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Gut besuchte Bürgerversammlung: Rund 80 Interessierte lauschten ihrem Bürgermeister Johannes Hagn bei seinem Vortrag zu den wichtigsten Themen der Stadt. Die Hände blieben aber unten, Fragen hatte niemand. 

„Wir wollen das Schiff auf Kurs bringen“

Bürgerversammlung: Bürgermeister äußert sich zu TTT-Skandal

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Tegernsee - Bürgermeister Johannes Hagn geht bei der Bürgerversammlung auf die Schlagzeilen rund um die TTT ein. Die Bürger hatten Anfragen zur Parksituation und einem behindertengerechten Bahnhof.

Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) startete die Bürgerversammlung im Tegernseer Quirinal mit einer überraschenden Nachricht: Der Rechtsstreit um die Spielbankabgabe landet vor dem Münchner Verwaltungsgericht. Die Klage wurde angenommen. „Das Verwaltungsgericht schlägt eine Mediation vor einem Güterichter vor“, sagte Hagn vor den rund 80 Bürgern.

Die Dauerbrenner in Tegernsee standen freilich ganz oben auf der Agenda des Abends: Als Aufreger bezeichnete Hagn die Tegernseer Tal Tourismus (TTT). Nach nur drei Monaten im Amt wurde Chef Stephan Köhl entlassen. Die Kritik darüber war groß gewesen. Hagn rechtfertigte die Entscheidung: „Wir haben keinen Spaß daran, jemandem seinen Arbeitsplatz zu nehmen.“ Dieses Jahr wird die Stelle des Geschäftsführers nicht mehr ausgeschrieben, Christian Kausch leitet als Interims-Chef die Geschäfte. „Wir wollen das Schiff erst einmal auf Kurs bringen.“

Auf Kurs gebracht hat die Stadt verschiedene Bauvorhaben, die Hagn jeweils kurz skizzierte. Das Nicken und die gefassten Mienen der Bürger zeigten, dass auch sie ihre Hausaufgaben gemacht hatten und gut informiert waren. Zum Beispiel in Sachen Feuerwehrhaus. Hagn beschrieb die unguten Bedingungen wie den Platzmangel (wir berichteten). „Wir wollen keine Kompromisse schließen auf Kosten unserer Feuerwehr-Leute.“ Ob das Haus abgerissen oder umgebaut wird, steht noch nicht fest. Hagn machte aber deutlich, dass etwas passieren muss.

Zur Parksituation in Tegernsee hat die Stadt hat ein Gutachten in Auftrag gegeben und will im neuen Jahr zu dem Thema in Klausur gehen. „Am Zentralparkplatz läuft 2025 der Pachtvertrag aus“, sagte Hagn. Die Stadt wolle Alternativen eruieren. Die Anfrage eines Bürgers, welche Hagn vor der Versammlung erreicht hatte, ging in diese Richtung. In der Anfrage wurde vorgeschlagen, eine Umfrage zu starten, wer in Tegernsee einen Stellplatz brauche. Eine gute Idee, lobte der Bürgermeister. Er wisse, dass 33 Bürger auf der Warteliste für einen Park- oder Tiefgaragenplatz stehen. Vorausgesetzt, einige Bürger haben nicht doppelt ihren Bedarf angemeldet. Als „totales No-Go“ bezeichnete der Bürgermeister, dass viele auf den Behinderten-Parkplätzen stehen würden. Die Stadt hat daher die Überwachung auf sieben Tage die Woche ausgeweitet.

Eine zweite Anfrage: Wann wird der Bahnsteig behindertengerecht? „Die Situation ist mangelhaft“, gab Hagn zu. Der Bahnsteig am Tegernseer Bahnhof müsse erhöht werden, damit Rollstuhlfahrer einen besseren Zugang haben. 2017 oder 2018 wolle die Stadt mit dem Umbau beginnen. Aufwendig, aber nicht ganz so schwierig wie im Rathaus: Auch dort versucht die Stadt, den Zugang zu Räumen wie dem Sitzungssaal behindertengerecht umzubauen. „Das ist nur teilweise gelungen“, gab Hagn zu. Weil das Gebäude denkmalgeschützt und klein ist, findet Hagn keine Firma, die einen großen Treppenlift einbaut.

Die Versammlung endete mit Zustimmung. Zumindest ließ sich das Schweigen der Bürger so interpretieren.

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