Ausblick vom Wallberg auf den Tegernsee
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Nicht nur bei Urlauber beliebt: der Ausblick vom Wallberg auf den Tegernsee.

Urlaub unter besonderen Voraussetzungen

Corona-Tests: Touristik-Chef lobt Disziplin bei Gästen und Gastgebern

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Im Urlaub zum Arzt: Was Reisende sonst nur in Notfällen machen, ist in diesem Sommer wegen Corona gewissermaßen ein notwendiges Übel. Wie es läuft, erklärt der Chef der TTT.

Tegernseer Tal/Landkreis– Im Urlaub zum Arzt: Was Reisende sonst nur in Notfällen machen, ist in diesem Sommer gewissermaßen ein notwendiges Übel. Zumindest, wenn man aus einem der Corona-Hotspots in Deutschland für die Ferien in den Landkreis gereist ist. Einige Gäste und auch Gastgeber hätten sich schon auf das Coronavirus testen lassen, berichtet Christian Kausch, Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus (TTT) GmbH auf Nachfrage unserer Zeitung. „Alle verhalten sich sehr diszipliniert.“

Wie berichtet, hatte der Freistaat Bayern nach dem Corona-Ausbruch im Landkreis Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) ein Beherbergungsverbot für Personen aus den betroffenen Gebieten ausgesprochen. Um dennoch in Bayern Urlaub machen zu dürfen, müssen die Gäste beim Einchecken einen aktuellen, negativen Corona-Test vorzeigen. Vor allem das Wort „aktuell“ habe für einiges an Verunsicherung gesorgt, berichtet Kausch. Gäste und Gastgeber wollten wissen, wie alt der Text maximal sein dürfe, um die Vorgaben zu erfüllen. In der Praxis habe man sich – nicht zuletzt wegen der Anreisedauer – auf 48 Stunden geeinigt.

Christian Kausch: Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH.

Urlauber aus Hotspot-Regionen, die bereits vor Bekanntgabe des Beherbergungsverbots an den Tegernsee gereist sind, werden dazu angehalten, sich hier vor Ort testen zu lassen, erklärt Kausch. Sicherlich nicht das schönste Ferienprogramm, räumt der TTT-Chef ein. Zumal die Betroffenen Personen bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses Außenkontakte meiden sollten. „Ich weiß, dass das unangenehm ist“, sagt Kausch. „Aber andererseits will auch niemand das Virus unwissentlich weitergeben.“ Durch die etablierten Strukturen im Landkreis Miesbach seien die Abläufe aber so weit wie möglich optimiert und damit die Einschränkungen für die Urlauber minimiert.

Das gilt auch für den Aufenthalt an sich. Ob Frühstück in Etappen oder Wellness unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln: Die Gastgeber hätten sehr individuelle Lösungen gefunden, berichtet Kausch. Umgekehrt würden die meisten Gäste Verständnis zeigen, wenn nicht alles so abläuft wie gewohnt. Deutlich mehr zu kämpfen hätten kleinere Betriebe. Wer sich beispielsweise alleine um drei Ferienwohnungen kümmere, tue sich schwer, sämtliche Vorgaben umzusetzen. „So jemand lässt dann lieber seine Sauna zu, anstatt sie ständig mit großem Aufwand zu desinfizieren.“

Lesen Sie auch: Tourismus im Tegernseer Tal: 50 Millionen Euro Umsatzverlust durch Corona-Virus

Je nach Zielgruppe blieben aber auch die Gäste noch aus. Beispielsweise in Hotels, die vorwiegend von Reisegruppen gebucht würden. Da diese Form von Urlaub wegen der Corona-Auflagen nach wie vor nicht möglich seien, müssten die Gastgeber ihre Zimmer anderweitig vermarkten. Keine leichte Aufgabe in einer ohnehin touristisch schwierigen Zeit, meint Kausch. „Das kann leider nicht jeder ohne Weiteres stemmen.“

Umso dankbarer ist Kausch, dass bislang kein Corona-Testergebnis von Gästen oder Gastgebern eine Infektion bestätigt habe. „Das ist gut so und wir hoffen, dass es auch dabei bleibt.“

sg

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