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Der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn nutzt den BMWi für Dienstfahrten.

Tegernseer E-Werk will Gastgeber ins Boot holen

E-Mobilität: Kleiner Flitzer, große Ambitionen

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Ein kleiner E-Flitzer ist zuwenig für ein Car-Sharing-Modell. Immerhin verleiht der BMWi dem Bestreben, die E-Mobilität im Tal voranzubringen, mehr Schub. Das E-Werk will weitere Lade-Stationen errichten – und die Gastgeber ins Boot holen.

Tegernsee – Knapp 4000 Kilometer hat der flotte BMWi schon auf den Reifen. Erst Ende September 2017 hat das Tegernseer E-Werk den Flitzer angeschafft. „Und seitdem ist er eigentlich ständig unterwegs“, sagt Florian Appel, Vertriebsleiter des E-Werks.

Das Unternehmen hat sein E-Auto auf eigene Rechnung geleast, dazu eine Lade-Station aufgestellt, ohne auf Fördergelder zu warten. Deren Bewilligung dauert lange, wie so vieles rund um das Thema E-Mobilität. Die Gründung der Gesellschaft Mobile Region Oberland (MORE) etwa, die im ersten Quartal 2018 erfolgen sollte. Der Termin werde sich wegen personeller Veränderungen wohl nicht halten lassen, erklärt Appel.

Unterdessen treibt das E-Werk seine Bemühungen, die E-Mobilität in Fahrt zu bekommen, in eigener Regie weiter voran. Ihr eigener BMW wird in einem kleinen Sharing-Modell vergeben. Die 36 Mitarbeiter des E-Werks können das Fahrzeug nutzen, ebenso der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn und Mitarbeiter des Rathauses. Zur Zeit der Luftschiff-WM am Tegernsee, also vom 15. bis zum 22. Februar, wird die Jury den BMWi fahren und elektrisch durchs Tal kurven.

Über das Car-Sharing-Netzwerk Flinkster ist das E-Auto inzwischen auch für Auswärtige buchbar. Genutzt wurde dieses Angebot bislang allerdings noch nicht. Es soll in den nächsten Wochen auch noch optimiert werden. Ein komfortables Sharing-Modell, wie in Großstädten üblich, ist am Tegernsee allerdings nicht umsetzbar. Wer den BMWi des E-Werks ausleiht, muss ihn am Unternehmenssitz abholen und dort auch wieder abstellen. Das Auto einfach stehen lassen, das geht nicht.

In eigener Regie will das E-Werk auch kein großes Sharing-Modell starten. Sein Kernthema ist die Infrastruktur. Und auch da geht es nur langsam voran. Wie berichtet, hatte der Rottacher Gemeinderat schon im September den Austausch der technisch überholten E-Tankstelle am Wandinger-Parkplatz durch ein Modell der neuen Generation abgesegnet. Die Entscheidung fiel mit 9:5 Stimmen nach heftiger Debatte. Dass die Gemeinde kräftig zuschießen muss, sorgte für Gegenwind: Schließlich kassiert das E-Werk bei den neuen Modellen für den Strom. Anders als beim alten Modell. Dort gibt’s die Energie zum Nulltarif.

Passiert ist seither nichts. Das E-Werk wartet noch auf die staatliche Förderzusage, weshalb die neue Lade-Station noch nicht bestellt ist. An der alten Tankstelle darf weiter gezapft werden. Ein Auslaufmodell: Heuer sollen in Rottach-Egern zwei neue Lade-Stationen zum Einsatz kommen, in Tegernsee ebenso, auch in Kreuth ist ein Standort ausgeguckt. In Bad Wiessee laufen Gespräche.

Zudem will das E-Werk die Gastgeber ermutigen, Ladestationen und auch E-Autos für ihre Gäste anzuschaffen. Am Dienstag, 20. März, ist dazu in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Bayern innovativ und der Tegernseer Tal Tourismus GmbH eine Info-Veranstaltung im Schalthaus geplant. „Wir wollen zeigen, welche Möglichkeiten auch zur Refinanzierung es gibt; erklärt Appel. Viel und stete Information sei nötig: „Die Welt der E-Mobilität ist im Wandel.“

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