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Das Feuerwehrhaus Tegernsee wird abgerissen und durch einen neubau ersetzt.

Stadtrat entscheidet einstimmig

Kein Bootshaus für die Feuerwehr

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Soll das Boot der Feuerwehr in ein eigenes Bootshaus am See oder doch ins neue Feuerwehrhaus? Der Stadtrat diskutierte ausführlich und traf am Ende eine weitere Grundsatzentscheidung. 

Tegernsee – Der Stadtrat muss eine Grundsatzentscheidung nach der anderen fällen, schließlich will er den beschlossenen Neubau des Feuerwehrhauses so schnell wie möglich realisieren. Zuletzt ging es um die Frage, ob das acht Meter lange und 1000 Kilo schwere Boot in einem eigenen Bootshaus am See oder doch im Neubau an der Hochfeldstraße unterkommen soll. Statt zehn wären dann nur neun Garagen nötig. 

Mehrkosten von 185.000 Euro

Zur Sitzung am Dienstagabend legte Bauamtsleiterin Bettina Koch eine genaue Analyse verschiedener Standorte vor. Der nördliche Ortseingang, die Liselotte-Anlage, der Schifffahrtssteg an der Seesauna, die Hoffischerei und die Point nahe der Seenverwaltung waren als mögliche Standorte untersucht worden. Ungeklärte Eigentumsverhältnisse, geringe Wassertiefen, zu lange Hilfsfristen, hoher Erschließungsaufwand bis hin zu Problemen beim Bau im Landschaftsschutzbereich wurden als Nachteile aufgeführt. Grundsätzlich – und dies sei übertragbar auf alle möglichen Standorte – seien der Bau eines 16 mal acht Meter großen Bootshauses, einer zehn mal fünf Meter großen Garage sowie einer Slipanlage nötig. Der Bau eines Bootshauses würde am Ende 185 000 Euro Mehrkosten verursachen, rechnete Koch vor.

Auf Nachfrage gestand Kommandant Wolfgang Winkler, der mit einigen Kollegen die Debatte verfolgte, dass er „völlig offen“ sei. Beide Unterbringungsmöglichkeiten – im Feuerwehrhaus oder am See – hätten Vor- und Nachteile. Die Einsatzzeiten bei einem Standort am See seien mit drei bis fünf Minuten allerdings geringfügig kürzer als die berechneten acht Minuten bei einem Standort an der Hochfeldstraße. Fest stehe jedoch, dass die meisten Einsätze am Tegernsee selbst nötig seien und externe Einsätze unter fünf Prozent ausmachen.

„Joker für die Zukunft“

In der ausführlichen Diskussion kristallisierte sich schnell heraus: Ein Neubau am See würde zu viele Nachteile haben. „Und wir würden wieder einen Eingriff am See vornehmen“, meinte Peter Schiffmann (SPD). FWG-Sprecher Andreas Obermüller war schon deshalb für die „All-in-One-Lösung“, also eine Unterbringung im Feuerwehrhaus, weil man damit noch Optionen offen habe. „Ein Joker für die Zukunft“, fügte Bernhard Mayer (CSU) hinzu, für den die Mehrkosten sowie der „erhebliche Erhaltungsaufwand“ Argumente gegen das Bootshaus waren. Fraktions-Kollege Rudolf Gritsch befürchtete, dass sich die Stadt durch einen externen Bau zusätzliche Schwierigkeiten einhandeln werde. Peter Hollerauer (FWG) griff den Vorschlag der Bürgerliste zum Bau einer eigenen Garage am Container-Standort am Schulgelände auf, was CSU-Kollege Florian Widmann jedoch für keine gute Lösung hielt: „Das geht doch nicht gut, wenn man im Einsatz erst einmal über die Straße laufen muss.“ Vize-Bürgermeister Heino von Hammerstein (Bürgerliste) machte sich nach einer Abwägung der Vor- und Nachteile für eine Unterbringung am Feuerwehrhaus stark, auch wenn ein etwas kürzeres Feuerwehrhaus den Vorteil hätte, dass es anders auf dem Grundstück platziert werden könnte.

„Wir verlieren unten am See - an unserer Schokoladenseite“

Bürgermeister Johannes Hagn (CSU), der an die zuletzt „sehr aufwühlende Diskussion“ um das Bootshaus der Polizei erinnerte, fasste am Ende zusammen: „Mit einem neuen Bootshaus würden wir ein städtebauliches Problem nur an den See verlagern.“ Wenn, dann käme nur ein Standort am nördlichen Ortseingang in Frage. „Was wir aber oben mit einem vielleicht kleineren Feuerwehrhaus gewinnen, verlieren wir unten am See – an unserer Schokoladenseite.“

Einstimmig nahm der Stadtrat also von einem Bootshausbau „Abstand“. Nun können nächste Planungsschritte für das größte Vorhaben seit Langem folgen. Sechs Millionen Euro Kosten stehen bereits im Raum.

gr

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