Blick vom Wiesseer Sonnenbichl auf den Tegernsee
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Blauer See und weiße Segel: Blick vom Wiesseer Sonnenbichl auf den Tegernsee und St. Quirin. Urlauber aus dem Landkreis Gütersloh können ihn aktuell nur nach Vorlage eines negativen Corona-Tests genießen.

Verhaltensempfehlungen für Gastgeber

Coronavirus: So will sich der Tegernsee vor infizierten Urlaubern schützen

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Bayern hat ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus besonders vom Coronavirus betroffenen Landkreis verhängt. Das Tegernseer Tal sieht sich für mögliche Fälle gut vorbereitet.

Tegernseer Tal – Vom Sorgenkind zum Musterschüler: Diesen Weg hat der Landkreis Miesbach in der Corona-Pandemie erfolgreich beschritten. Die Erfahrungen nutzen der Region nun, um sich vor neuen Infektionsherden durch den wieder aufflammenden Tourismus zu schützen. „Als ehemaliger Hotspot sind wir gut aufgestellt und können schnell testen“, sagt Christian Kausch, Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus (TTT) GmbH, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Im Fokus steht in diesen Tagen vor allem der Landkreis Gütersloh. Wegen des dortigen Virus-Ausbruchs hat der Freistaat Bayern gestern ein Beherbergungsverbot für Gäste aus Landkreisen erlassen, in denen die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100 000 Einwohner liegt. Eine Ausnahme gibt es nur für Menschen, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können.

Kausch empfiehlt den Gastgebern im Landkreis, die Einhaltung dieser Anreisebedingung auch zu kontrollieren. Weil mit einer solchen Situation zu rechnen gewesen sei, habe die TTT bereits Ende Mai zusammen mit dem Vorsitzenden des Ärztlichen Kreisverbands (ÄKV), Dr. Thomas Straßmüller, und dem Gesundheitsamt Verhaltensempfehlungen für Übernachtungsbetriebe entwickelt.

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Der Ablaufplan lautet wie folgt: Gastgeber sollten schon bei der Buchung darum bitten, dass nur Urlauber ohne Anzeichen eines Infektes anreisen. Sollte ein Gast während seines Aufenthaltes Krankheitssymptome jeglicher Art verspüren, gelte es, umgehend einen niedergelassenen Arzt zu verständigen. „Wir haben eine Struktur etabliert, über die man von Montag bis Samstag ein Corona-Testergebnis in etwa 24 Stunden, in dringenden Fällen sogar in sechs bis zwölf Stunden erhalten kann“, schreibt Straßmüller.

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Bei Verdacht auf eine Infektion mit SARS Cov 2 ordne der Arzt unmittelbar Quarantäne an – zunächst bis zum Eintreffen des Testergebnisses an. Sollte dieses positiv ausfallen, werde der Gast bei medizinischer Notwendigkeit ins Krankenhaus eingewiesen. Ansonsten könne man auch eine Rückreise in Erwägung ziehen, damit sich der Gast zuhause in Quarantäne begeben könne. Hierbei müsse aber gewährleistet sein, dass die Reise für den Patienten kein gesundheitliches Risiko darstelle und dass dieser keine weiteren Personen infizieren könne. Im Hotel und Urlaubsort müssten dann mögliche Kontaktpersonen identifiziert und getestet werden. Das Zimmer des Gastes dürfe nach „gründlicher Wischdesinfektion“ wieder vermietet werden.

Schade, dass das Urlaubserlebnis möglicherweise durch solche Auflagen getrübt werde, sagt Kausch. „Aber hier geht es um mehr.“

sg

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