start der Schifffahrt Ende Mai (wir berichteten). Eigentlich wären die Kapitäne im Herbst länger gefahren und im Frühjahr früher gestartet – die fehlenden Monate in den ersten Lockdowns kommen hinzu. „Die vergangenen fünf bis sechs Wochen waren besonders gut ausgelastet“, sagt Herbst. Zur Verringerung der Infektionsgefahr habe die Schifffahrt die Bestuhlung reduziert. „Auch das freiwillig – wir zählen zum ÖPNV und wären dazu nicht verpflichtet“, sagt Herbst. Die 3G-Regel gilt auf den Schiffen indes nicht.

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Michael Grießer, Geschäftsführer der Bayerischen Seenschifffahrt, ergänzt: „Der Appell unserer Mitarbeiter, auch im Freien Masken aufzusetzen, wenn der Mindestabstand nicht möglich ist, ist ebenfalls freiwillig.“ Zwingen könne man Passagiere dazu nicht. Nach der neuen Infektionsschutzverordnung sind Masken im Freien – von großen Veranstaltungen abgesehen – nicht mehr obligat.

„Anders sieht es im Innenbereich aus“, betont Grießer. Hier gelte – wie in allen Arten des Personennahverkehrs – die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung. Von den Abständen unabhängig. Menschenansammlungen vor Kassenhäuschen gibt es am Tegernsee bekanntermaßen nicht. „Wir verkaufen die Fahrkarten auch weiterhin direkt an Bord“, bestätigt Herbst. An schönen Tagen rund 2000 Stück – an schlechteren meist rund 700. „Leicht schlechtes Wetter ist aber nicht so schlimm“, erklärt der Betriebsleiter. Grießer zufolge lag der verregnete Juli dennoch statistisch unter dem Vergleichsmonat im vergangenen Jahr.

Bayerische Seenschifffahrt: Jahr 2021 soll besser als 2020 werden - Spitzenwert aus 2019 wohl nicht erreichbar

„2020 konnten wir nur etwa 120 000 Passagiere am Tegernsee befördern“, sagt der Geschäftsführer. Dieser Wert entspricht weniger als 50 Prozent der Zahlen aus dem Jahr 2019 – hier waren es noch 250 000 Passagiere. Obgleich diese Spitzenzahl heuer laut Grießer wohl nicht mehr erreicht wird: „Wenn alles so weiterläuft, toppen wir auf jeden Fall die 120 000.“ Auch Herbst ist zuversichtlich: „Die Schifffahrt boomt – wie gerade fast alles im touristischen Bereich.“ Das Tal sei auch gegen Ende der bayerischen Sommerferien noch immer voll mit Urlaubern.

Noch im Frühjahr war der Start der Seenschifffahrt unklar - Herbst hatte ihn an die Biergartenöffnung gekoppelt.

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