+
Bei der Vertragsunterzeichnung (v.l) Dominik Salzer, Christian Wagner, Ina Dimpel, Johann Rappenglück und Herzogin Anna in Bayern.

Johann Rappenglück hat Vertrag unterschieben 

Ein Sternekoch übernimmt die Schlossbrennerei

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
    schließen

Jetzt ist es raus und fix. Sternekoch Johann Rappenglück ist der neue Pächter in der Schlossbrennerei Tegernsee. Der Vertrag ist unterschrieben.

Tegernsee - Jetzt ist es raus und fix. Sternekoch Johann Rappenglück ist der neue Pächter in der Schlossbrennerei Tegernsee. Am Dienstag haben der Münchner, seine Lebensgefährtin Ina Dimpel und Herzogin Anna den Vertrag unterschrieben.

Es war mehr als allgemeine Zufriedenheit über einen Vertragsabschluss, die allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben war. „Wir freuen uns wirklich sehr. Dass wir zusammengekommen sind, war geradezu ein Wink des Schicksals. Es ging sehr schnell und hat einfach gepasst“, sagte Herzogin Anna in Bayern und stieß mit ihren neuen Pächtern Johann Rappenglück (36) und seiner Lebensgefährtin Ina Dimpel (35) auf eine erfolgreiche Zukunft an. 

Vor gerade einmal vier Wochen waren Rappenglück und Dimpel auf die Traditionswirtschaft Schlossbrennerei in den Gemäuern des ehemaligen Klosters aufmerksam geworden. Das war zu einem Zeitpunkt, als Gastwirt Markus Augstburger, der mit den Brauhaus Tegernsee in Verhandlungen stand, gegenüber der Heimatzeitung bestätigte, der designierte neue Pächter zu sein. „Zu diesem Zeitpunkt war noch nichts unterschrieben. Und Herr Augstburger hat Abstand genommen, weil das mit dem Verkauf einer seiner Gaststätten nicht wie geplant stattgefunden hat“, berichtet Brauerei-Geschäftsführer Christian Wagner. 

Als bei Kaiserwetter Ende Februar Sternekoch Johann Rappenglück und seine Lebensgefährtin in der Schlossbrennerei und dem dazugehörigen Biergarten standen, waren sie sofort verliebt - natürlich wegen der Lage, aber auch wegen der Atmosphäre der Schlossbrennerei. „Hier kann ich meine beruflichen Zukunftspläne ideal umsetzen“, sagt Johann Rappenglück, der Ende 2018 seine Anteile am Restaurant „Le Deux“, einem zum damaligen Zeitpunkt mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Gourmetrestaurant im Schäfflerhof, verkaufte.

 Rappenglück ist gebürtiger Kasseler und sammelte seine ersten kulinarischen Eindrücke im elterlichen Gastronomiebetrieb. Seine Ausbildung als Koch absolvierte er beim 3-Sterne Gastrinom Heinz Winkler in Aschau, wo er mit 25 Jahren der jüngste Küchenchef in einem 3-Sterne-Restaurant war. Bis er 2012 das „Les Deux“ eröffnete, arbeitete Johannes Rappenglück europaweit in verschiedenen Restaurants. Er ist zudem Mitbetreiber des Münchner Traditionsgasthauses Weinhaus Neuner. Jetzt will er in der Schlossbrennerei gehobene regionale Alpenküche anbieten: „Echtes, richtig gutes Essen, das einfach schmeckt und das unkompliziert ohne Firlefanz auskommt. Das Produkt und dessen Geschmack soll im Vordergrund stehen - ohne Türmchen oder Schäumchen. Es wird Klassiker mit bayerischen, österreichischen und südtiroler Einschlägen geben, die modern präsentiert werden“, sagt Rappenglück und freut sich schon, die Produkte von Landwirten, Fischern und Kasern aus der Region zu verarbeiten. 

Knappe 200 Plätze hat die Schlossbrennerei innen. Im Biergarten, den er 2020 um einen offenen Loungebereich in Richtung Süden vergrößern will und wo es dann bayerisches Fingerfood, wie Tegernseer Fischsemmeln oder auch mal Currywurst geben soll, nochmal so viele. Wenn die Schlossbrennerei am 1. Juni wieder eröffnet, soll „Bierpflege“ auch ein zentrales Thema sein: Holzfassbiere, Bierverkostungen, geeiste Gläser stehen auf dem Plan. „Auch der Musikanten-Stammtisch soll wieder aufleben. Überhaupt wollen wir mit unseren Gästen gerne Hochzeiten, Taufen, Jubiläen und andere Familienfeste feiern und mit den Vereinen Jahrtage begehen“, sagt Ina Dimpel. Damit das Klappt sucht das Wirtepaar in allen Bereichen noch Mitarbeiter. Und außerdem für sich und ihre drei Kinder eine Bleibe im Tal.

Zuletzt hatte das Ehepaar Stocker die Schlossbrennerei geführt. 

Auch interessant

Kommentare