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Nichts geht mehr nach und von Tegernsee. Am Dienstagmorgen streikten die Mitarbeiter der BOB.

Lange Autokolonnen nach München

BOB-Streik: Ein Pendler aus Tegernsee berichtet

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Tegernsee - Nichts geht mehr, hieß es am Dienstagmorgen für die Fahrgäste der Bayerischen Oberlandbahn (BOB): Die BOB-Beschäftigten streikten. Die meisten Pendler nahmen's eher gelassen.

Norbert Schußmann aus Tegernsee fährt seit über 30 Jahren mit dem Zug nach München zur Arbeit. Am Dienstagmorgen ließ ihn die BOB, bei der er seit eh und je ein Jahresticket kauft, im Stich: Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte die Beschäftigten von BOB und Meridian zum Streik aufgerufen. Streikbeginn: 2 Uhr, Streikende 9 Uhr.

Der Streik fiel also genau in Schußmanns Pendelzeit am frühen Morgen. Doch er hatte vorgesorgt: "Als der Streik am Montagabend bekannt wurde, habe ich mit Bekannten aus dem Zug ein paar hektische Telefonate geführt. Wir sind dann gemeinsam mit dem Auto nach München gefahren." Offenbar sind so die meisten Bahnreisenden vorgegangen. Am Morgen war der Tegernseer Bahnhof jedenfalls verwaist. Sich an den Bahnhof zu stellen, bringe schließlich nichts. "Es war ja klar, dass es außer für die Schüler keinen Ersatzverkehr gibt." Von Tegernsee in Richtung Autobahn sei am Morgen dann eine richtige Autokolonne unterwegs gewesen, so Schußmann. Ob das jeden Tag so ist, könne er als Bahnpendler aber nicht beurteilen. 

Viel Verständnis für den Streik habe er nicht. "Ich bin stocksauer." Viel zu spät sei der Streik angekündigt worden. Die Fahrgäste zahlen schließlich das Gehalt der BOB-Beschäftigten, so der Tegernsee. "Die Kunden dann so reinfallen zu lassen, ist ein Unding." Jetzt bleibe nur zu hoffen, dass sich die Streitparteien schnell einigen. "Dann werden zwar sicherlich die Tickets teurer, aber Hauptsache die Züge fahren wieder." 

Zum aktuellen Stand: BOB und Meridian gehen in einer Pressemitteilung davon aus, dass sich der Zugverkehr in Kürze wieder planmäßig einstellt. Der Streik sei seit 9 Uhr beendet, die Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Bis mindestens kommenden Mittwoch, 27. Januar, soll nun eine Streikpause eintreten. Das verlautete aus Gewerkschafts-Kreisen. An diesem Tag werden sich EVG und BOB-Geschäftsführung erneut zu Verhandlungen zusammensetzen. Voraussetzung ist, dass die BOB-Geschäftsführung bis dahin ein neues Angebot vorlegt, über das verhandelt werden kann.

dw

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