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Bürgermeister Peter Höß beim Interview zur Causa Köhl 

Nach missglücktem Interview zur Trennung von Stephan Köhl 

Bürgermeister weisen Zensur-Vorwurf zurück

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Tegernseer Tal - Die Bürgermeister stellen fest: Sie haben das nie veröffentlichte Interview zur Causa Köhl nicht zensiert. Tatsächlich handelt es sich um eine Kommunikationspanne auf der ganzen Linie.

Es sollte ein klärendes Interview zum Rauswurf von TTT-Chef Stephan Köhl werden – und geriet zum Desaster. Die Bürgermeister stellen fest: Sie haben das nie veröffentlichte Interview nicht zensiert. Tatsächlich handelt es sich um eine Kommunikationspanne auf der ganzen Linie.

Hat die zweite Führungsebene der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) den neuen Chef weggemobbt? Nach der eiligen Trennung von Stephan Köhl (51) sah sich die TTT-Mannschaft diesem Vorwurf ausgesetzt. Um dem entgegenzutreten, bot TTT-Sprecherin Claudia Mach unserer Zeitung ein Exklusiv-Interview an. Peter Höß wolle als Sprecher der Tal-Bürgermeister mehr über die Gründe sagen, die zur Vertragsauflösung geführt haben, hieß es. Dies geschah kurz nach einer Vermieterversammlung in Bad Wiessee, bei der Höß viele Fragen nicht beantwortet hatte. Wie berichtet, wurde das Interview zwar geführt, aber nie veröffentlicht. Denn was nach der üblichen Autorisierung zur Veröffentlichung freigegeben wurde, war so stark gekürzt und verändert, dass die Redaktion auf den Abdruck verzichtet hat.

Und nicht nur das: Unsere Zeitung hat auch offengelegt, was die TTT-Sprecherin zum Hintergrund erklärte: Dass alle Bürgermeister als Gesellschafter auf das Interview „noch mal draufgeschaut“ hätten. Der freigegebene Text sei das Ergebnis dieses Durchlaufs. Intern habe es „extrem viel Abstimmungsbedarf“ gegeben. Daraufhin hieß es in unserem Artikel: „Als Gesellschafter hatten sämtliche Bürgermeister des Tegernseer Tals Einblick in das Interview und hatten entsprechende Änderungen vorgenommen.“ 

Ein Satz, zu dem Peter Höß  jetzt eine förmliche Gegendarstellung in unserer Zeitung verlangte. „Die Behauptung, dass die Bürgermeister Änderungen vorgenommen hätten, ist unzutreffend. Solche Änderungen hat es zu keiner Zeit gegeben“, heißt es in seiner Stellungnahme. Gegen den Vorwurf der Zensur wehren sich der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn sowie seine Kollegen Josef Bierschneider (Kreuth), Christian Köck (Rottach-Egern) und Georg von Preysing (Gmund) auch in eigener Regie. „Wir hatten keine Kenntnis vom ursprünglichen Text des Interviews, sondern uns lag nur eine Version vor, die anscheinend schon bearbeitet war und die wir letztendlich freigegeben haben. Wir selber haben keine Zensur vorgenommen“, schreibt Bierschneider. Er teile dies auch im Namen von Köck und Preysing mit. 

Hagn wiederum stellt in einem eigenen Schreiben fest, dass er in dem ihm zur Freigabe vorgelegten Interview lediglich zwei Anmerkungen zur Klarstellung gemacht habe. Er verwahre sich „in aller Form gegen den Vorwurf der Zensur“. Der hat die vier Bürgermeister wohl tatsächlich zu Unrecht getroffen. Ihren Angaben folgend, haben sie den Orginaltext nie bekommen. Ein Punkt, zu dem sich TTT-Pressesprecherin Mach am Sonntag nicht äußern wollte. 

Was Bürgermeister Hagn und wohl auch seine Kollegen nicht wussten: Die später so stark reduzierten Antworten von Höß auf die offenen Fragen zur Causa Köhl waren zum größten Teil von Höß oder der TTT bereits schriftlich fixiert. Mach hatte darum gebeten, die Fragen am Tag vor dem Interview schriftlich zu bekommen, um die Antworten mit der Anwältin abstimmen zu können. Schließlich bewege man sich aufgrund des Arbeitsrechts auf schwierigem Gelände. Ein Interview mit Höß und TTT-Interims-Geschäftsführer Christian Kausch gab es dennoch, dabei lagen die Antworten zu den eingereichten Fragen schon schriftlich vor. Im Gespräch wurde manches vertieft und erläutert. Angesichts der juristisch heiklen Situation hielt sich die Redaktion bei der Wiedergabe des Interviews weitgehend an die schriftlich fixierten Antworten, zumal diese durchaus gehaltvoll waren. Hinzu kamen Fragen, die sich erst beim Nachhaken ergeben hatten. Die spontanen Antworten darauf wurden übrigens nicht gestrichen.

Wer die zuvor schriftlich dargelegten Antworten rückwirkend auf ein fast inhaltsloses Maß eingedampft hat, ist nicht wirklich klar. Nach Schilderung von Mach wohl die Anwältin. Sie war vor der Fixierung der schriftlichen Antworten offenbar doch nicht zu Rate gezogen worden. Ein Vorgang, über den sich Hagn  am Sonntag  im Gespräch mit der Redaktion sehr wunderte. Offenbar seien da Fehler passiert, meinte der Tegernseer Bürgermeister: „Das müssen wir jetzt sauber aufarbeiten.“

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