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Der Neujahrsempfang der Stadt Tegernsee fand im Café Kreutzkamm statt.

Johannes Hagn beim Neujahrsempfang der Stadt Tegernsee

Bürgermeister fordert Räumung der Turnhalle

  • Gerti Reichl
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Tegernsee 200 Asylbewerber leben derzeit in Tegernsee in der Landkreis-Turnhalle. Für Bürgermeister Johannes Hagn ist die Grenze des Zumutbaren für die 3200 Bürger und auch die Flüchtlinge selbst erreicht.

200 Asylbewerber leben derzeit in Tegernsee in der Landkreis-Turnhalle. Für Bürgermeister Johannes Hagn ist die Grenze des Zumutbaren für die 3200 Bürger und auch die Flüchtlinge selbst erreicht. Beim Neujahrsempfang der Stadt forderte er die Bundesregierung zum Handeln auf. 

Die Flüchtlingsproblematik ist auch in Tegernsee 2016 ein dominierendes Thema. Jede Woche kommen 33 neue Asylbewerber im Landkreis an, die irgendwo unterkommen müssen. „Die Grenze bei uns ist erreicht“, sagte Hagn am Freitagabend beim Neujahrsempfang im Café Kreutzkamm vor einer großen Schar von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Schließlich sei Tegernsee ein Tourismus-Ort und ein Ort mit Schulen. „Nachbarn der Flüchtlingsunterkunft und Bürger hätten es verdient, dass wir weniger Flüchtlinge hätten.“ 

Dass es zu Konflikten in der Halle komme, sei nachvollziehbar, so der Rathauschef, denn die „Unterbringung dort ist auf Dauer unzumutbar.“ Das Ziel bleibe, so Hagn, dass die Turnhalle möglichst schon im Frühjahr geräumt, renoviert und wieder für den Sport zu Verfügung steht. Dies hänge aber auch von den anderen Kommunen und deren Bereitschaft zur Unterbringung von Flüchtlingen ab. In der Hoffnung, nicht nur der anwesende Landrat Wolfgang Rzehak möge dies hören, forderte der CSU-Bürgermeister die Bundesregierung zum Handeln auf: „Es ist für uns allerhöchste Zeit, wir brauchen Lösungen.“ 

Der Übergang zum Thema bezahlbarer Wohnraum war fließend. Im Zuge der Krankenhaus-Areal-Bebauung werde die Bremer Residenz-Gruppe jungen Familien Wohnungen nicht nur zur Miete, sondern auch zum Kauf anbieten – „bis zu 30 Prozent günstiger“. Die Ausarbeitung der entsprechenden Verträge sei aufwendig und der Grund dafür, dass sich die Verwirklichung so lange hinzieht. Hagn zählte die wichtigsten Projekte für Tegernsee auf, darunter die geplante Verkehrsstudie, die Neuplanung des Feuerwehrhauses, die Lösung im Spielbankabgaben-Streit, die noch ungewissen Hotel-Pläne der A-ja-Gruppe und die Erweiterung der Orthopädischen Klinik. „Auf Tegernsee warten 2016 einige Veränderungen“, sagte Hagn. 

Ob dazu auch die Schwaighofbucht zählt, für deren Ausbaggern sich eine Bürgerinitiative einsetzt, ließ Hagn offen. Zwar würden in den nächsten Wochen erste Gespräche starten, „doch es muss sich zeigen, was das Ausbaggern kostet und was das bringt“. Es sei aber sinnlos, viel Geld auszugeben, „wenn in zehn Jahren alles wieder beim Alten ist.“ 

Viele Veränderungen, viele Vorhaben – dabei gab’s 2015 auch viel Schönes in Tegernsee und soll’s auch heuer wieder geben: Angefangen vom Blumenmarkt bis zum Bergfilmfestival oder dem Adventszauber, dessen Vermarktung bei der Tegernseer Tal Tourismus GmbH in besten Händen sei. Ein Weihnachtsmarkt in Kaltenbrunn und ein Schiff dorthin sei hoffentlich nicht mehr lange nur „Zukunftsmusik“. Allein 34 Vereinsvertreter hatten sich zum Empfang angemeldet – Hagn bedankte sich bei allen Ehrenamtliche: „Sie alle verkörpern die lebendige Ortsgemeinschaft und halten sie am Leben.“

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