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Gymnasium Tegernsee. Hier wurde die Razzia durchgeführt.

Schulleiter „komplett entsetzt“

Razzia am Gymnasium Tegernsee: Ermittlungen gehen weiter - Schüler distanzieren sich in Brief

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Nach der Razzia am Gymnasium Tegernsee laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die Polizei schweigt noch. Doch Schüler melden sich zu Wort.

Razzia am Gymnasium Tegernsee: Schüler distanzieren sich in Brief

Update, Mittwoch, 6. Februar, 11 Uhr: Nach der Razzia am Gymnasium hat die Q12 jetzt eine Erklärung über das Elektronische Schüler Informationssystem ESIS verbreitet. Darin distanziert sich die Q12 deutlich von dem Vorfall.

Wörtlich heißt es: „Vergangenen Freitag, den 1. Februar 2019, wurde der gesamte Jahrgang der Q12 des Gymnasiums Tegernsee Gegenstand einer polizeilichen Untersuchung, da von einzelnen Schülern verwerfliches Bildmaterial in den Gruppenchat gestellt worden war. 

Wir möchten als Jahrgang erklären, dass wir dieses Vorkommnis zutiefst bedauern und alles in unserer Macht Stehende unternehmen werden, um unser Ansehen und das der Schule zu wahren. Es handelt sich bei dieser Verfehlung um die Tat Einzelner, von der wir uns hiermit in aller Deutlichkeit distanzieren.“

Unterdessen laufen die Ermittlungen bei der Polizei weiter auf Hochtouren. Wie Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern auf Nachfrage wissen lässt, sind die Kripo Rosenheim und die Staatsanwaltschaft München II weiter mit der Aufarbeitung betraut. „Es laufen weiter Befragungen und Vernehmungen um herauszufinden, welche Verantwortlichkeiten bestehen“, erklärt Sonntag. Dabei arbeite man eng mit der Schule zusammen. Nähere Angaben dürften aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht werden.

Es bleibt also offen, wer die anstößigen Bilder über WhatsApp verbreitet hat.

Razzia am Gymnasium Tegernsee: Ursprünglicher Artikel vom 4. Februar

Tegernsee Die Verbreitung von „anstößigem Bildmaterial“ hatte vergangenen Freitag eine Razzia am Gymnasium Tegernsee zur Folge. Auch am Montag durfte sich ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern noch nicht näher zu dem Fall äußern, da die zuständige Staatsanwaltschaft München II eine Nachrichtensperre verhängt hat. „Aus ermittlungs-taktischen Gründen“, wie Polizeisprecher Alexander Huber wissen lässt.

Der Tipp war von der Schule selbst gekommen. Über sie war die Polizei Bad Wiessee am Freitag informiert worden, dass in einer WhatsApp-Gruppe anstößige Bilder weitergereicht wurden. Die Beamten reagierten schnell, führten eine Razzia durch und beschlagnahmten Handys von Schülern, teilweise zuhause an deren Wohnort. „Jetzt gilt es zu prüfen, wer in der Gruppe welche Rolle übernommen hat“, so Huber. Die Ermittlungen hat die Kripo übernommen.

Oberholzner zu Razzia am Gymnasium Tegernsee: „Der Vorfall hat mich komplett entsetzt“

Auch an der Schule selbst muss sich Direktor Werner Oberholzner zurückhalten mit Äußerungen. „Der Vorfall hat mich komplett entsetzt“, räumt Oberholzner aber doch ein. Er arbeite eng mit der Polizei zusammen.

Wie geht das Gymnasium mit dem Vorfall um? „Umgang mit Medien ist seit Jahren Thema bei uns an der Schule“, betont der Direktor. „Wir haben eigentlich eine umfassende Medienerziehung bis hin zu Einladungen von Fachleuten. Da könnte man schon davon ausgehen, dass die Schüler über den Umgang mit Medien Bescheid wissen müssten und schlau genug sind, bestimmte Dinge nicht zu tun. Schon deshalb bin ich entsetzt.“

Welche Folgen der Fall für die Schule haben werde, darüber müsse man noch nachdenken, sagt der Direktor. In einem „ganz knappen Brief“ seien aber bereits am vergangenen Wochenende Eltern über den Vorfall informiert worden. 

Lesen Sie hier: Ähnlicher Fall in Holzkirchen.

gr

Lesen Sie auch:  Nach Schnee-Chaos: BOB entschädigt die Pendler - Summe aber noch unklar

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