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Vor 40 Jahren erbaut: die Neureuth-Kapelle

Kirchlein auf 1264 Meter überm Tegernsee

Jubiläumsfeier am Sonntag: Neureuth-Kapelle wird 40

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Tegernsee - Auf der Neureuth, dem Hausberg der Tegernseer und vieler Münchner, wird am Sonntag, 4. September, groß gefeiert: Die Neureuth-Kapelle wird 40.

Wer einen der vielen Wege durch den Wald hinauf auf die 1264 Meter hoch gelegene Neureuth geschafft hat – zu Fuß, mit dem Radl oder im Winter mit dem Schlitten im Schlepptau – der hat meist nur eins im Blick: das Berggasthaus, wo hausgemachte Schmankerl und ein prächtiges Rundum-Panorama warten. Etwas unterhalb steht die Neureuth-Kapelle. Sie wurde am 5. September 1976 eingeweiht und ist damit die jüngste Bergkapelle rund um den Tegernsee. Am Sonntag, 4. September, kommt die kleine Kapelle im Neureuth-Trubel groß heraus: Da feiert sie ihr 40-jähriges Bestehen. 

Franz Kiening initiierte den Bau

Zu verdanken ist der Bau dem Tegernseer Franz Kiening. Er war von 1965 bis 1989 Wirt im Gasthaus und fand, dass das Bergkreuz, das der Gmunder Trachtenverein D’Neureuther schon 1909 westlich der Gaststätte gesetzt hatte und das später mit einer Tafel für die Gefangenen der Weltkriege versehen wurde, durch eine ordentliche Kapelle ersetzt werden sollte. Zusammen mit seinem Freund Christian Lohr, einem pensionierten Versicherungsdirektor, trieb Kiening 35.000 D-Mark an Spenden auf und startete den Bau. Es blieb sogar Geld übrig für die Unterstützung eines Altenheims und eines Kindergartens. Nach dem Bau kümmerte sich Lohr als Mesner und Kirchenpfleger um den Bau und wachte über den Zustand. 2013 pachtete Thomas Gigl (50) das Wirtshaus von der Stadt Tegernsee. Seitdem kümmert er sich um die Kapelle. 

Blick ins Innere der Kapelle.

Unverändert steht sie seit 40 Jahren auf der Bergkuppe: hinter einem hölzernen Zaun zum Schutz vor dem Weidevieh, mit weiß gekalktem Mauerwerk, dem Schindeldach mit seinem kleinen Glockenturm und seinem von Holzsäulen getragenen Vordach. Auf dem Balkon unter dem Vordach steht: „Zum Gedanken der Gefallenen beider Weltkriege“. Über der grün gerahmten Eingangstür zauberte der ehemalige Gmunder Lüftlmaler Anton Keck die Schutzfrau Bayerns, zu ihren Füßen das Rautenwappen. Öffnet man die Naturholztüre mit dem Guckfenster, steht man im Andachtsraum, den zwei Rundbogenfenster erhellen. Auf dem Andachtstisch steht unter einem holzgeschnitzten Baldachin, den zwei gedrechselte Säulen tragen, die Figur der Madonna mit Kind. Schlichter Blumenschmuck und Kerzen zieren den Altar. Ein Eisengitter schützt vor Dieben. Knie-Sitzbänke laden zum Verweilen ein.

Spendensammlung zur Sanierung

„Kaum zu glauben, dass die Kapelle erst entstand, nachdem das Neureuth-Haus schon 90 Jahre als Treffpunkt für die Wanderer diente“, sagt Gigl. Die Geburtsstunde des Gasthauses steht nämlich schon am 13. Juli 1883 in der Chronik. Der Verein „hiesige Bergfreunde“ begann damals mit dem Bau der „Neureuth-Alpe“. 1895 war Baubeginn des eigentlichen Neureuthhauses – und auch Einweihung. 1964 kaufte die Stadt Tegernsee das Haus mit zehn Hektar Grund dazu für damals 350.000 D-Mark. 

40 Jahre lang haben Besucher den Opferstock in der Kapelle gefüttert. „Das Geld reichte aus, um kleinere Reparaturen zu finanzieren“, sagt Gigl. „Doch nach 40 Jahren Regen, Schnee und Stürmen zeigt das Gebäude leider jetzt deutlichere Schäden am Dach und an der Lüftlmalerei auf.“ Um die Kapelle zum Jubiläum wieder in einen ordentlichen Zustand zu versetzen, bittet er um Spenden, die im Rahmen der Feier am Sonntag hoffentlich reichlich fließen werden. 

Das Programm zum Jubiläum

Das 40-jährige Bestehen wird am Sonntag, 4. September, gefeiert. Um 9.30 Uhr zelebriert Monsignore Walter Waldschütz aus Tegernsee eine Bergmesse. Musikalisch umrahmt wird sie vom Irschenberger Doppelquartett unter der Leitung von Sebastian Trainer sowie von den Tegernseer Alphornbläsern. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen. Spenden für die Neureuth-Kapelle sind möglich bei der Raiffeisenbank Gmund, IBAN:DE 72 70 16 93 83 00 40 84 69 88.

gr

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