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Tegernsee trauert um Toni Staudacher.

„Wir hatten noch so viel vor“

Ein Gipfelstürmer mit großem Herzen: Nachruf auf Toni Staudacher

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Toni Staudacher, Vize-Bürgermeister und Kreisrat, war ein wichtiger Landkreis-Politiker mit Herz. Viel zu früh und ohne Vorwarnung ist der Tegernseer am Montag gestorben. Ein Nachruf.

Tegernsee – Toni Staudacher hat aus dem Vollen gelebt. Er hat unzählige Gipfel bezwungen, an Alaskas Flüssen gefischt und Nächte durchgefeiert. Er hat die Natur, die Stille, geliebt und konnte doch ganze Gesellschaften unterhalten. Er war ein Familienmensch und in der ganzen Welt unterwegs. Toni Staudacher hat viele Spuren hinterlassen, auch in der Kommunalpolitik. Am Montag ist der frühere CSU-Stadtrat und Vize-Bürgermeister gestorben. Ein Schlaganfall hatte den 72-Jährigen am Freitag aus seinem aktiven Leben gerissen, ohne Vorwarnung. Nur drei Tage blieben der Familie, um sich von ihm zu verabschieden. „Wir hatten noch so viel vor“, sagt seine Frau Elfi. Die beiden liebten das Miteinander in den Bergen, in der Natur.

Zur Politik kam Staudacher eigentlich durch Geburt. Sein Vater war Tegernsees Bürgermeister. Als Junior führte er die JU an, war von 1971 bis 1976 deren Kreisvorsitzender. Im Kreisrat mischte er 36 Jahre lang mit, von 1996 bis 2014 saß er am Tegernseer Ratstisch, in seiner letzten Amtsperiode als Vize-Bürgermeister. Seine Heimat hatte er nur fürs Studium kurz verlassen. Auch beruflich richtete er sich in Tegernsee ein: Der Bauingenieur betrieb dort ein eigenes Büro. Erst vor ein paar Jahren hat er es an einen früheren Mitarbeiter übergeben.

Sein Herz gehörte der Familie. Für die drei Kinder und fünf Enkel war er immer da, gab die Begeisterung für die Natur an den Nachwuchs weiter. Nicht nur die Berge lockten ihn immer wieder. Staudacher war auch ein begeisterter Fischer und kenntnisreicher Schwammerlsucher. 50 essbare Pilzarten konnte er unterscheiden. Sein Rat als Experte war gefragt. Viele Tegernseer kamen mit gefundenen Schwammerln bei ihm vorbei, um zu fragen, ob die Exemplare essbar sind – und wie man sie am besten zubereitet. Auch die Schwammerlleidenschaft teilte er mit seiner Frau. Im Februar wären die beiden 49 Jahre lang verheiratet gewesen. Ihr bleiben viele Erinnerungen. „Aber wir hätten die 50 so gerne vollgemacht.“

Toni Staudacher wird am Freitag, 22. Dezember, in Tegernsee beerdigt. Der Seelengottesdienst beginnt um 10 Uhr in der Pfarrkirche.

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