Rita Wensauer aus Tegernsee strickt schon seit langem gern.
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Rita Wensauer aus Tegernsee strickt schon seit langem gern.

77-Jährige ist während Corona vielbeschäftigt

Die „Strickliesel“ von Tegernsee: Frau strickt im Lockdown meterweise Socken - „Weil es mir einfach Freude macht“

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Rita Wensauer aus Tegernsee hat schon immer gestrickt wie eine Wilde. Doch seit Corona klappern die Nadeln mehr denn je: Die 77-Jährige strickt die Socken meterweise.

Tegernsee – Im Laufe der Corona-Pandemie haben viele Menschen neue Leidenschaften für sich entdeckt oder zu einstigen Hobbys zurückgefunden. Bei Rita Wensauer aus Tegernsee liegt der Fall so: Die 77-jährige gebürtige Holledauerin, die seit 43 Jahren am Tegernsee daheim ist, hat schon immer wie eine Wilde gestrickt. Doch seit Corona klappern die Nadeln mehr denn je.

Corona-Lockdown in Tegernsee: 77-Jährige strickt meterweise Socken - und hängt sie auf ihren Balkon

Meterweise bunte Socken: 23 Paar hat Rita Wensauer allein im zweiten Corona-Lockdown gestrickt - aus Wollresten.

Das jüngste Ergebnis ihrer Strickerei war jetzt auf dem Balkon ihrer Wohnung an der Bahnhofstraße zu sehen und mag so manchen Passanten zum Staunen gebracht haben: 23 Paar Socken hingen da an einer Wäscheleine, bunt aufgereiht. „Die sind alle allein im zweiten Lockdown entstanden“, sagt Wensauer und erzählt, wie sich das mit dem Stricken, das sie schon in der Schule gelernt habe, bei ihr entwickelt hat.

Tegernsee: Zahlreiche Socken hängen an Balkon - und bringen Passanten zum Staunen

Vor vielen, vielen Jahren sei der Baier Fredi, der ehemalige Hauptmann der Tegernseer Gebirgsschützen, zu ihr gekommen und habe gefragt, ob sie nicht für die Schützen die Strümpfe stricken wolle. Wensauer wollte, „doch die Strümpfe waren aufwendig, weil sie auch bestickt werden mussten“. Wie das halt so kommt, wenn man Tag und Nacht nadelt, machten die Hände nach einiger Zeit nicht mehr so mit. Wensauer bekam es mit einem Karpaltunnelsyndrom zu tun und musste das Strickzeug wegen einer Operation weglegen.

Wieder genesen, packte sie die Leidenschaft erneut. „Jetzt sitze ich schon morgens gleich nach dem Frühstück in der Morgensonne am Basteltisch, hör’ Radio und stricke vor mich hin, weil es mir einfach Freude macht.“ Weil sie wegen des Lockdowns fast nur daheim sei und auch ihre Treffen mit dem Frauenbund ausfallen, nadelt Wensauer mehr denn je.

Alltag im Lockdown: Frau aus Tegernsee strickt jeden Tag Socken - „Weil es mir einfach Freude macht“

Natürlich seien auch „Auftragsstrümpfe“ dabei, etwa für die Trachtenvereine, für die sie etwas verlange. Familie und Freunde, ihre beiden Söhne und die Enkelkinder werden mit Strümpfen und Socken in allen möglichen Farben und Mustern versorgt. Auch an Kinderdörfer verschenkt sie ihre Werke oder spendet sie für Sammlungen.

„Weil jetzt die Wollgeschäfte geschlossen sind, hab ich einfach alle Woll-Reste verstrickt“, sagt die 77-Jährige. Und so kam es zu der Ansammlung von 23 Paar bunten Lockdown-Strümpfen auf der Wäscheleine.

Zwei Wanderer aus dem Landkreis München mussten am Wochenende an der Halserspitze von der Bergwacht gerettet werden. Sie drohten abzustürzen. Auch auf die Sutten in Rottach-Egern war der Besucher-Ansturm trotz Lockdown zuletzt enorm. Was die Hütten mit ihrem To-go-Angebot freut, versetzt die Gemeinde in Alarmbereitschaft: Sie muss den Ansturm in Bahnen leiten. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Tegernsee-Newsletter.

(Von Gerti Reichl)

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