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Erntete stets bewundernde Blicke: die historische Dampflok 70 083, hier am Holzkirchner Bahnhof.

Reparatur ist aufwendiger als gedacht

Zwangspause dauert länger: Keine Fahrten mit historischer Dampflok zum Advent

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Das schwere Dampfross schnauft nicht mehr. Die historische Lok des Bayerischen Localbahn Vereins – ein gern gesehener Gast am Tegernsee – hat einen Defekt und muss aufwendig restauriert werden.

Tegernseer Tal – Nicht nur eingefleischte Eisenbahn-Freunde bekamen bei ihrem Anblick ein Leuchten in den Augen: Wenn die Dampflok 70 083 in den Bahnhöfen von Gmund oder Tegernsee einfuhr, sorgte sie regelmäßig für Aufsehen bei großen und kleinen Fahrgästen. Seit dem Frühjahr 2018 ist es damit allerdings vorbei: Ein größerer Defekt am Kessel zwingt das Dampfross aus dem Jahr 1913 zu einer Zwangspause. Sie dauert länger als gedacht – auch beim diesjährigen Adventszauber am Tegernsee müssen Eisenbahnfreunde daher auf die lieb gewonnenen historischen Fahrten verzichten.

„Im Prinzip müssen wir einen neuen Kessel anfertigen lassen“, berichtet Bernhard Kogler, Zweiter Vorsitzender des Bayerischen Localbahn Vereins. Die Untersuchungen in einer Fachwerkstätte hätten ergeben, dass die Reparatur an dem Dampfross deutlich umfangreicher wird, als ursprünglich angenommen. Damit schießen naturgemäß auch die Kosten für den Verein in die Höhe. Der war früher mit seinem Schmuckstück im Lokschuppen Tegernsee stationiert, hat sein Lager mittlerweile aber in Landshut.

Hier finden Sie den Artikel: 101 Jahre alte Dampflok hielt in Tegernsee

War man am Anfang von etwa 20.000 Euro Reparaturkosten ausgegangen, „so liegen wir nun bei rund 200.000 Euro“, erklärt Kogler. „Hinzu kommen kleinere Arbeiten an einer Achse sowie den Lagern der Achse.“ Kostenpunkt: zusätzlich rund 18.000 Euro. Ohne die Kreditvergabe durch eine Stiftung wäre die Finanzierung nicht möglich gewesen, räumt Kogler ein. Der Verein verfüge zwar über zahlreiche historische Fahrzeuge und das Localbahnmuseum in Bayerisch Eisenstein, die aber kaum als Sicherheit dienen könnten. Eigentümerin der Lok ist übrigens die Deutsche Bahn (DB) Stiftung. Von ihr hat der Verein das alte Dampfross seit 1994 angemietet.

In ihrer Heimat in Landshut wartet die Dampflok auf einen neuen Kessel.

Viele Jahre lang ließen die ehrenamtlichen Eisenbahner ihre Dampflok regelmäßig auf den Schienen zwischen Holzkirchen, Schaftlach und dem Tegernseer Tal verkehren. Dazu spannten sie das alte Ross vor historische Wagen aus den 1920er-Jahren. Früher dampfte „70 083“ vor allem im Sommer und Herbst durchs Tegernseer Tal, zuletzt fuhr sie immer anlässlich des Adventszaubers entlang der weihnachtlichen Kulisse von Tegernsee nach Gmund. Die Zugfahrten wie „anno dazumal“ erfreuten sich großer Beliebtheit. Deshalb haben die Verantwortlichen durchaus eine Rückkehr im Sinn. „Wir hoffen, Pfingsten 2020 generell wieder mit der Dampflok fahren zu können und möglicherweise im September 2020 wieder vor Ort in Tegernsee zu sein“, meint Kogler.

Lesen Sie hier: Ex-BOB-Chef Seeger neuer Geschäftsleiter der Tegernsee-Bahn

Bis es soweit ist, hält die Tegernsee Bahn zumindest eine Alternative in Kleinformat bereit. Seit Ende 2018 verfügt das Unternehmen über einen frisch restaurierten Triebwagen aus dem Jahr 1939 und lässt diesen für Sonderfahrten im Tegernseer Tal und darüber hinaus verkehren.

„Die Nachfrage ist groß“, sagt Tegernsee-Bahn-Chef Heino Seeger. Allerdings können in diesem Zug nur knapp 30 Fahrgäste Platz nehmen. Die Bestuhlung tauge sogar für Konferenzen, berichtet Seeger. Aber auch für private Geburtstags- oder Firmenfeiern werde der Triebwagen mit der Bezeichnung „TAG 27“ gerne gebucht. Anlässlich des Adventszaubers hat sich die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) das historische Gefährt für zwei Gin- und Whiskytasting-Touren gesichert. Beide Fahrten sind nach Angaben der TTT aber längst ausgebucht.

Hier finden Sie alles Wissenswerte über den Tegernseer Adventszauber 2019

gab

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