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Trotz eisiger Temperaturen schwimmt Sabine Laermann jeden Tag im Tegernsee. Die ehemalige Lehrerin trägt bei ihrem Ritual nur einen Badeanzug. Vier Bahnen in zehn Minuten – dann geht’s wieder nach Hause.

„Hose und T-Shirt habe ich nur für den Kopf gebraucht“

Diese Tegernseerin schwimmt Sommer wie Winter jeden Tag im See

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Tegernsee – Kaltes Wasser soll ja gut sein für die Durchblutung. Sabine Laermann muss es wissen. Sie schwimmt auch bei den eisigsten Temperaturen jeden Tag zweimal im Tegernsee. Wir haben sie gefragt, warum.

Wenn es draußen so richtig kalt ist, fällt die Temperatur im Tegernsee auf bis zu zwei Grad. Das ist sogar den Fischen zu kalt, die sich dann am Grund des Sees aufhalten, wo das Wasser etwas wärmer ist. Sabine Laermann aus Tegernsee kann das aber nicht schrecken. Sommer wie Winter, morgens und abends geht die ehemalige Grund- und Hauptschullehrerin in den See. Jeweils für zehn Minuten. Auch beim Anschwimmen in Gmund (wir berichteten) war sie dabei. Mit uns hat sie über ihr außergewöhnliches Hobby gesprochen.

Frau Laermann, jetzt mal ehrlich: Wieso springen Sie bei diesen eisigen Temperaturen in den See?

Laermann: (lacht) Das hat sich so ergeben. Als es im Sommer 2015 so warm war, bin ich jeden Tag schwimmen gegangen. Dann auch noch, als es kälter geworden ist und bei Regen. Und dann hab ich das weiter so gemacht, auch bei Eis und Schnee. Ich muss ja nur über die Straße, dann bin ich schon im Wasser.

Aber dann schon mit Neoprenanzug.

Laermann: Nein. Am Anfang hatte ich einfach eine Sporthose an und ein T-Shirt drüber. Was aus ganz dünnem Stoff. Ich fahre regelmäßig zum Yoga ins Patrick Broome Studio nach München und dort empfahl mir eine Medizinerin, am besten so wenig wie möglich anzuziehen. Also schwimme ich im Badeanzug. Die Hose und das T-Shirt habe ich auch nur für den ,Kopf’ gebraucht.

Na ja, aber kalt ist es doch trotzdem, oder nicht?

Laermann: Klar ist das kalt. Ich versuche aber, nicht daran zu denken. Stattdessen denke ich an meine guten Freunde oder an meine Nachhilfeschüler. Besonders, wenn die an dem Tag eine Arbeit schreiben. Ich nutze die Zeit im See, um nachzudenken. Vergleichbar mit einer Meditation. Der See mit seinen besonderen Farben beruhigt mich und gibt mir Energie. Selbst wenn es regnet, ist das Wasser ganz still. Toll sieht es auch aus, wenn sich Mond und Sterne darin spiegeln.

Nachts schwimmen Sie auch? Mit Stirnlampe?

Laermann: Ich schwimme morgens um halb 8 und dann abends, wenn es dunkel ist. Vis-a-vis ist die Wiesseer Kirche. Die leuchtet und die Straßenlaterne gibt mir auch Licht. Eine Stirnlampe brauche ich da nicht. Ich schwimme dann so weit, bis ich die beleuchtete Tanne in Tegernsee sehe und drehe wieder um. So schwimme ich immer vier Bahnen in etwa zehn Minuten.

Bewundernswert. Und danach gibt es zur Belohnung eine warme Dusche?

Laermann: Ich dusche nach dem Schwimmen kalt. Das fühlt sich aber trotzdem warm an. Dann nur schnell abrubbeln, fertig.

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