Christian Kausch ist der neue Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH. 
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Christian Kausch ist der neue Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH. 

Interview mit dem TTT-Geschäftsführer

Christian Kausch: „Die TTT ist keine One-Man-Show“

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Tegernsee - Schon zwei Mal ist Christian Kausch als Interims-Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH eingesprungen. Jetzt haben die Beiräte ihm die Stelle anvertraut. 

Zweimal schon ist Christian Kausch (38) als Interims-Chef bei der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) in die Bresche gesprungen. Zuletzt, als Stephan Köhl im April 2016 die TTT nach einem nur kurzen Gastspiel überraschend verlassen musste. Seit Kurzem ist Kausch nun offiziell der Geschäftsführer der Tourismus GmbH. Wie berichtet, haben die Gesellschafter – also die Bürgermeister – und die Beiräte beschlossen, die Stelle nicht neu auszuschreiben, sondern sie Kausch anzuvertrauen. Wir haben mit dem Wiesseer darüber gesprochen, wie es ihm mit der neuen Situation geht und darüber, ob sich nun viel ändern wird in seiner täglichen Arbeitsweise. 

Herr Kausch, Glückwunsch zum Geschäftsführer-Posten! Wie haben sie die jüngsten Entwicklungen bei der TTT erlebt? 

Zunächst einmal ist es von der Entwicklung her so gelaufen, wie es zwischen Gesellschaftern und Beiräten vereinbart war. Es gab anfangs einige Gespräche, bei denen beschlossen wurde, dass man erst einmal ein paar Dinge sortieren und das Thema Geschäftsführer bis Jahresende ruhen lassen möchte, ehe man über eine Neubesetzung entscheidet. Ich bin glücklich darüber, dass dieser Zeitplan eingehalten wurde und man jetzt tatsächlich eine Entscheidung getroffen hat. Schließlich ist es auch für die Mitarbeiter und Leistungsträger wichtig zu wissen, wie es weitergeht. 

„Es macht keinen Sinn gegen Windmühlen zu kämpfen“

Der private Beirat der TTT war bei der Kündigung Stephan Köhls nicht mit einbezogen, was für viel Kritik sorgte. Bei der Entscheidung über die Nachfolge durfte er mitreden. Wie wichtig ist das aus Ihrer Sicht? 

Es ist sehr wichtig, dass die Beiräte hinter der Entscheidung stehen. Der Beirat besteht schließlich aus den direkt betroffenen Gastgebern und Leistungsträgern. Es macht ja keinen Sinn, gegen Windmühlen zu kämpfen. 

„Noch vor einem Jahr hätte ich den Job nicht geschenkt haben wollen“

Sie waren viele Jahre Prokurist bei der TTT und zweimal Übergangs-Chef. Hätten Sie sich träumen lassen, mal offiziell an der Spitze der Tourismus-Organisation zu stehen? 

Noch vor einem Jahr hätte ich den Job nicht geschenkt haben wollen (lacht). Ich war es damals nicht gewohnt, im Vordergrund zu stehen. Da musste ich erst hineinwachsen. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass mich die Leute kennen und ich auf der Straße angesprochen werde. 

Und man muss in dieser Position sicher auch Kritik aushalten können. 

Ja, aber so lange die Kritik konstruktiv ist, kann ich damit gut umgehen. Als Geschäftsführer der TTT ist man ja nicht nur Chef einer GmbH, sondern ist voll in die Politik involviert. Da kann man es nicht jedem Recht machen. Aber ich habe das gute Gefühl, dass die Bürgermeister alle hinter mir stehen.

„Wenn die Entscheidung anders ausgegangen wäre, hätte ich sie auch mitgetragen“

Wie überrascht waren Sie, dass Sie nun als TTT-Chef zum Zug gekommen sind? 

Ich war zweimal Interims-Chef. Irgendwann habe ich eben gesagt, ich stelle mich für die Aufgabe zur Verfügung. Ich bin kein Touristiker, mir war daher klar, dass ich nicht der klassische Kandidat bin. Ich habe das immer sehr pragmatisch gesehen: Wenn die Entscheidung anders ausgegangen wäre, hätte ich sie auch mitgetragen. 

Die Entscheidungsträger haben Ihnen zugute gehalten, dass Sie nach dem Weggang Köhls das Schiff TTT auf ruhigem Kurs gehalten haben. Wie schwierig war der Job als Interims-Chef tatsächlich? 

Es war anfangs eine sehr schwierige, teils chaotische Zeit – für alle Beteiligten. Aber ich persönlich bin ein sehr ruhiger Mensch und versuche erst einmal, zu sortieren. So haben wir Schritt für Schritt alles abgearbeitet, so dass nichts liegen geblieben ist.

Kausch setzt auf Transparenz 

Werden Sie als offizieller TTT-Chef nun neue Schwerpunkte in Ihrer Arbeit setzen? 

Es wird in jedem Fall nicht weniger Arbeit werden. Und: Jetzt habe ich offiziell Schuld, wenn etwas nicht so gut läuft. Als Interim hat man da noch mehr Freiheiten. Ich werde auf jeden Fall am Thema Transparenz festhalten. Wir haben bereits veröffentlicht, was wir 2017 alles planen und somit auch, was wir mit dem Budget anfangen werden. Das werde ich demnächst auch in den Gemeinderäten vorstellen. Grundsätzlich werde ich weiterhin mehr die Sachthemen in den Vordergrund stellen. Die TTT ist schließlich keine One-Man-Show.

War die TTT in der Vergangenheit Ihrer Meinung nach zu sehr „One-Man-Show“? 

Das kann man so nicht sagen. In der Vergangenheit hatte der TTT-Geschäftsführer noch ganz andere Aufgaben, musste zum Beispiel die Integration der fünf Tourist-Informationen in die TTT vorantreiben und bei Masterplan und ATS-Fusion extrem viel Gremienarbeit leisten. Da muss es einen geben, der mit wehenden Fahnen vorne weg geht. Jetzt haben wir eine ganz andere Situation: Es geht wieder mehr um einzelne Sachthemen.

Und da setzen Sie ganz auf Ihr bewährtes Team? 

Ja. Ich kann schließlich nicht alles gleichzeitig machen und will auch nicht überall im Vordergrund stehen. Wir haben ein sehr gutes Team mit sehr guten Leuten. Auch die dürfen in ihren Bereichen glänzen.

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