Kampfflugzeug bei Madrid abgestürzt

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Erholungssuchende an der Länd: Die Zahl der Gäste ist in Tegernsee rückläufig. Die Touristiker führen das auf den Bettenschwund zurück. Doch die Vermieter sind auch wählerisch, was ihre Klientel betrifft.

“Zum Teil noch wie in der Steinzeit“

Gastgeber in der Kritik: Darum schreibt der Tourismus rote Zahlen

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Tegernsee schrieb 2016 bei Gäste-Ankünften und Übernachtungen rote Zahlen. Laut TTT liegt das am Bettenschwund. Es wurde aber auch deutliche Kritik an den Gastgebern geübt.

Tegernsee – Das Bastenhaus, der Gasthof Schandl, die Bergschwalbe: Die Stadt Tegernsee hat zuletzt einige Gastgeberbetriebe – und damit auch Gästebetten – eingebüßt. Das macht sich auch bei den Zahlen bemerkbar, die Petra Berger von der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) jüngst im Stadtrat präsentierte: Demnach ist in Tegernsee die Zahl der Gäste 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 3,81 Prozent zurückgegangen, bei den Übernachtungen registrierte die TTT ein Minus von 4,32 Prozent. Zum Vergleich: Talweit gab es nur marginale Rückgänge von 0,18 und 0,07 Prozent.

„Die Betten fehlen uns einfach“, erklärte Berger den Stadträten. So sei der Gasthof Schandl zum Beispiel einer der wenigen Betriebe gewesen, die Gäste auch für nur ein oder zwei Nächte aufgenommen hätten. Ein Großteil der Tegernseer Vermieter gebe seine Zimmer für einen solch kurzen Zeitraum überhaupt nicht her. „Diese durchreisenden Gäste kriegen wir nicht ins Bett“, machte die TTT-Mitarbeiterin deutlich. Dabei liegt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Urlauber in Tegernsee ohnehin nur noch bei 3,8 Tagen.

Vorbehalte gegenüber ausländischen Gästen

Und noch ein weiterer Fakt aus dem Bericht ließ die Stadträte aufhorchen. So stammen 92,55 Prozent der Gäste im Tegernseer Tal aus Deutschland, lediglich der verbleibende Anteil sind Erholungssuchende aus dem Ausland. „Das ist ein wahnsinnig schlechter Wert“, fand Florian Kohler (BürgerListe). Er appellierte an die TTT, proaktiv um dieses Klientel zu werben. Berger entgegnete, dass es bereits einen Marketingplan zur „sanften Internationalisierung“ gebe, erklärte aber auch: „Die kleinen Gastgeber haben häufig Vorbehalte gegenüber ausländischen Gästen. Wir sind hier nicht gut aufgestellt.“

Fehlende Online-Buchbarkeit weiterhin ein großes Problem

Für eine kurze Diskussion sorgte auch die Tatsache, dass sich viele kleine Häuser nach wie vor gegen die Online-Buchbarkeit sperren und wenig Internet-affin sind. Hier fand Rudolf Gritsch (CSU) deutliche Worte. Warum könne man die Online-Buchbarkeit nicht besser durchsetzen?, fragte er. „Ich würde den Druck auf die Vermieter an dieser Stelle erhöhen und mit Sanktionen drohen.“ Berger betonte, dass die TTT bereits viele Maßnahmen getroffen habe, um die Gastgeber an dieser Stelle ins Boot zu holen. Mit mäßigem Erfolg. „Da arbeiten wir zum Teil noch wie in der Steinzeit“, gab sie freimütig zu.

Hoffnungen ruhen auf geplanten Neubauten

Bei der weiteren Entwicklung des Tourismus’ in Tegernsee setzt die TTT ihre Hoffnungen vor allem auf den geplanten Neubau am Krankenhaus-Gelände („Bohnen“-Hotel), auf die geplante Klinik/Sanatorium an der Perronstraße und auf die Wiedereröffnung des Gästehauses Fackler. „Auch eine Wiedereröffnung des Guggemos wäre sehr, sehr hilfreich“, hatte Berger bereits zu Beginn ihrer Präsentation erklärt. Denn Tegernsee brauche bezahlbare Unterkünfte für Durchreisende und Familien.

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