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Tegernsee-Verbot für Münchner? Zum Schämen, findet Autor Klaus-Maria Mehr.

Kommentar

Tegernsee-Verbot für Münchner: Ich schäme mich aktuell, im Tal zu wohnen

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Die Bürgermeister rund um den Tegernsee fordern ein Ausflugsverbot für Münchner. Viele Tal-Bewohner stimmen auf Facebook mit ein. Zum Schämen, findet unser Autor.

  • Tegernsees Bürgermeister hat mit seinem Brandbrief nach München, in dem er härtere Ausgangsbeschränkungen für Münchner fordert, hohe Wellen geschlagen.
  • Wir kommentieren das Thema München-Ausflüge in der Coronakrise von zwei Seiten.
  • Nachfolgend lesen Sie den Contra-Kommentar zur Tegernseer Haltung. Hier geht‘s zum Pro-Kommentar „Beschränkung muss sein“.
  • Das Tegernseer Tal gibt in der Corona-Krise ein erschreckendes Außenbild ab. Politisch wie gesellschaftlich. Hagns Brief mag in der Sache verständlich sein. Im Ton („Wer soll den Dreck der Münchner wegräumen.“) ist er völlig unangemessen. Umso entsetzlicher, wie viele Tal-Bewohner in den Sozialen Medien mit Lust in diese Kerbe schlagen.

    Brandbrief wegen Münchner Ausflüglern: Im Ton völlig vergriffen 

    Die Wut, die da dem „Corona-Münchner“ entgegenschlägt, hat nichts mehr mit der üblichen Einheimische-gegen-Ausflügler-Thematik zu tun. Sie wird zur Hetze. Und das hat schon jetzt Folgen: Tal-Bewohner mit Münchner Firmenautos trauen sich nicht mehr auf die Straße, weil sie mit Eiern beworfen werden. 

    Sind denn alle coronarrisch geworden? Ist das das Bild, das das Tegernseer Tal in dieser Zeit abgeben will? Fremdenfeindlich, borniert, angsterfüllt? Und das ausgerechnet aus einer so reichen und schönen Region, die noch dazu vom Tourismus lebt. 

    Tal-Verbot wegen Corona für Münchner - Wer gibt uns das Recht?

    Und gibt uns allein unser Wohnsitz wirklich das Recht? Eine Kollegin von mir hat keinen Balkon mit Seeblick, sondern eine dunkle Einzimmerwohnung am Mittleren Ring in München. Sie würde gerne ein bisschen Bergluft atmen. Bei der aktuellen Stimmung im Tal muss ich ihr abraten und mich ihr gegenüber schämen, Tegernseer zu sein.

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