+
Bei Bahn sechs – auf unserem Bild links – soll ein Haus gebaut werden.

Ungewöhnliches Grundstück

Familie darf auf Tegernseer Golfplatz bauen

  • schließen

Tegernsee - Bauland am Tegernsee ist rar. Wenn einheimische Familien bauen wollen, dann versuchen die Kommunen oft, alles möglich zu machen. In Tegernsee bedeutet dies: ein Haus auf dem Golfplatz.

Der Birdie-Golfplatz soll dafür verkleinert, der Flächennutzungs- und Bebauungsplan geändert sowie eine Befreiung vom Landschaftsschutz beantragt werden. Auf dem Grundstück ihrer Eltern möchte eine Tegernseerin bauen: ein 14 mal zehn Meter großes Einfamilienhaus mit einer Doppelgarage. Die Fläche liegt am Ledererweg und ist Teil des Sechs-Loch-Kurzplatzes des Birdie-Golf-Clubs. Bei seiner Sitzung befasste sich der Stadtrat mit dem Antrag und diskutierte das Thema ausführlich. Im Vorfeld hatte sich bereits das Landratsamt zu dem Vorhaben geäußert und verdeutlicht, dass es nicht strikt dagegen sei, auch wenn die Fläche im Außenbereich liegt. Gehölze, die die Ortsrandsituation unterstreichen, dürften aber nicht zerstört werden, so das Landratsamt. 

Die Tegernseer Bauamtsleiterin Bettina Koch machte deutlich, dass die sechste Bahn des Golfplatzes durch das Wohnhaus nicht beeinträchtigt und der Betrieb des Golfplatzes gesichert wäre. Peter Schiffmann (SPD) sprach sich für den Antrag aus, zumal es sich um eine einheimische Familie handle, die auf eigenem Grund ein Haus bauen wolle, das zudem die Aussicht nicht verschandle. 

Martina Niggl-Fisser (Bürgerliste) mahnte, dass dieser Vorgang ein Einzelfall bleiben solle. Entscheidend für Andreas Obermüller (FWG) war, dass der Golfplatz erhalten bleibt. „Das Vorhaben ist bescheiden und passt sich ein“, sagt Obermüller. „Zudem versichert die Familie glaubhaft, dass sie hier selbst baut.“ Dieses Vorhaben sei kein Präzedenzfall. SPD-Sprecher Thomas Mandl war einerseits dagegen und fand: „Das Vorhaben zu genehmigen, wäre ein falsches Signal nach außen.“ Weil aber zwei Herzen in seiner Brust schlagen würden und es sich um eine einheimische Familie handle, stimmte er am Ende dafür. Für Vize-Bürgermeister Heino von Hammerstein (Bürgerliste) war von Bedeutung, dass eine junge Familie damit die Möglichkeit bekomme, ein Haus zu bauen. 

Zuletzt begründete auch Bürgermeister Johannes Hagn (CSU), warum er für den Antrag ist: Das Haus füge sich in die Umgebung ein, die Verhältnisse vor Ort ließen zudem eine maßvolle Entwicklung zu. Die Herausnahme aus dem Landschaftsschutz hielt er für unproblematisch. Die Familie kann nun in die konkrete Planung für ihr Haus am Golfplatz gehen, denn der Stadtrat stimmte am Ende der Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans „Schwaighofer Feld“ zu.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Enten schwimmen Rekordzeiten am Zeiselbach in Bad Wiessee
Zum vierten Mal setzten 3600 Teilnehmer ihre quietschgelben Enten in den Zeiselbach bei Bad Wiessee - für den guten Zweck. Das Entenrennen hat wie immer der Rotary Club …
Enten schwimmen Rekordzeiten am Zeiselbach in Bad Wiessee
Jugendliche gestehen Einbruch ins Warmbad 
Zwei junge Burschen aus Gmund und Bad Wiessee mussten auspacken. Weil sie eine Überwachungskamera beim Einbruch ins Warmbad Rottach-Egern gefilmt hatte, blieb ihnen …
Jugendliche gestehen Einbruch ins Warmbad 
Widerstand gegen Umbau von Glasl-Tenne
In der Tenne des denkmalgeschützten Glasl-Anwesens sollen Eigentumswohnungen entstehen. Die Pläne sehen hohe Lichtbänder vor, die dem Ortsplanungsausschuss nicht …
Widerstand gegen Umbau von Glasl-Tenne
Mautautomat an der Wallbergstraße aufgebrochen 
Der Mautautomat an der Rottacher Wallbergstraße wurde geknackt. 600 Euro Wechselgeld erbeuteten die Unbekannten. Der Schaden am Automaten ist weitaus höher: Er beläuft …
Mautautomat an der Wallbergstraße aufgebrochen 

Kommentare