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Skivergnügen am Sudelfeld: Die Alpenregion Tegernsee-Schliersee will den Wintertourismus weiter ankurbeln.

„Vom Sommer allein kann keiner mehr leben“

Branche diskutiert am Tegernsee die Zukunft des Wintersports

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Der Wintersport soll eine Zukunft haben. Wie die aussehen könnte, diskutiert die Branche im November bei einem Kongress am Tegernsee. Klar ist: Auch unsere Region setzt künftig verstärkt auf Wintertourismus.

Tegernsee – 60 Prozent aller Übernachtungen in der Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS) entfallen auf den Sommer, speziell im Tegernseer Tal sind es sogar 70 Prozent. „Doch allein vom Sommer kann keiner mehr leben“, machte ATS-Vorstand Harald Gmeiner am Donnerstag bei einem Pressegespräch im Haus des Gastes in Tegernsee deutlich. „Wir müssen unseren Gastgebern eine zweite starke Saison bieten.“ Ein klares Bekenntnis der Region zum Wintersport also, das sich auch in einer Veranstaltung widerspiegelt, die am 9. und 10. November zum zweiten Mal am Tegernsee zu Gast ist.

Die Initiative „Dein Winter. Dein Sport“ – ein gemeinsames Projekt von Deutschem Skiverband (DSV), Deutschem Skilehrerverband (DSLV) und dem Snowboard Verband Deutschland (SVD) – lädt wieder zu einem Wintersport-Kongress ins Rottacher Seeforum ein. Vertreter aus Sport, Tourismus, Wirtschaft und den Medien werden dabei die Zukunft des Wintersports erörtern und der Frage nachgehen: Wie sieht Wintersport im Jahr 2037 aus?

Rund 350 Teilnehmer, darunter auch aktuelle und ehemalige Wintersport-Stars wie Snowboarderin Nicola Thost, Skicrosserin Heidi Zacher sowie Rosi Mittermaier und Markus Wasmeier, hätten ihr Kommen zugesagt, erklärte Thomas Ammer von der veranstaltenden TOC-Agentur aus Oberhaching. „Wir bringen hier das Who is Who der Branche ins Tegernseer Tal.“

Ziel der 2014 gegründeten Initiative „Dein Winter. Dein Sport“ sei es, die Menschen – speziell die Kinder – für den Wintersport zu begeistern, erklärte Ammer. Dabei gehe es mitnichten nur ums alpine Skifahren. Die Palette der Möglichkeiten reiche vom Langlaufen über Skitourengehen und Schlittschuhlaufen bis hin zum profanen Schlittenfahren. „Wir wollen den Wintersport so breit propagieren, wie es geht“, machte Ammer deutlich.

Und so lautet auch die Marschroute im Landkreis. Dabei sieht sich die Alpenregion Tegernsee-Schliersee bereits „bestens aufgestellt“, wie Gmeiner betonte. Nicht nur, dass die Region im oberbayerischen Vergleich eine hohe Dichte an Skigebieten aufweisen könne („am Sudelfeld wurden zuletzt 40 Millionen Euro investiert“), auch ein großes Loipennetz und zahlreiche Möglichkeiten zum beschaulichen Winterwandern seien bereits vorhanden.

Dabei wolle sich der Landkreis gar nicht erst mit den großen Gebieten wie Arlberg, Ischgl und Co. messen, sondern fahre stattdessen die Kampagne „Schifahrn dahoam“, erklärte Gmeiner. Und Kollege Christian Kausch, Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT), ergänzte: „Langlauf ist für uns ein extrem wichtiges Thema.“ Zumal die Loipen im Tal, speziell in Kreuth, mit hoher Schneesicherheit punkten könnten.

Der Wintersport, da waren sich die am Pressegespräch Beteiligten einig, habe nach wie vor großes Potenzial. Zugleich aber seien Herausforderungen wie der Klimawandel und auch der Konflikt zwischen Erholungssuche und Naturverbrauch zu meistern. Die Natur mit der Bewegung zu verbinden, sei das große Ziel, sagte Gmeiner. Um das zu erreichen, sei es nötig, die entsprechende Infrastruktur bereit zu halten und damit auch den Naturtourismus auf bestimmte Bereich zu kanalisieren.

Mit Blick auf den zweitägigen Kongress im November erklärte der ATS-Vorstand: „Hier wird Wintersport entwickelt – und die Keimzelle ist Rottach-Egern.“

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