In diesem Mehrfamilienhaus in Tegernsee hat sich im November 2020 die Tragödie abgespielt.
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In diesem Mehrfamilienhaus in Tegernsee hat sich im November 2020 die Tragödie abgespielt.

Handeln des Beamten war „rechtmäßig“

Beziehungsdrama in Tegernsee: Tödlicher Schuss hat für Polizisten kein Nachspiel

  • Gabi Werner
    VonGabi Werner
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Bei einer Familientragödie in Tegernsee gab es im November 2020 zwei Tote. Der Täter kam durch den Schuss aus einer Polizeiwaffe ums Leben. Die Ermittlungen dazu sind jetzt abgeschlossen.

Tegernsee – Ein Beziehungsdrama mit tödlichem Ausgang hatte am 10. November vergangenen Jahres das Tegernseer Tal erschüttert. Ein 46-jähriger Italiener hatte seine junge Lebensgefährtin (25) in einem Mehrfamilienhaus an der Schwaighofstraße in Tegernsee erstochen. Auch der Täter selbst überlebte die Familientragödie nicht: Er wurde bei dem Einsatz von einem Polizeibeamten erschossen. Inzwischen ist klar: Für den Beamten hat der Schusswaffengebrauch kein juristisches Nachspiel.

„Im Rahmen eines Vorermittlungsverfahrens wurde der polizeiliche Schusswaffengebrauch – wie in solchen Fällen üblich – überprüft“, teilt Martin Kronester von der Staatsanwaltschaft München 2 auf Nachfrage mit. Dabei sei man zu dem Ergebnis gelangt, „dass das Verhalten des Polizeibeamten rechtmäßig war“. Die Überprüfungen dazu seien damit beendet.

Lesen Sie hier: „Ich dachte, die drehen einen Tatort“: Tegernsee nach Bluttat unter Schock - Nachbar berichtet Details

Noch nicht zur Gänze abgeschlossen sind hingegen laut dem Oberstaatsanwalt die Ermittlungen zum eigentlichen Tötungsdelikt. Worin die weiteren Untersuchungen bestehen, dazu wollte sich der Pressesprecher nicht äußern.

Täter legte Messer trotz aller Warnungen nicht aus der Hand

Die Situation war am Abend des 10. November eskaliert. Der Italiener stach mit einem Messer auf seine rumänische Lebensgefährtin ein, das Geschehen hatte sich mittlerweile auf den Balkon der Nachbarwohnung verlagert. Trotz aller Warnungen und Rufe durch die Polizisten legte der Mann das Messer nicht aus der Hand. Daraufhin gab ein Beamter zwei Schüsse auf den Angreifer ab, einer davon traf den 46-Jährigen tödlich. Zur Aufklärung des Vorgangs hatten auch Aufnahmen aus einer Bodycam beigetragen. Die Ermittler waren von Anfang an davon ausgegangen, dass der Polizist aus Nothilfe beziehungsweise aus einer Notwehrlage heraus gehandelt hatte.

In der Beziehung des Paares hatte es schon länger gekriselt

Besonders tragisch: Das Paar hinterließ einen damals 18 Monate alten gemeinsamen Sohn. In der Beziehung hatte es im Vorfeld der Tat offenbar schon länger gekriselt. Sogar von Ermittlungen wegen häuslicher Gewalt war die Rede.

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