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Strom für den E-Flitzer: Florian Appel vom E-Werk Tegernsee macht den BMW i3 startklar.   

Car-Sharing-Versuch beendet

E-Auto für alle: Projekt kam nicht in Fahrt

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Im Oktober 2017 hat das E-Werk Tegernsee die erste kostenpflichtige Ladesäule eröffnet und ein Car-Sharing-Modell gestartet. Letzteres kam aber nie richtig in Fahrt - das Projekt wurde beendet.

Tegernsee – Alle reden vom Klimaschutz, von E-Mobilität und dem Wunsch, dass der Anteil der elektrobetriebenen Fahrzeuge zunehmen solle – auch im Tegernseer Tal. Auf dem Privatsektor sind E-Fahrzeuge inzwischen auf dem Vormarsch. Um ein Zeichen zu setzen und die E-Mobilität ins Rollen zu bringen, hatte das E-Werk Tegernsee im Oktober 2017 am Betriebsgelände an der Hochfeldstraße nicht nur eine öffentliche E-Ladesäule in Betrieb genommen, sondern auch einen BMW i3 angeschafft. Der sollte zwar in erster Linie den Mitarbeitern zur Verfügung stehen, konnte aber an den Abenden und Wochenenden von Jedermann über eine Online-Plattform gebucht werden. Johannes Hagn als Bürgermeister und oberster Chef des E-Werks konnte ihn fortan ebenso buchen wie Firmen oder Privatleute. Von einem „Meilenstein auf vier Rädern“ für den Anschub der E-Mobilität im Tal war die Rede.

Lesen Sie hier: Moderne Säulen mit Zähler: Am Tegernsee gibt es drei neue E-Tankstellen

In Folge wurden in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Kommune weitere Ladesäulen in Betrieb genommen: im Oktober 2018 am Wandinger Parkplatz und am Zentralparkplatz in Rottach-Egern, sowie an der Seesauna in Tegernsee und im November 2019 dann noch am Wiesseer Dourdanplatz. Knapp 14.000 Kilowattstunden Strom wurden an allen Säulen bei über 1100 Ladevorgängen 2019 gezapft. Im Jahr davor waren es noch rund 3000 Kilowattstunden und etwas über 300 Ladevorgängen.

Der Zubau an Ladesäulen und die stark steigende Anzahl an zugelassenen E- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen (Steigerung von 61 Prozent der Neuzulassungen in 2019 im Vergleich zu 2018; Quelle: Verband der Automobilindustrie) führen in ganz Deutschland zu ähnlichen Zuwachszahlen.

Hier finden Sie den Bericht: E-Mobilität: Kleiner Flitzer, große Ambitionen

So erfreulich diese Zuwächse sind, so wurde in Tegernsee das Projekt mit dem E-Car-Sharing mangels Nachfrage nach zwei Jahren beendet. Allerdings rollt der E-Flitzer, der es seit August 2017 auf annähernd 19.000 Kilometer brachte, weiter: „Da das Leasing für den i3 noch bis Mitte August läuft, wird das Fahrzeug bis dahin wie bisher als Pool-Fahrzeug genutzt“, berichtet Florian Appel vom E-Werk Tegernsee. Dem Bürgermeister und den Mitarbeitern der Stadt sowie der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) wird das Auto weiter zur Verfügung stehen.

E-Werk arbeitet schon an neuem Pilotprojekt auf der Point

„Es war ein Test-Ballon“, sagt Appel und kündigt an, dass auch das E-Werk den Wagen weiter nutzen und die firmeneigene Flotte weiter umrüsten werde. Währenddessen arbeitet das Unternehmen an einem neuen Pilotprojekt: Auf der Point soll eine bestehende Wallbox mit elf kW durch eine neue Säule mit zwei Zapfstellen mit einer Ladeleistung von je 22 kW ersetzt werden. Der feine Unterschied: Bezahlt wird hier ausschließlich per EC- oder Kreditkarte und nicht mehr mit einer der zig Ladekarten, von denen E-Auto-Besitzer meist mehrere in der Tasche haben müssen. Auf diese Weise entfällt zum einen das mitunter lästige Durchprobieren von unterschiedlichen Ladekarten und Lade-Apps. „Und darüber hinaus wissen die Nutzer von Beginn an, was sie die Kilowattstunde kostet“, erklärt Appel.

Das Projekt soll heuer starten und wird auch staatlich gefördert. „Zu 50 Prozent, weil dort auf der Point auch ein Anschluss ans ÖPNV-Netz besteht“, so Appel. Auch von der Stadt wird es für das Projekt einen Zuschuss geben. „Wir sind auf einem guten Weg am Tegernsee“, glaubt Florian Appel.

Auch interessant: Lösungen zum Verkehr: „Der große Wurf wird nicht kommen“

gr

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