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Andreas Scherzer 

Verein „Rettet den Tegernsee“ sammelt Unterschriften 

Bürgerbegehren zur Schwaighofbucht: „Vor einer Wahl hören sie einem zu“

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Kurz vor der Kommunalwahl hat der Verein „Rettet den Tegernsee“ ein Bürgerbegehren gestartet.  Andreas Scherzer erklärt, warum er den Zeitpunkt für gut hält.

Tegernsee– Knapp 200 Unterschriften hat der Verein „Rettet den Tegernsee“ für sein Bürgerbegehren beisammen. „Es lässt sich ganz gut an“, sagt der Vorsitzende Andreas Scherzer. Wie berichtet, will der Verein, dass die Stadt Tegernsee mehr tut als bisher, um die Schwaighofbucht vom Schlamm zu befreien. Die Fragestellung des Begehrens lautet: „Sind Sie dafür, dass die Stadt Tegernsee alles rechtlich Zulässige unternimmt, damit die zum Teil lebensgefährliche Verschlammung der Schwaighofbucht zwischen dem Anwesen Schwaighofstraße 2 im Norden und der Mündung der Rottach in den Tegernsee beseitigt, und das Baden im See wieder möglich wird?“

Der Startschuss erfolgte bei einem Vereinstreffen Ende Januar im Rottacher Café Maxl. Dort stimmte der vom Verein beauftragte Anwalt Benno Ziegler die Runde auf eine Auseinandersetzung mit der Stadt Tegernsee ein. Zieglers kämpferischer Eifer hat bereits im Verfahren um die Erweiterung der Wasserschutzzone für Aufsehen gesorgt. Im Café Maxl nahm Ziegler den Tegernseer Rathauschef Johannes Hagn ins Visier. Der müsse seiner Sicherungspflicht nachkommen und den Freistaat zum Handeln bringen, urteilte er. Mit dem Bürgerbegehren könne man den Zögerlichen „zum Jagen tragen“.

Andreas Scherzer  ist mit Wortwahl seines Anwalts nicht glücklich 

Eine Wortwahl, mit der Scherzer nicht glücklich ist. „Ich will den Bürgermeister mit im Boot haben“, meint er. Mit dem Begehren wolle der Verein lediglich erreichen, dass die Stadt ihre Rechte noch stärker wahrnehme als bisher. Er wisse, dass der Zeitpunkt des Begehrens kurz vor der Kommunalwahl beim Bürgermeister nicht gut ankomme. Nach seinen Erfahrungen mit der Politik ist Scherzer trotzdem davon überzeugt, dass der Zeitpunkt gut gewählt ist: „Immer vor einer Wahl hören sie einem zu.“

Eine Wirkung sieht Scherzer bereits. „Das Umweltministerium hat sich bei uns gemeldet“, berichtet er. Zuvor habe der Verein monatelang auf eine Reaktion gewartet. Als hilfreich habe sich das Engagement der FW-Kreisvorsitzenden und Landratskandidatin Gisela Hölscher aus Waakirchen erwiesen. Sie kam zum Treff im Maxl und ist nun Unterstützerin.

Unterschriftensammler unterwegs

Um mehr Unterschriften für das Begehren zu sammeln, will der Verein in nächster Zeit die Werbetrommel rühren. 400 Unterschriften müssen es mindestens sein, damit es einen Bürgerentscheid gibt. Gültig sind nur die Signaturen von Tegernseer Bürgern. „Es haben auch etliche Rottacher unterschrieben“, räumt Scherzer ein. Er empfinde aber auch deren Unterstützung als hilfreich. So sehe die Politik, wie wichtig das Thema Schwaighofbucht den Menschen im Tegernseer Tal ist.

Rathauschef Johannes Hagn wartet das Ergebnis der Unterschriftensammlung gelassen ab. Wie berichtet, hatte er bei einer Podiumsdiskussion der Tegernseer Bürgermeisterkandidaten keinen Hehl aus seinem Ärger über die Rhetorik beim Start des Bürgerbegehrens gemacht. „Aber wir ziehen eigentlich am selben Strang“, macht Hagn klar. Die Stadt habe alles Erforderliche getan, um eine Verbesserung der Situation an der Schwaighofbucht anzustoßen. Nach Einschätzung des Stadtrats bieten sich mikrobiologische oder chemische Lösungen zum Schlammabbau an. Ob sie zu realisieren sind, müsse das Umweltministerium prüfen. Ein Ausbaggern der Bucht komme nicht in Frage. Dies sei das Ergebnis einer Untersuchung, die die Stadt in Auftrag gegeben und auch bezahlt habe – ohne zuständig zu sein.

Sicherungspflicht als Argument

Das Argument, das Anwalt Ziegler sich als Schwert gewählt hat, ist die Sicherungspflicht der Stadt. Es taugt nach Hagn Überzeugung überhaupt nicht, um eine Entschlammung der Bucht durchzusetzen. Aktuell warnen Schilder vorm Baden im schlammigen Uferbereich. „Wenn das als Sicherung nicht ausreichen sollte, ergreifen wir sofort weitere Maßnahmen“, kündigt Hagn an. Absperrungen wären wohl denkbar – aber nicht die Entschlammung der ganzen Bucht: „Schon deshalb, weil das Jahre dauern würde.“

Lesen Sie auch: Verein „Rettet den Tegernsee“ startet Bürgerbegehren zur Schwaighofbucht

Schwaighofbucht: Lässt sich der Schlamm einfach zersetzen?

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