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Die Gäste können kommen: Steffi Erlacher vom Moarhof in Bad Wiessee bereitet ihre Zimmer für Urlauber vor. Ihre Ferienwohnungen sind für den Sommer bereits ausgebucht.

Es wird wieder Urlaub am Tegernsee gebucht

Corona-Lockerungen: Für Vermieter geht‘s raus aus der Schockstarre

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Seit klar ist, dass Hotels und Ferienwohnungen ab 30. Mai wieder öffnen dürfen, geht es mit den Buchungen bergauf. Auch am Tegernsee wollen die Vermieter raus aus der Schockstarre.

Tegernseer Tal – Steffi Erlacher hatte schon so eine Vorahnung. Als Markus Söder Dienstag Mittag die Corona-Lockerungen für die Gastronomie und Hotellerie verkündete, bereitete sich die Betreiberin des Moarhofs in Bad Wiessee innerlich auf viele Telefonate vor. Und tatsächlich: Innerhalb von nur drei Tagen waren all ihre Ferienwohnungen für die Sommermonate ausgebucht.

„Das war total verrückt“, freut sich Erlacher. Die Gäste seien froh und glücklich, dass sie endlich weitgehende Sicherheit hätten und beruhigt ihr Urlaubsdomizil buchen könnten. Die Wiesseerin, die auch Gästezimmer vermietet, glaubt, dass gerade jetzt Ferienwohnungen besonders begehrt sind. Dort sind die Familien schließlich unter sich. „Ich freue mich, dass es losgeht“, sagt Erlacher.

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Als „Wechselbad zwischen Himmel und Hölle“ beschreibt Anastasia Stadler, Inhaberin des Webermohofs in Rottach-Egern, die zurückliegenden Wochen und Monate. Auch sie spürt seit Kurzem eine Rückkehr zur Normalität, Buchungen plätscherten wieder munter herein. „Die Leute sind ganz heiß auf Urlaub“, glaubt die Rottacherin, die insgesamt 60 Betten – aufgeteilt auf Ferienwohnungen, Gästezimmer und ein Ferienhaus – offeriert.

„Heuer gibt‘s nur Urlaub mit Corona - und wir sind gerüstet“

Von vielen Gästen wisse sie, dass diese für den Sommer einen Aufenthalt im Ausland geplant hatten, aufgrund der aktuellen Lage nun aber auf die Unterkünfte im eigenen Land ausgewichen sind. Angst vor dem, was auf sie zukommt, hat Stadler nicht. „Es gibt in diesem Jahr kein ,vor und nach Corona‘“, sagt sie. „Heuer gibt’s nur Urlaub mit Corona – und wir sind gerüstet.“

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Gut vorbereitet will auch Florian Riethmüller, Mitpächter des Seehotels Zur Post in Tegernsee, in die Phase der Wiedereröffnung gehen. So wie es der bayerische Fahrplan vorgibt, will Riethmüller am 18. Mai zunächst die Außengastronomie – sprich Terrasse und Biergarten – in Betrieb nehmen, ab 25. Mai das Restaurant, ab 30. Mai dann auch das Hotel. „Wir merken schon einen deutlichen Anstieg“, sagt Riethmüller über die Gäste-Nachfrage. Seit Mittwoch seien es allein etwa 20 bis 25 Buchungen gewesen. Für die Pfingstferien rechnet der Gastronom mit einer Auslastung von etwa 90 Prozent.

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Für Riethmüller und seine Mitbetreiberin Sabrina Rössel, die die Post erst im Dezember 2018 übernommen haben, kommen die Corona-Lockerungen gerade noch rechtzeitig. Sie hätten sehr viel in die 38 Zimmer investiert, macht Riethmüller deutlich. In diesem Sommer wollten die neuen Pächter mit ihrem Biergarten so richtig durchstarten. „Da hat uns Corona den Start versaut“, sagt der Wirt. Jetzt hofft er auf die kommenden Monate. „Wir sind sehr froh, dass es wieder losgeht – auch im Sinne unserer Mitarbeiter.“

Dennoch plagen Riethmüller angesichts der coronabedingten Auflagen und Vorschriften auch Bauchschmerzen. Wie solle man etwa kontrollieren, ob Gäste aus verschiedenen Haushalten auch die gebotenen Abstandsregeln einhalten? Das ginge ja nur über Ausweiskontrollen. „Da dürfen wir als Wirt dann Ordnungsamt spielen“, fürchtet der Gastronom.

Auch TTT verzeichnet steigendes Interesse der Urlauber

Dass das Interesse der Gäste an der Ferienregion Tegernsee mit Bekanntwerden der Exit-Strategie wieder steigt, kann auch Christian Kausch, Chef der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT), bestätigen. „Wir haben sehr viele Anrufe verschiedenster Art bekommen – auch Buchungen“, berichtet er. Was den Urlaub zu Corona-Zeiten anbelangt, würden auf sozialen Netzwerken teils skurrile Behauptungen kursieren – etwa was die Hygiene-Vorschriften betrifft. „Ich bin froh, dass da die Gäste lieber direkt bei uns nachfragen“, meint Kausch. Bei den Vermietern erkenne er eine hohe Motivation und Freude darüber, dass es wieder los gehe. Eine Aussage darüber, wie die gesamte Restsaison verlaufen wird, „können wir derzeit aber nicht treffen“.

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