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Viele Stornierungen zum Jahreswechsel: Corona verdirbt Gastgebern das Feiertagsgeschäft

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Von: Christina Jachert-Maier

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Die Gästebetten von Steffi Erlacher sind wegen Corona nicht so gefragt wie sonst.
Die Gästebetten von Steffi Erlacher sind wegen Corona nicht so gefragt wie sonst. © Thomas Plettenberg

Um den Jahreswechsel herum gibt’s im Tegernseer Tal für gewöhnlich keine freien Betten. Doch diesmal blieb der große Ansturm aus.

Tegernsee - Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag ist Hauptsaison, während die restliche Winterzeit im Tal traditionsgemäß ruhig verläuft. Doch diesmal blieb der große Ansturm aus. „Es war bei Weitem nicht das, was man erwartet hätte“, erklärt Christian Kausch, Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT). Die TTT werte die Übernachtungszahlen um die Feiertage herum gerade noch im Detail aus, aber es lasse sich bereits eine klare Tendenz erkennen. Im Vergleich zu 2019, dem letzten Jahr vor Corona, sind die Übernachtungszahlen an den Adventswochenenden um etwa die Hälfte zurückgegangen. Diese Zahl belege auch die Zugkraft der Adventsmärkte, merkt Kausch an. Sie konnten wegen Corona 2020 und 2021 nicht stattfinden.

Kleiner Aufschwung an den Feiertagen

Um Weihnachten und den Jahreswechsel herum lief es besser. „Aber eben auch nicht gut“, sagt Kausch. Der TTT lägen von Gastgebern sehr unterschiedliche Rückmeldungen vor. Bei den einen lief’s ganz ordentlich, andere hatten viele Stornierungen. Ob es an Corona lag oder am schlechten Wetter, lasse sich nicht so genau sagen, meint Kausch. Generell kämen die Buchungen kurzfristiger als früher, die Schneeverhältnisse spielten freilich eine Rolle. Die Pandemie habe aber sicher einen großen Anteil an dem Rückgang. Der liege, die Weihnachtstage eingerechnet, im Dezember bei etwa 40 Prozent. Genauere Zahlen würden aber erst ermittelt.

Stornierte Buchungen

Dass die Coronavorgaben zu Silvester lockerer waren als zunächst angenommen, habe den Gastgebern nicht viel geholfen, erklärt Kausch: Die Anordnung sei zu spät gekommen, um Silvester zu retten. „Das war nicht mehr planbar.“ Zuvor stornierte Buchungen wurden nicht neu getätigt. Zudem bräuchten Wirte Zeit, um die benötigten Waren zu beschaffen.

Von Stornierungen berichtet auch Steffi Erlacher, Vize-Vorsitzende des Kur- und Verkehrsvereins Bad Wiessee. „Aber es hat uns nicht so schlimm erwischt wie andere Regionen“, meint die Betreiberin des Moarhofs mit Ferienwohnungen und Gästezimmer. Dabei waren die Ferienwohnungen trotz Corona gefragt. „Da ist man ja auch mehr für sich“, meint Erlacher. Schlechter sieht die Lage bei den Gästezimmern aus. Während auf dem Moarhof Ferienwohnungen das ganze Jahr über verfügbar sind, bietet Erlacher Gästezimmer nach einer Pause nach Saisonende erst wieder ab dem 26. Dezember an. Doch diesmal ist die Nachfrage so gering, dass Erlacher ab dem kommenden Sonntag ihren Gästezimmer-Betrieb noch einmal drei Wochen lang schließt: „Für zwei oder drei Leute lohnt es sich einfach nicht.“

Zweitwohnsitzler bessern die Bilanz auf

Was die Vermietung von Ferienwohnungen angeht, hat ihr Rottacher Kollege Josef Bogner, Vorsitzender des örtlichen Verkehrsvereins, im eigenen Betrieb die gleichen Erfahrungen gemacht. Zu Silvester gab’s keine Buchung – ein Novum. Ganz anders sah es im Gasthof der Familie Bogner aus, im Voitlhof. Dort war der Personalmangel das einzige Problem. Das Geschäft florierte, es gab keine Einbußen.

„Was uns rettet, sind die Zweitwohnsitzler“, meint Bogner. Die seien um die Weihnachtszeit immer am Tegernsee, gut betuchte Familien, die oft zum Essen gehen und kräftig einkaufen. Über die Zweitwohnsitze werde ja viel geschimpft, weiß Bogner: „Aber es gibt zwei Seiten.“ In dieser Phase der Pandemie seien sie ein Glücksfall.

Insgesamt, so Bogner, werde im Tegernseer Tal auf hohem Niveau gejammert: „In anderen Regionen sieht’s viel schlimmer aus.“

Im gesamten Landkreis hatten Vermieter mit Stornierungen zu kämpfen.

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