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Meist zugeparkt: In der Rosenstraße sind nur schwer freie Parkplätze zu bekommen. Anwohner und Geschäftsleute leiden darunter gleichermaßen.

Rege Debatte beim ersten Stammtisch der CSU

Parkplatz-Misere in Tegernsee: Leidensdruck sorgt für neue Ideen

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Der Parkdruck in Tegernsee ist enorm. So entspann sich beim ersten Tegernseer Stammtisch, organisiert von der örtlichen CSU, eine rege Debatte. Dabei kamen durchaus spannende Ideen auf den Tisch. 

Tegernsee – Schon jetzt leidet Tegernsee unter einer Parkplatz-Misere. Weil der Zentralparkplatz in absehbarer Zeit wegfällt, besteht für die Stadt akuter Handlungsbedarf. Sie hat die Erweiterung der Sparkassen-Tiefgarage bereits fest ins Visier genommen. Dort alle Dauerparker „hinein zu packen“ und ein „modernes Parkmanagement“ einzuführen, ist für Bürgermeister Johannes Hagn die einzige Lösung.

Der Rathaus-Chef, zugleich CSU-Ortsvorsitzender, saß bei der gut besuchten Veranstaltung im Seehotel zur Post gemeinsam mit anderen Diskutanten am Tisch. Unter ihnen auch Bernhard Kaiser, Hotelier aus Bad Wiessee und Vorsitzender des Tourismusbeirats der TTT. „Ich finde es fantastisch, dass Tegernsee so eine Tiefgarage projektiert“, sagte er. Es sei wichtig, für Tagestouristen genügend Parkraum zur Verfügung zu stellen. Wer in Ruhe einkaufen könne, lasse auch mehr Geld im Ort.

So viel zum Thema Auswärtige. Dass es aber vor allem die Einheimischen und die Geschäftsleute und deren Mitarbeiter sind, die in Tegernsee den massiven Parkdruck zu spüren bekommen, machte Rosenstraßen-Anwohner Tom Liebhardt deutlich. Hier als Anlieger einen Parkplatz zu finden, sei bisweilen unmöglich: „Der Schuh drückt hinten und vorne.“ Ähnlich ergeht es den Geschäftsleuten der Rosenstraße und deren Angestellten. Ziel sei es eigentlich, dass dieses Klientel außerhalb der Rosenstraße das Auto abstelle. „Doch unsere Mitarbeiter finden seit einem halben Jahr gar nix mehr“, berichtete Barbara Balk als Vertreterin der Geschäftsleute.

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Umsteigen also auf öffentliche Verkehrsmittel? Dass dies bei der momentanen Taktung der RVO-Busse keine wirkliche Alternative sei, machten mehrere Diskussions-Teilnehmer deutlich. Vor allem für Schichtarbeiter mit frühen oder späten Arbeitszeiten sei der Bus keine Option. „Da sitze ich dann eine Dreiviertelstunde an der Bushaltestelle“, meinte Ulrich Kretschmer als Betroffener. Zudem monierte er die hohen Kosten für die Bustickets. Balk brachte an dieser Stelle ein Kombiticket für Bus, Bahn und Schiffe aufs Tapet. Vielleicht würden sich auf dieser Weise Beförderungslücken schließen lassen.

Dass der Leidensdruck mittlerweile groß ist, zeigte noch ein anderer Vorschlag. So regte Balk, selbst Inhaberin eines Optiker-Geschäfts in der Rosenstraße, eine Art Parkplatz-Sharing an. In der Praxis könnte da so ausschauen: Anwohner, die ihren Parkplatz tagsüber nicht benötigen, teilen die begehrte Fläche mit Berufspendlern, die nur tagsüber dort stehen. Die Idee fand allgemeinen Anklang.

Dagegen schieden sich die Geister, was die Zukunft des so genannten Horn-Grundstücks in Tegernsee betrifft. Bekanntlich gab’s dort bereits Planungen für den Bau eines Parkhauses. Das ist auf der Prioritätenliste der Stadt mittlerweile aber nach hinten gerutscht. Weshalb das so ist, konnte mancher Besucher nicht verstehen. „Ich persönlich bin nicht für das Parkhaus“, stellte Bürgermeister Hagn klar. Die Plätze für Kurzparker seien an dieser Stelle „extrem wichtig“ und müssten daher erhalten bleiben. Unterstützung gab’s von CSU-Stadtrat Rudolf Gritsch. Er hoffe, dass sich eine Lösung ohne Parkhaus auf dem Horn-Grundstück finde. Dass hier mittlerweile eine freie Fläche sei, „ist ein Gewinn für die Hauptstraße“.

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Wie aber sieht die kurzfristige Lösung für Einheimische ohne eigenen Parkplatz aus? Wo ist Anwohner-Parken geplant? Laut Hagn soll es für den hinteren Bereich des Prinzenwegs und die Max-Josef-Straße ein Parkraumkonzept für Anwohner geben.

Der große Wurf in Sachen Parkplatz-Lösung soll letztlich aber die neue Tiefgarage unter dem Kurgarten sein. Rund 150 neue Parkplätze in zentraler Lage würden hier entstehen. Auch wenn die Bauphase sicher nicht leicht wird für die Tegernseer. „Die Tiefgarage wird eine immense Entlastung für die Rosenstraßler“, zeigte sich Liebhardt überzeugt.

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