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Auf der Erfolgsspur: Jungbrauer Markus Hoppe hat Ideen und Erfolg. Aber gegen den Bau seiner Brauerei gibt’s Nachbar-Einsprüche. Das Verfahren zieht sich.  

Waakirchner mag da kein Brauhaus haben

Brauhaus und Gasthaus: Nachbar hat ein Problem mit Hoppe-Plänen

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Was Markus Hoppe auch braut, es verkauft sich prächtig. Aber der Waakirchner Jungbrauer hat nicht nur Rückenwind. Gegen seine Pläne, eine Brauerei und einen Gasthof zu bauen, gibt’s Einwände von Nachbarn. 

Waakirchen – Zum Waakirchner Dorffest hat Markus Hoppe (27), bekannt für seine wuiden Craft-Biere, das erste Mal ein Helles gebraut. Den Klassiker der großen Brauhäuser also, den er lange nicht angepackt hat. „Das war bei mir schnell weg“, strahlt er. 1400 Liter schenkten der Jungbrauer und sein Team am Stand aus. Und auch die Rückmeldungen stimmen ihn froh. Gut 150 Bewertungen liefen via Internet auf. Hoppe hatte darum gebeten, um den zweiten Sud entsprechend anzupassen. Ergebnis: Das Helle kann eigentlich so bleiben, wie es ist. „Nur etwas weniger malzig“. sagt Hoppe. Die Hoppe-Note – eine Hopfen-Note – bleibe. „Ein stinknormales Helles brauche ich nicht brauen.“

Den zweite Sud, wieder 80 Hektoliter, ruht schon im Tank. Am 29. September kommt er auf den Markt. Und noch einen dritten Sud wird er in der Anlage von Wildbräu in Grafing ansetzen. Dann soll dort Schluss sein. Hoppe will endlich seine eigene Braustätte hochziehen. Wie berichtet, soll sie am Ortseingang, von Bad Tölz kommend, entstehen. Geplant sind eine Schaubrauerei mit Gaststätte und Biergarten. Der Gemeinderat hat zugestimmt, aber das Genehmigungsverfahren zieht sich.

Dabei laufen die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplans parallel, wie der Waakirchner Bauamtsleiter Christoph Marcher berichtet. Aber Mitte August kam wieder ein Schreiben mit Nachbar-Einwänden. Marcher, gerade vom Urlaub zurückgekehrt, muss sie jetzt prüfen. Was diese Einwände nach sich ziehen, kann er jetzt noch nicht sagen. Vielleicht ist eine juristische Einschätzung nötig, vielleicht muss noch ein Gutachten her. Bis das geklärt ist, wird noch einige Zeit vergehen. Der Gemeinderat wird sich voraussichtlich in der September-Sitzung mit den Einwänden und der Abwägung befassen. Wann das Verfahren dann abgeschlossen sein wird und Hoppe seine Genehmigung bekommt, lässt sich Marcher zufolge noch nicht sagen.

Beschwerdeführer ist Rainer Küppers, der in dem Schreiben etliche Kritikpunkte aufgelistet hat, sich aber öffentlich noch nicht äußern möchte. Zuerst, findet er, sollen sich Bürgermeister und Gemeinderäte mit seinen Argumenten befassen.

Unterdessen übt sich Jungbrauer Hoppe in Gelassenheit. Einen Baubeginn in diesem Jahr, wie erst geplant, hat er längst abgeschrieben. Im Winter kann er ohnehin nicht beginnen. Und bis zum Frühjahr, hofft er, wird die Genehmigung da sein. „Mir pressiert es also nicht.“ Über einen Zeitplan mag Hoppe inzwischen eigentlich nicht mehr reden. Auch wenn er nichts lieber täte, als sofort loszulegen. Zumal die junge Familie schon viel in die Planung investiert hat.

Zu tun hat das Hoppebräu-Team genug. Im Herbst stellt Hoppe einen Azubi ein. Fünf Leute beschäftigt er dann schon. „Und das Geschäft brummt.“ Den Betrieb zu entwickeln, darauf konzentriert er sich jetzt. Auch wenn ihn der Gegenwind doch etwas schmerzt. Er habe mit Küppers Gespräche geführt, doch leider sei es zu keiner Lösung gekommen, berichtet Hoppe. Von anderen Nachbarn hingegen bekomme er sogar Zuspruch.

Der zweite Auflage des ersten Hellen ist übrigens schon verkauft: lauter Vorbestellungen. Das macht Hoppe Mut. Weil er trotz des Ringens um seinen Neubau viel Rückenwind aus seiner Heimat spürt. Die herben Craft-Biere schmecken allerdings nicht jedem: „Es sagen schon viele, dass sie mich jetzt auch unterstützen können.“

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